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Was sind Fixkosten und wie kannst Du sie berechnen?

Dorothea Klein
Dorothea Klein Januar 2021 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Fixkosten sind über einen gewissen Zeitraum hinweg konstant und unveränderlich. Sie fallen in regelmäßigen Intervallen an. Das kann monatlich, oder auch pro Quartal, der Fall sein. Daher lassen sie sich langfristig gut kalkulieren. Gemeinsam mit den variablen Kosten ergeben die Fixkosten die Gesamtkosten Deines Unternehmens. Das macht sie zu einer der zentralen Kenngrößen im Controlling.

Der Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Kosten?

Die Höhe der variablen Kosten hängt unmittelbar davon ab, wie viel Leistung Dein Unternehmen erbringt. Das können die Kosten für benötigte Materialien oder Entgelte für Freelancer sein. Fixkosten fallen weitgehend unabhängig von der Auslastung Deines Unternehmens an. Stelle Dir dazu folgende Frage: Wenn Dein Unternehmen von jetzt auf gleich stillstehen würde – welche Kosten müsstest Du dann noch zahlen? Dieser Betrag beschreibt, vereinfacht, Deine Fixkosten. Und diese sind wiederum entscheidend für die Liquidität Deines Unternehmens.

Nach der Definition klingt die Ermittlung von Fixkosten also so simpel wie überzeugend. Doch wo begegnen sie Dir in der Praxis, und wie berechnest Du sie konkret für Dein Unternehmen?

Beispiele für Fixkosten

Fixkosten müssen Monat für Monat in gleicher Höhe gezahlt werden, ganz unabhängig von internen oder externen Veränderungen. Dazu zählen unter anderem:

  • Miete 
  • Fixe Löhne und Gehälter
  • (Lineare) Abschreibungen 

Natürlich ist auch die Höhe von Fixkosten nicht in Stein gemeißelt. Die Mieterhöhung ist dafür eines der häufigsten Beispiele. Doch selbst wenn Fixkosten steigen oder sinken, tun sie das in der Regel unabhängig von der Produktionsmenge. Aber wie so oft gilt auch hier: Die Ausnahme bestätigt die Regel.

Sprungfixe (oder intervallfixe) Kosten

Wenn sich die Betriebsleistung entscheidend verändert, wirkt sich das meist auch auf die Fixkosten aus. Sie werden dann zu sogenannten sprungfixen Kosten. Sie bleiben für die Dauer eines Intervalls konstant, steigen sprunghaft an und bleiben dann wieder für eine Weile auf der gleichen Höhe. So entsteht eine treppenförmige Funktion. 

Ein besonders anschauliches Beispiel für intervallfixe Kosten bieten die Aufwendungen für Räumlichkeiten. Vielleicht hast Du nach Deiner Gründung ein kleines Büro gemietet. Dein Geschäft wächst kontinuierlich, Du beschäftigst zusätzliche Angestellte. Doch auf Dauer wird es eng – neue, größere Räumlichkeiten müssen her. Die höhere Miete für das größere Büro führt zu einer sprunghaften Steigerung Deiner Fixkosten. Für eine Weile konntest Du in der alten Umgebung also steigende Umsätze bei gleichbleibender Miete generieren. Doch mit dem Ende des Plateaus steigen die Fixkosten mit einem Sprung. 

Wir fassen zusammen: Durch äußere Umstände (z.B. Mieterhöhung) oder durch eine entscheidende Veränderung in der Betriebstätigkeit können auch Fixkosten sich verändern. Meist handelt es sich dabei aber nicht um einen graduellen Prozess, sondern um kurze und sprunghafte Veränderungen, welche sich mit längeren, konstanten Phasen abwechseln.

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Fixkosten berechnen

Die grundlegende Formel zur Berechnung der Fixkosten lautet: 

Gesamtkosten – variable Kosten = Fixkosten

Als Unternehmer wirst Du jedoch bald feststellen, dass Du mit dieser Formel alleine schnell an Deine Grenzen kommst. Ergänzend kannst Du als Hilfsmittel aus dem Controlling das Schichtkostenverfahren nutzen. Für dieses Verfahren, auch Mini-Max-Methode genannt, nimmst Du zwei Szenarien zum Ausgangspunkt: die minimale und die maximale Auslastung Deines Unternehmens. Damit berechnest Du zuerst die durchschnittlichen variablen Kosten und ermittelst dann anhand dessen Deine Fixkosten.

Schritt 1

Du notierst, welche Betriebsleistungen zu welchen Lohn- und/oder Gehaltskosten bei Minimal- und Maximalauslastung jeweils zu erwarten sind. Grundlage dafür können entweder Daten aus der Vergangenheit oder Schätzungen für die Zukunft zu sein.

