Wie Du mit YouTube Geld verdienen kannst

Yasmin Mai 2020 6 Min

Guckt man sich die Forbes-Liste der bestbezahlten YouTube-Stars an, könnte man denken, mit YouTube-Videos lässt sich spielend leicht Geld verdienen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Mittlerweile ist die Konkurrenz sehr groß. Laut eigenen Angaben verfügt YouTube über 1,9 angemeldete und aktive YouTube-Nutzer. Wer sich aus dieser Masse abheben möchte, benötigt ein Alleinstellungsmerkmal, ein Thema, das den Zeitgeist seiner Zielgruppe trifft, muss große Leidenschaft und Durchhaltevermögen mitbringen und braucht vielleicht auch ein kleines bisschen Glück. Wenn es Dir nicht gelingt, die ganz großen Stars wie Ryan Kaji, Dude Perfect oder Anastasia Radzinskaya vom Thron zu stoßen, kannst Du YouTube im Rahmen Deiner Social-Media-Strategie trotzdem nutzen, um Deine Bekanntheit zu steigern, Dich erfolgreich am Markt zu positionieren und nebenbei Geld zu verdienen.

Voraussetzungen, um mit YouTube Geld zu verdienen

Die Zahl der Nutzer, die sich einfach nur Videos auf YouTube anschauen liegt bei monatlich zwei Billionen Menschen. Eine Zahl, die YouTube für Werbetreibende besonders interessant macht. Und genau hier liegt Deine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Als aktiver YouTuber wirst Du an Werbeeinnahmen beteiligt, die durch vorgeschaltete Werbeclips oder In­Video-­Anzeigen verdient werden. 45 Prozent der Einnahmen verbleiben bei YouTube bzw. Google. 55 Prozent erhält Du. Deine Währung sind Klicks, Likes, Views und Abonnenten. Diese Kennzahlen haben Einfluss auf die Höhe Deiner Einnahmen. Je mehr Aufmerksamkeit Du also bei den YouTube-Nutzern weckst, desto höher steigen Deine Einnahmen.

Voraussetzung, um an Werbeeinnahmen zu verdienen, ist der Beitritt zum YouTube-Partnerprogramm (YPP). Das Programm ist ein Ableger von Google AdSense, einem Anbieter von Werbung für Online-Publisher. Über das Partnerprogramm erhältst Du Zugriff auf die Monetarisierungsfunktionen für Deinen YouTube-Channel. Für die Anmeldung muss Dein Channel bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen:

  • Ein Channel muss den Richtlinien des Programms entsprechen. Auch nach Aufnahme in das Partnerprogramm wird regelmäßig überprüft, ob Dein Channel den Anforderungen entspricht.
  • Dein Channel muss bereits über mindestens 1.000 Abonnenten verfügen. Bei öffentlichen Videos kommt eine gültige Wiedergabezeit von mehr als 4.000 Stunden hinzu.
  • Du musst die Nutzungsbedingungen akzeptieren.
  • Um Zahlungen zu erhalten, musst Du über ein Google AdSense-Konto verfügen, das Du mit einem YouTube-Channel verbinden musst. In welchem Umfang AdSense Werbung in Deinem Channel platziert, legst Du in den Kontoeinstellungen fest.

Im Anschluss erfolgt eine Prüfung. Entspricht Dein Kanal nicht den geforderten Richtlinien, wird Deine Bewerbung für das Partnerprogramm abgelehnt.

So machst Du Deine Reichweite zu Geld

Du hast verschiedene Möglichkeiten, mit Deinem YouTube-Channel Geld zu verdienen. Über Google AdSense und AdWords-Anzeigen können vor und während Abruf Deiner Videos Werbeanzeigen gezeigt werden. Je häufiger Dein Video angeschaut wird, desto höher ist hier Dein Verdienst. YouTube selbst macht keine Angaben zu den genauen Verdienstmöglichkeiten. Laut einigen YouTubern liegen die Einnahmen zwischen einem und zwei Euro pro 1.000 Aufrufe eines Videos. Voraussetzung, um mit AdSense und AdWords Geld zu verdienen, ist die Teilnahme am YouTube-Partnerprogramm und ein Google-AdSense-Konto.

Du musst nicht zwangsläufig Mitglied im Partnerprogramm sein, um Geld mit Deinem YouTube Channel zu verdienen. Mit Produktplatzierungen lässt sich je nach Reichweite, gutes Geld verdienen. Erzielst Du mit Deinem Channel bisher nur eine geringe Reichweite, kannst Du Dich zumindest darüber freuen, dass Du das beworbene Produkt in der Regel behalten darfst. Es gibt verschieden Formen des Product Placement: Du kannst das Produkt einfach in die Kamera halten. Du kannst aber auch in einem Video-Blog, dem Vlog, auf einer gesponserten Veranstaltungen berichten. Oder Du testest Produkte wie Videospiele noch bevor sie auf den Markt kommen, vor laufender Kamera.

