Rechtsformen von Unternehmen im Überblick

Bei der Gründung eines Unternehmens gibt es viele Aspekte, die du beachten musst. Zu den Grundlagen der Planung gehört auch die Festlegung der sogenannten Rechtsform des Unternehmens.

Das Wichtigste zu Rechtsformen

Bei der Gründung eines Unternehmens spielt die Rechtsform eine entscheidende Rolle.
Sie ist die Basis für Deinen Geschäftserfolg, denn sie hat Auswirkungen auf den Gründungsprozess, die Gründungsformalitäten und die Gründungskosten.
Zudem gelten für die unterschiedlichen Rechtsformen von Unternehmen verschiedene Regelungen in Bezug auf das Steuerrecht, Handelsrecht, Haftungsfragen, die Höhe des notwendigen Stammkapitals oder die Art der Buchführung.
Entsprechend muss Deine Entscheidung sorgfältig überlegt sein und bestmöglich zu Deinem Gründungsvorhaben passen.

Einzelunternehmen

GmbH

UG

AG

GbR

OHG

KG

Kleingewerbe

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Was sind Rechtsformen von Unternehmen?

      Die Rechtsform eines Unternehmens stellt den gesetzlichen Rahmen dar, in dem Unternehmen am Markt agieren. Dabei hat die Rechtsformwahl erheblichen Einfluss auf steuerrechtliche, betriebswirtschaftlich und haftungsrechtliche Aspekte. Je nach Wahl der Rechtsform sind Unternehmen zudem zu Mitgliedschaften beispielsweise in der Industrie- und Handelskammer oder den Handwerkskammern sowie zum Eintrag des Unternehmens in das Handelsregister verpflichtet. Die Wahl der passenden Rechtsform ist entscheidend in Bezug auf:

      • die Größe eines Unternehmens
      • die Anzahl der Gründer
      • dem Kapitalbedarf eines Unternehmens (bspw. Stammkapital)
      • die Haftung der Gesellschafter
      • die Aufnahme weiterer Gesellschafter
      • die Rechte und Pflichten der Geschäftsführung
      • die Mitbestimmung im Unternehmen
      • die Rechnungslegung im Unternehmen
      • die Publizitätspflichten eines Unternehmens
      • steuerrechtliche Fragen
      • gewerberechtliche Fragen
      • die Börsenfähigkeit eines Unternehmens

      Grundsätzlich sind Gründer in der Wahl der Rechtsform frei, sofern ihr Gründungsvorhaben sich innerhalb der jeweils geltenden Bestimmungen bewegt. Ausnahme bilden Unternehmen, die aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit bei der Rechtsformwahl gesetzlich eingeschränkt sind. Hierzu zählen beispielsweise Bausparkassen, Hypothekenbanken oder Versicherungsgesellschaften.

      Übersicht: Rechtsformen auf einen Blick

      RechtsformTeam- oder EinzelgründungGewerblich oder freiberuflichHaftungNotwendiges Stammkapital
      EinzelunternehmenEinzelgewerblich oder freiberuflichunbeschränkte persönliche Haftung0 Euro
      OHG
      (Offene Handelsgesellschaft)
      Teamgewerblichunbeschränkte persönliche Haftung




      0 Euro
      KG
      (Kommandit-
      gesellschaft)
      Teamgewerblichunbeschränkte persönliche Haftung




      0 Euro
      GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)Teamgewerblich oder freiberuflichunbeschränkte persönliche Haftung




      0 Euro
      GmbH & Co. KG
      (Gesellschaft mit beschränkter
      Haftung & Compagnie Kommandit-
      gesellschaft)
      Teamgewerblichunbeschränkte persönliche Haftung




      0 Euro
      AG & Co. KG
      (Aktiengesellschaft &
      Compagnie Kommandit-
      gesellschaft)
      Teamgewerblichunbeschränkte persönliche Haftung




