Wirksamer Schutz Deines geistigen Eigentums: der Unterschied zwischen Copyright und Urheberrecht

Yasmin
Yasmin April 2020 6 Min

Inhaltsverzeichnis

Deine Geschäftsidee, Dein Markenname und Dein geistiges Eigentum sind Dein Kapital. Sie spielen eine große Rolle für den Erfolg Deines Unternehmens. Damit Deine Wettbewerber erst gar nicht auf die Idee kommen, die Zugkraft Deines Namens für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, Deine Produkte kopieren oder Deine Ideen zu klauen, brauchst Du einen wirksamen Schutz. Es gibt viele Mittel, sich zu schützen. Doch welches Schutzbedürfnis deckt beispielsweise das Copyright ab? Wo ist die Abgrenzung zum Urheberrecht, Bildrechten, Patenten und dem Markenschutz? Und welche dieser Rechte finden in Deutschland Anwendung?

Was bedeutet Copyright?

Beim Copyright steht das Kopieren oder Vervielfältigen eines Werkes im Vordergrund. Per Definition werden mit dem Copyright in erster Linie die wirtschaftlichen Interessen des Rechteinhabers geschützt. Der Begriff stammt aus dem angloamerikanischen Rechtskreis und berechtigt den Rechteinhaber, das Werk wirtschaftlich zu verwerten und an weitere Personen zu übertragen. Dabei ist der Rechteinhaber nicht zwangsläufig der Schöpfer des Werkes, sondern häufig lediglich der Inhaber der Verwertungsrechte.

Der Zweck des Copyright-Vermerks ist es, nach außen deutlich zu machen, das ein Werk urheberrechtlich geschützt und die unerlaubte Verwendung strafbar ist.

Copyright anmelden

Das Copyright bzw. Urheberrecht schützt sowohl Texte als auch Bilder. Entsprechend findest Du auf Websites häufig einen entsprechenden Disclaimer, der auf das Copyright hinweist. Bilder und Texte, für die kein Copyright besteht, kannst Du häufig frei verwenden.

In Großbritannien und in den USA zeigte das Copyright-Symbol ursprünglich an, dass ein Werk im Copyright-Register angemeldet ist. Diese Anmeldung war die Voraussetzung, um das Urheberrecht zu erlangen. Diese Kennzeichnung heute nicht mehr notwendig, da mittlerweile nicht nur in Europa, sondern auch in den USA das Urheberrecht automatisch mit Erschaffung eines Werkes entsteht. Dennoch müssen in den USA gemäß des Copyright Acts von 1976 die Vervielfältigungen eines Werkes, das vor 1978 veröffentlicht wurde, nach wie vor mit dem Copyright-Vermerk versehen werden. Zusätzlich müssen zwei Kopien eines Werkes im Copyright Office der Library of Congress hinterlegt werden.

In den USA bietet das US-amerikanisches Unternehmen Copyright Clearance Center Unternehmen und Akademikern Urheberrechtslizenzierungsdienste für ihr urheberrechtlich geschütztes Material. Sie erhalten hier Beratung der können den Urheberrechtsschutz überwachen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Urheberrecht und Copyright?

Das Urheberrecht ist auf den Schutz eines Werkes und dessen Urheber ausgerichtet, während das Copyright die wirtschaftlichen Interessen des Rechteinhabers, der nicht mit dem Schöpfer identisch sein muss, an der Verwertung eines Werkes schützt.

Laut der der Berner Übereinkunft, einem internationalen Urheberrechtsabkommens, entsteht der Urheberschutz in den meisten westlichen Industriestaaten ohne Anmeldung oder Registrierung. Zwischen dem angloamerikanischen Copyright und dem deutschen Urheberrecht bestehen dennoch erhebliche Unterschiede. Der Copyright-Vermerk bezieht sich auf Rechte, die es so im deutschen Recht nicht gibt und berücksichtigt in der Regel den Rechteinhaber und nicht den Urheber eines Werkes.

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Was schützt das Urheberrecht?

Das deutsche Urheberrecht besagt, dass derjenige, der ein Werk geschaffen hat, der Urheber eines Werkes ist. Dieses Recht entsteht automatisch, steht ausschließlich dem Schöpfer zu und kann nicht im Gegensatz zum Copyright nicht übertragen werden. Das Urheberrecht umfasst den Schutz des geistigen Eigentums sowohl in materieller als auch in ideeller Hinsicht. Geschützt sind literarische, künstlerische sowie wissenschaftliche Werke, sofern es sich um eigene geistige Schöpfungen handelt.

Bis zum Beweis des Gegenteils ist derjenige, der ein Werk als sein eigenes kennzeichnet, Urheber des Werks. Man spricht hier von der Vermutung der Urheber- oder Rechteinhaberschaft (§10 UrhG). Der Urheber hat das Recht, zu bestimmen, ob sein Werk mit einer Urheberbezeichnung gekennzeichnet werden muss und in welcher Form. Wer über das Urheberrecht verfügt, hält gleichzeitig Rechte an der Nutzung- und Verwertung seines Werkes.

Zusätzlicher Schutz vor Urheberrechtsverletzungen

Obwohl das Urheberrecht automatisch entsteht und nicht angemeldet werden muss, solltest Du Dein geistiges Eigentum auf anderem Wege schützen, um bei Rechtsstreitigkeiten einen eindeutigen Beweis für Deine Urheberschaft vorlegen zu können.