Eine Provision verdienst Du Dir über Affiliate-Links beispielsweise über amazonPartnerNet. Kauft einer Deiner Follower ein Produkt über so einen Link, erhältst Du je nach Affiliate-Programm bis zu zehn Prozent des Erlöses in Form einer Provision.

Das große Geld kannst Du mit Werbe-Deals machen. Hast Du Dir erst mal einen Namen gemacht, nutzen Werbetreibende Deine hohe Reichweite. Diese Deals können Dir über den Verdienst bei YouTube sogar weitere Einnahmen über Werbeverträge in Print oder TV einbringen.

Wie viel verdienst Du pro Abonnent, View, Like und Klick?

Views, Klicks, Likes, Shares, Abonnenten und Kommentare sind die Kennzahlen, die immer wieder im Zusammenhang mit Einnahmen über einen YouTube-Channel fallen. Aber welche dieser Kennzahlen ist jetzt tatsächlich relevant, um direkt Einnahmen zu generieren?

Die Zahl Deiner Abonnenten bringt Dir zunächst einmal keine direkten Einnahmen. Dennoch ist sie eine wichtige Größe als Basis möglicher Einnahmen. Je mehr Abonnenten Du hast, desto höher wird die Anzahl der Videoaufrufe ausfallen. Voraussetzung ist natürlich, dass sie nicht nur Deinen Channel abonniert haben, sondern auch Deine Videos anschauen. Die Zahl der Abonnenten ist ebenfalls relevant für Deals mit Werbetreibenden. Ihnen ist natürlich an einer möglichst hohen Reichweite gelegen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Die Chance, dass sie Dir ihre Produkte zur Platzierung in Deinem Channel überlassen oder Dir sogar einen Werbe-Deal anbieten, steigt mit der Zahl Deiner Follower.

Mit Likes ist es im Grunde genau das Gleiche. Hier erzielst Du aber einen indirekten Nutzen: Je mehr Nutzer Dein Video liken, desto höher landet es in der Google-Suche. So kannst Du weitere Reichweite aufbauen.

Bei AdSense und AdWordskönnen Werbetreibende und YouTuber auswählen, welche Anzeigenformate angezeigt werden.Die meisten Anzeigentypen basieren auf dem sogenannten Cost-per-Mille oder CPM-Prinzip. Dabei legen Werbetreibenden den gewünschten Preis pro 1.000 geschalteter Anzeigen fest und wählen die gewünschte Anzeigenplatzierung aus. Dabei wird nach der Anzahl der Werbeeinblendungen abgerechnet. Das heißt, je mehr Nutzer Dein Video anschauen, desto höhere Einnahmen kannst Du erzielen. Views sind damit also die Währung, mit der Du direkte Einnahmen erzielst. 

Da auf YouTube mittlerweile häufig Ad-Blocker eingesetzt werden, können die Einnahmen trotz vieler Views jedoch geringer ausfallen.

Entscheidet sich ein Werbekunde für eine Abrechnung über das Cost-per-Click-Prinzip (CPC), werden einem Nutzer nur die Anzeigen mit der höchsten Leistung bereitgestellt. Das führt dazu, dass Werbetreibende einen höheren CPM bieten müssen als die konkurrierenden CPC-Anzeigen, damit ihre Anzeige eingeblendet wird. Wenn Du pro Klick verdienen möchtest, musst Du die Anzeigenformate “Displayanzeigen” und “Overlay-Anzeigen” für Deine Videos aktivieren.

Fazit

Wer plant, seinen Lebensunterhalt als YouTuber zu bestreiten, dem muss klar sein, wie viel Aufwand in der Vorbereitung und dem laufenden Betrieb stecken. Die Konkurrenz ist groß und Du musst Dich mit großer Leidenschaft, großem Durchhaltevermögen und immer wieder neuen Ideen voll und ganz einbringen, um die ganz großen Deals an Land zu ziehen. Es geht aber auch kleiner: Es gibt einige Möglichkeiten für Gründer, Start-ups oder Freiberufler mit Video-Content auf YouTube die Bekanntheit ihrer Unternehmen zu steigern, sich erfolgreich am Markt zu positionieren und nebenbei Geld zu verdienen. YouTube sollte daher auf jeden Fall Teil Deiner Marketing-Strategie sein.