      0 Euro
      AG
      (Aktiengesellschaft)
      Teamgewerblichbeschränkte
      Haftung
      50.000 Euro
      Ein-Personen-AGEinzelgewerblichbeschränkte
      Haftung
      50.000 Euro
      GmbH
      (Gesellschaft mit beschränkter
      Haftung)
      Teamgewerblichbeschränkte
      Haftung
      25.000 Euro*
      Ein-Personen-GmbHEinzelgewerblichbeschränkte
      Haftung





      25.000 Euro
      UG
      (Unternehmer-
      gesellschaft
      haftungsbeschränkt)
      Teamgewerblichbeschränkte
      Haftung
      1 Euro
      Ein-Personen-UG haftungsbeschränktEinzelgewerblichbeschränkte
      Haftung
      1 Euro
      KGaA
      (Kommandit-
      gesellschaft
      auf Aktien)
      Teamgewerblichpersönliche
      Haftung
      50.000 Euro
      PartG
      (Partnergesellschaft)
      Teamfreiberuflichgesamtschuldnerisch
      und persönlich
      0 Euro
      PartG mbB
      (Partnerschafts-
      gesellschaft
      mit beschränkter Berufshaftung)
      Teamfreiberuflichauf die Versicherungs-
      summe einer Berufshaftpflicht-versicherung beschränkt
      0 Euro
      *Theoretisch und in der Praxis besteht die Möglichkeit, bereits mit 12.500 Euro Stammkapital zu gründen. In diesem Fall besteht aber eine persönliche Haftung auf die verbleibenden 12.500 Euro bis zur Einzahlung.

      Unterschied Gewerbetreibender und Freiberufler

      Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Gewerbetreibenden und dem Freiberufler. Die entscheidenden Unterschiede liegen im Steuerrecht sowie in der Zugangsberechtigung.
      Um Dich als Freiberufler anzumelden, musst Du eine Tätigkeit ausüben, die gemäß § 18 Einkommensteuergesetz (EStG) zu den freien Berufen zählen.

      Bei diesen sogenannten Katalogberufen handelt es sich um selbstständig ausgeübte

      • wissenschaftliche,
      • künstlerische,
      • schriftstellerische,
      • unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten,

      die selbstständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe, für die eine besondere Qualifikation nachgewiesen werden muss. Wird Deine Tätigkeit vom Finanzamt als freier Beruf anerkannt, bist Du von der Anmeldung beim Gewerbeamt und damit von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit.

      Partnergesellschaften

      Das deutsche Gesellschaftsrecht sieht mit der Partnerschaftsgesellschaft (PartG) und der Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB) eine besondere Rechtsform zur Unternehmensgründung vor, die ausschließlich Freiberuflern offen steht.

      Wer keine freie Tätigkeit ausübt, zählt zu den Gewerbetreibenden. Damit bist Du gewerbesteuerpflichtig und musst Dein Unternehmen vor Aufnahme Deiner Tätigkeit beim zuständigen Gewerbeamt anmelden, um einen Gewerbeschein zu erhalten. Rechtsgrundlage ist die Gewerbeordnung (GewO).

      Als Gewerbe wird jede wirtschaftliche Tätigkeit bezeichnet, die mit der Absicht, dauerhaft Gewinne zu erzielen, auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung ausgeführt wird. Diese Absicht verfolgen Freiberufler natürlich auch. Der Unterschied ist, dass sie ihre Gewinne weder durch die Herstellung von Produkten noch ihrem Verkauf erzielen und kein Warenaustausch stattfindet.

      Rechtsformen von Unternehmen in Deutschland

      Wer ein Unternehmen gründen will, beschäftigt sich also zunächst mit den möglichen Rechtsformen für Unternehmen, um zu entscheiden, welche am besten zum eigenen Gründungsvorhaben passt. Grob werden die verschiedenen Rechtsformen in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterteilt, die sich in ihren steuerrechtlichen, betriebswirtschaftlichen, haftungsrechtlichen und formalen Anforderungen an die Gründer voneinander unterscheiden.

