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Steuererklärung für Personengesellschaften

Jeannine Klein
Jeannine Klein Februar 2021 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Wer ein eigenes Unternehmen gründet, überlegt sich im ersten Schritt, welche Rechtsform am besten zu seinem Business passt. Die Rechtsform ist aber nicht nur für die Art Deiner Tätigkeit relevant. Die Besteuerung eines Unternehmens hängt ebenfalls von dieser Entscheidung ab. Das deutsche Steuergesetz unterscheidet hier zwischen Einzelunternehmern, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Zu den Personengesellschaften zählen unter anderem die GmbH oder die Kommanditgesellschaft. Welche steuerrechtlichen Besonderheiten musst Du bei der Steuererklärung dieser sowie den weiteren Personengesellschaften berücksichtigen?

Was ist eine Personengesellschaft?

Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Fokus. Für eine Gründung werden mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter benötigt. Alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Eine Kapitaleinlage ist üblich, aber keine Voraussetzung. Die Grundlage dieser Rechtsform stellt ein formfreier Gesellschaftsvertrag dar.

Zu den Personengesellschaften zählen die folgenden Rechtsformen:

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)

Mischformen wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG) und die Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG) sowie die Stille Gesellschaft zählen ebenfalls zu den Personengesellschaften.  

Bei der Buchhaltung wird zwischen den unterschiedlichen Formen von Personengesellschaften unterschieden: Für die GbR ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend. Personengesellschaften wie OHG, KG, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. OHG, die im Handelsregister eingetragen sind, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Personengesellschaft sind umsatz- und gewerbesteuerpflichtig. Bei der Einkommensteuer und der Erbschaftssteuer werden die Gesellschafter anteilig besteuert. 

Unterschied zu Kapitalgesellschaften

Der wohl entscheidende Unterschied zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften ist die Höhe des notwendigen Stammkapitals, das Du zur Gründung einbringen musst. Die Höhe des Stammkapitals hat unmittelbaren Einfluss auf die Haftung der Gesellschafter. Um eine Kapitalgesellschaft wie die GmbH zu gründen, benötigst Du Stammkapital in Höhe von mindestens 25.000 Euro. Für die Gründung einer AG musst Du mindestens 50.000 Euro einbringen. Damit erkaufst Du Dir sozusagen die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. Bei den Personengesellschaften ist zwar kein Stammkapital zur Gründung notwendig. Allerdings haften die Gesellschaften hier voll auch mit ihrem Privatvermögen.

Ein Überblick über die Personengesellschaften

Trotz gemeinsamer Merkmale unterscheiden sich die einzelnen Personengesellschaften in den Details.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist die wohl einfachste Form der Personengesellschaften. Ihre Gründung erfolgt durch den Zusammenschluss von mindestens zwei Personen, die ein gemeinsames geschäftliches Ziel verfolgen. Die Gründung erfolgt häufig sogar unbewusst. Eine mündliche Vereinbarung ist ausreichend. Dennoch ist es ratsam, einen Gesellschaftsvertrag aufzusetzen, um Ärger und Missverständnisse zu vermeiden. Durch die Unterschrift eines Gesellschaftsvertrages verpflichten sich die Gesellschafter, allen aufgeführten Aspekten zuzustimmen und zur Erreichung des gemeinsamen Zieles beizutragen. Sofern nicht anders geregelt, vertreten alle Gesellschafter das Unternehmen gleichermaßen. 

Die Gewinnverteilung erfolgt in der Regel gleichmäßig auf die Anzahl der Gesellschafter. Als Gründer einer GbR bist Du nicht verpflichtet, Dein Unternehmen in das Handelsregister eintragen zu lassen. Entsprechend unterliegst Du nicht den Regelungen des Handelsgesetzbuches, sondern den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Du bist Du nicht zur doppelten Buchführung und auch nicht zur Erstellung einer Bilanz als Jahresabschluss verpflichtet. 

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Im Gegensatz zur GbR muss die Offene Handelsgesellschaft zwingend in das Handelsregister eingetragen werden. Ihre Gesellschafter gelten als Kaufleute und sind den Regelungen des Handelsgesetzbuches verpflichtet. Das schließt die doppelte Buchführung sowie die Erstellung einer Bilanz ein. Ein Gesellschaftsvertrag ist bei dieser Rechtsform ebenfalls vorgeschrieben. Sofern der Vertrag es nicht anderes regelt, wird jedem Gesellschafter bei der Gewinnverteilung zunächst ein Betrag in Höhe von 4 Prozent seines Kapitalanteils gutgeschrieben. Der restliche Gewinn wird nach Köpfen verteilt. Verluste werden nach Köpfen verteilt.

Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft besteht aus einem Komplementär, der unbeschränkt für die Gesellschaft haftet, und einem oder mehreren Kommanditisten, der nur in Höhe seiner eingebrachten Einlage haftet. Damit profitiert der Kommanditist von den Vorteilen der beschränkten Haftung, die es eigentlich nur bei Kapitalgesellschaften gibt. Dafür bringt er aber auch nur das Kapital ein. Die Führung der KG übernimmt der Komplementär. Ein Gesellschaftsvertrag ist Pflicht und regelt unter anderem die Mitbestimmungsrechte der Kommanditisten. Die KG muss in das Handelsregister eingetragen werden. Als Vermögen wird die Einlage des Kommanditisten angegeben, die auch als Haftsumme der KG bezeichnet wird.

Eine Möglichkeit für Komplementäre, die Haftung auf das Firmenvermögen zu beschränken, ist die GmbH & Co. KG. Hierbei handelt es sich um eine Mischform der KG und der GmbH. Da es sich bei der GmbH um eine Kapitalgesellschaft handelt, wird diese Rechtsform auch häufig als unechte Personengesellschaft bezeichnet.

Für die Gründung kannst Du entweder eine GmbH gründen oder Dich mit einer bereits bestehenden GmbH zusammentun, die das notwendige Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro einbringt. Das Stammkapital gilt als Haftsumme für das Unternehmen. Die Geschäftsführung wird von der GmbH übernommen. Bei Neugründung der GmbH bleibt die Verantwortung für die Geschäftsführung beim Komplementär. Im Falle einer Einbringung in eine bestehende GmbH wird die Geschäftsführung vom Gesellschafter der GmbH übernommen wird. 

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Steuererklärung für Personengesellschaften: Welche Steuerarten sind relevant?

Für die unterschiedlichen Formen der Personengesellschaften sind unterschiedliche Steuerarten für die Steuererklärung relevant.

Für die Steuererklärung der GbR ist die einfache Buchführung sowie die Abgabe einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) als Anlage zur Steuererklärung ausreichend. Der Gewinn resultiert aus der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben. Im Falle eines verzeichneten Verlustes wird dieser je nach Einlage der Gesellschafter aufgeteilt. Das Unternehmen selbst zahlt keine Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer. Die Gesellschafter müssen aber ihr Einkommen aus dem Betriebsvermögen der GbR in ihrer privaten Steuererklärung versteuern.

Die GbR unterliegt dem Zuflussprinzip. Das heißt, Einnahmen werden steuerlich gesehen dem Geschäftsjahr zugeordnet, in dem sie entstanden sind. Das gilt allerdings nicht für Anlagevermögen. 

Die GbR zahlt für alle Lieferungen und Leistungen Umsatzsteuer. Ausnahme sind GbRs, die die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit sind. 

Mit dem Eintrag in das Handelsregister gelten die Gesellschafter einer OHG oder einer Kommanditgesellschaft als Kaufleute und sind zur doppelten Buchführung verpflichtet. Dies ist die aufwendigere Methode zur Gewinnermittlung, bei der das Betriebsvermögen am Anfang des Geschäftsjahres mit dem Betriebsvermögen des Jahresendes verglichen wird. Aus diesem Vergleich ergibt sich der Gewinn. 

Die Gewinnbesteuerung folgt in der Steuererklärung aller Personengesellschaften den gleichen Regeln. Die Gewinnermittlung erfolgt durch die Bilanzierung. Anschließend wird der Gewinn bzw. Verlust auf die verschiedenen Gesellschafter verteilt. Die Unternehmen selbst sind wie die GbR weder einkommensteuer- noch körperschaftssteuerpflichtig. Die Gesellschafter geben ihr Einkommen in ihrer privaten Einkommenssteuererklärung an. 

Wie alle Unternehmen sind auch die OHG und die KG umsatz- und gewerbesteuerpflichtig. 

Die GmbH & Co. KG unterliegt der Körperschaftssteuer. Hier fallen 15 Prozent Steuern auf den Gewinn an. 

Behalte den Überblick

Rechtlich betrachtet sind nur Kapitalgesellschaften gesetzlich dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto zu eröffnen und zu führen. Allerdings ist es für alle Rechtsformen von Unternehmen ratsam, geschäftliche und private Ausgaben von einander zu trennen, um den Überblick zu behalten. Penta bietet allen Rechtsformen das passende Online Geschäftskonto, das modernes Business Banking und Buchhaltung miteinander verbindet.

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