Du beschäftigst immer noch die gleiche Zahl an Mitarbeitern und hast auch sonst zunächst gleichbleibende Fixkosten. Doch mit dem neuen Auftrag sind Deine Mitarbeiter stärker ausgelastet, was ihre Arbeitsleistung für das Unternehmen im Vergleich zu vorher – relativ betrachtet – günstiger macht. 

Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass ein wichtiger Auftrag platzt und Deine Mitarbeiter plötzlich „teurer“ für das Unternehmen sind, da sie bei konstanten Fixkosten weniger Arbeitsleistung erbringen.

Gehälter für 8 Aufträge: 9.000 Euro

Gehälter für 15 Aufträge: 14.000 Euro  

Schritt 2

Du ermittelst die durchschnittlichen Stückkosten, indem Du die Differenz an Kosten durch die Differenz der erbrachten Leistung teilst. 

5.000 Euro / 7 Aufträge = 714,28 Euro pro Auftrag

Schritt 3

Du wählst zum Vergleich eines der oben genannten Szenarien. Für dieses kannst Du nun die variablen Kosten berechnen, indem Du die durchschnittlichen Stückkosten mit der Anzahl der Aufträge multiplizierst.

714,28 Euro x 8 = 5.714,29 Euro 

Schritt 4

Du ziehst die variablen Kosten für 8 Aufträge von den Gesamtkosten für 8 Aufträge ab und erhältst so die Fixkosten.

9.000 Euro – 5.714,29 Euro = 3.285, 71 Euro Fixkosten

Ergebnis

Bei einer Bearbeitung von 8 – 15 Aufträgen liegen die Fixkosten bei 3.285, 71 Euro.

Achtung: Während diese Formel bei der Berechnung Deiner fixen Kosten durchaus nützlich sein kann, solltest Du berücksichtigen, dass beispielsweise sprungfixe Kosten hiermit nicht abgebildet werden. Daher solltest Du im Einzelfall gesondert prüfen, ob das Ergebnis uneingeschränkt anwendbar ist.

Profitabel wirtschaften: Deckungsbeitrag und Break Even

Der Deckungsbeitrag beschreibt die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten. Was unter dem Strich stehen bleibt, dient zuerst der Deckung der Fixkosten – erst danach generierst Du Gewinn. Der Deckungsbeitrag besagt also ob, und wenn ja wie komfortabel, Dein Unternehmen die Fixkosten decken kann. Ist Dein Deckungsbeitrag positiv, machst Du Gewinn. Ist er negativ, machst Du Verlust.

Im engen Zusammenhang damit steht der Break Even Point. Er beschreibt, wie viel Leistung Du erbringen beziehungsweise Aufträge bearbeiten musst, damit der Deckungsbeitrag bei genau null liegt. An dieser Stelle macht Dein Unternehmen weder Gewinn noch Verlust. Erst ab da kann Dir jede zusätzlich erbrachte Leistung Gewinn einbringen. Umgekehrt gilt: Je weiter die Betriebsleistung unter dem Break Even liegt, desto mehr verliert Dein Unternehmen dabei.

Die Fixkostendegression

Wenn man sie absolut betrachtet, sind Fixkosten in der Regel also fix. Doch im Verhältnis zu Deiner Produktionsmenge, das heißt relativ gesehen, können fixe Kosten durchaus steigen oder sinken. 

Die Fixkostendegression macht sich diesen Effekt bei einer Erhöhung der Produktionsmenge zunutze. Denn bleiben dabei die Fixkosten absolut gleich, sinken sie in der relativen Betrachtung. Wenn man die fixen Kosten plötzlich auf mehr produzierte Einheiten umlegt, sind sie schließlich niedriger. Die Fixkostendegression ist der Grund für viele Unternehmenszusammenschlüsse. Derselbe Effekt tritt aber auch auf, wenn sich die Auslastung eines Unternehmens von 80 % auf 100 % erhöht. Das macht sich beispielsweise dann bemerkbar, wenn Du mit Deinem Unternehmen einen großen Auftrag an Land ziehst.

Warum sollte ich meine Fixkosten berechnen?

Fixkosten sind ein entscheidender Faktor für die Liquidität Deines Unternehmens. Daher solltest Du diese stets im Blick haben. So kannst Du auch prüfen, wo Potenziale für sinnvolle Einsparungen liegen. Während die Fixkostendegression die relativen Fixkosten durch Erhöhung des Outputs senkt, kannst Du auch direkt an den Fixkosten ansetzen. Das kann eine geringere Büromiete durch Homeoffice sein, oder die Abwägung zwischen einer zusätzlichen Vollzeitkraft und einem Freelancer.

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