Die einfachste Variante ist, Dein Werk zu kopieren und per Einschreiben an Dich selbst zu schicken. Damit dokumentierst Du den Zeitpunkt der Entstehung Deines Werkes und kannst bei Nachahmung belegen, dass Du der tatsächliche Urheber bist. Ob das Einschreiben vor Gericht ausreichend Beweiskraft hat, ist allerdings fraglich. Alternativ kannst Du das Einschreiben ungeöffnet bei einem Anwalt oder Notar hinterlegen.

Das wirksamste Mittel ist die notarielle Beglaubigung Deines Werkes und damit Deiner Urheberschaft. Mithilfe des Prioritätsnachweises schützt Du Deine Ideen und Werke wirksam vor der Verletzung Deiner Urheberrechte. Dazu überreichst Du dem Notar eine Kopie deines Werkes und erhältst im Gegenzug eine Urkunde, die den Zeitpunkt der Entstehung dokumentiert und Dich als Urheber eines Werkes ausweist. Diese Urkunde dient im Streitfall als offizieller Nachweis Deiner Urheberschaft.

Im Zuge der Digitalisierung bieten viele Anwaltskanzleien auch die Möglichkeit an, Deinen Anspruch auf das Urheberrecht online zu dokumentieren. Das ist zwar zeitgemäß, birgt aber auch das Risiko von Fälschungen beispielsweise durch die Veränderung des Zeitstempels.

Was bedeutet „Alle Rechte vorbehalten“?

Der Satz „Alle Rechte vorbehalten“ (eng.: All rights reserved) wird im angloamerikanischen Recht urheberrechtlichen Werken beigefügt. Dieser Zusatz sagt aus, dass ein Werk zwar verkauft werden kann, Du Dir aber vorbehältst, die Rechte, die Du als Urheber besitzt, zu behalten und nicht auf den Käufer zu übertragen. Diese Kennzeichnung ist beispielsweise sinnvoll für Anbieter von Software.

Wer sein Urheberrecht behalten möchte, aber gleichzeitig Dritten gestatten möchte, sein Werk Weise zu kopieren, zu verbreiten oder anderweitig zu nutzen, kann sich einer sogenannten Creative-Commons-Lizenz bedienen. Dabei handelt es sich um standardisierte Lizenzverträge, mit denen Urheber der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können. Zusätzlich kann festgelegt werden, ob und inwieweit ein Werk im Rahmen einer solchen Nutzung verändert werden darf. Diese Verträge werden von Creative Commons (CC), einer Non-Profit-Organisation, zur Verfügung gestellt, um Rechteinhaber, die über keinen juristischen Hintergrund verfügen, Hilfestellung zu leisten.

Ist es trotzdem sinnvoll, den Copyright-Vermerk zu verwenden?

In Deutschland dient das Urheberrecht maßgeblich dem Schutz Deines geistigen Eigentums. Die Copyright-Angabe hat hier rein rechtlich keine Bedeutung. Du darfst das Copyright-Zeichen © aber trotzdem in Deutschland verwenden. Die Verwendung ist allerdings nur dann ratsam, wenn Du auch tatsächlich über das Urheberrecht eines Werkes verfügst.

Wird Dein Werk unerlaubt verwendet, hast Du gemäß § 97 UrhG das Recht, Schadensersatz zu verlangen. Allerdings musst Du dem Beschuldigten dafür nachweisen, dass er zumindest fahrlässig gehandelt hat. Als fahrlässige Handlung kann ihm ausgelegt werden, Dein Werk trotz eines Hinweises auf ein Urheberrecht verbreitet oder genutzt zu haben.

Insbesondere im Internet macht es daher Sinn, Werke mit dem Copyright-Hinweis zu versehen, um so der unrechtmäßigen Verwendung vorzubeugen. Der Copyright-Hinweis bietet Dir zwar keine rechtliche Grundlage gegen Verstöße vorzugehen, kann aber durchaus der Abschreckung und damit der Sicherung Deiner eigenen Ansprüche dienen.

Wenn Du ein Werk mit einem Urheberrechts- oder Copyright-Vermerk kennzeichnest, gestalte diesen so ausführlich wie möglich. Neben Deinem Namen und dem Entstehungsdatum eines Werkes kannst Du konkretisieren, welche Inhalte genau geschützt sind.

Beispieltext Website: Copyright 2020 – Urheberrechtshinweis

Die Inhalte auf dieser Website insbesondere Texte, Bilder und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei Max Mustermann und dürfen ohne ausdrücklich Genehmigung durch den rechteinhaber nicht verwendet werden.  Wer gegen das Urheberrecht verstößt macht sich nach §§ 106 ff UrhG strafbar, wird kostenpflichtig abgemahnt und muss gemäß § 97 UrhG Schadensersatz leisten.

Marken- und Patentrechte

Rechte an Markennamen, Logos und Patenten entstehen im Vergleich zu Urheberrechten nicht automatisch, sondern müssen angemeldet und beantragt werden. In Deutschland ist das Deutsche Patent und Markenamt (DPMA) zuständig.

Ist Dein Unternehmen international tätig, kannst Du Deinen Firmennamen auch im Ausland schützen. Den Markenschutz innerhalb der EU, die sogenannte Unionsmarke, erhältst Du beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (European Union Intellectual Property Organization, kurz EUIPO). Trademarks für den Markenschutz im nicht europäischen Ausland beantragst Du bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, kurz WIPO).

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