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      Rechtsformen, um ein Einzelunternehmen zu gründen

      Gründest Du ein Einzelunternehmen, befindet sich Dein Unternehmen vollständig in Deinem alleinigen Besitz. Du hast Du den alleinigen Anspruch auf alle anfallenden Gewinne und Verluste, trägst aber als natürliche Person auch das alleinige Risiko. Das heißt, Du haftest in vollem Umfang und auch mit Deinem Privatvermögen. Der formale Aufwand für die Gründung ist vergleichsweise gering. Das Gleiche gilt für die Gründungskosten. Im laufenden Betrieb musst Du Zahlungen der Einkommensteuer, der Umsatzsteuer und der Gewerbesteuer berücksichtigen.

      Bei Einzelunternehmen handelt es sich entweder um Freiberufler oder um Kaufleute. Einzelunternehmer, die als Kaufmann oder Kauffrau in das Handelsregister eingetragen sind, erkennst Du an der Bezeichnung eingetragener Kaufmann (e. K.) oder eingetragene Kauffrau bzw. Einzelkaufmann oder Einzelkauffrau. In diesem Fall unterliegen sie den Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB).

      Kleingewerbe

      Bei einem Kleingewerbe handelt es sich nicht um eine eigene Rechtsform. Im Gegensatz zum „normalen“ Gewerbe weist das Kleingewerbe keine Kaufmannseigenschaft auf. Das bedeutet, dass Art oder Umfang eines Unternehmens keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern. Willst Du ein Kleingewerbe, beispielsweise einen Kiosk oder eine kleine Eisdiele betreiben, eignen sich die Gründung eines Einzelunternehmens oder einer GbR.

      Haftungsbeschränkung für Einzelunternehmer

      Möchtest Du als Einzelunternehmer gründen, aber Dein Haftungsrisiko beschränken, stehen Dir weitere Rechtsformen für die Unternehmensgründung offen:

      • Ein-Personen-UG (haftungsbeschränkt)
      • Ein-Personen-GmbH
      • Ein-Personen-AG

      Die Ein-Personen-UG (haftungsbeschränkt) ist eine Sonderform der GmbH und kann auch von nur einer Person gegründet werden. Der Vorteil gegenüber der GmbH ist, dass Du für die Gründung nur 1 Euro Stammkapital aufbringen musst. Gleichzeitig profitierst Du von der Haftungsbeschränkung, da bei der Gründung eine juristische Person entsteht und damit bei der Haftung nicht der Gründer als Einzelperson, sondern das Vermögen der UG im Vordergrund steht.

      Die Ein-Personen-GmbH verbindet quasi die Vorzüge eines Einzelunternehmens mit der Haftungsbeschränkung einer GmbH. Für die Gründung und Führung gelten im Grunde die gleichen Bedingungen wie für die GmbH, mit dem Unterschied, dass es in der Ein-Personen-GmbH nur einen bestimmenden Gesellschafter gibt. Allerdings musst Du für die Gründung ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro aufbringen.

      Das Gleiche gilt für die Ein-Personen-AG. Allerdings sind hier die Gründungsformalitäten und die laufenden Pflichten deutlich aufwendiger und mit hohen Kosten verbunden. Du benötigst für die Gründung Stammkapital in Höhe von mindestens 50.000 Euro und musst weitere Kosten für Notare, Gerichte, Hauptversammlung, Prüfung und Publikation der Jahresabschlüsse sowie die Einführung und Sicherung der Aktien einplanen.

      Rechtsformen, um eine Personengesellschaft zu gründen

      Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Fokus. Für eine Gründung werden mindestens zwei natürliche oder juristische Personen als Gesellschafter benötigt. Alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Eine Kapitaleinlage ist üblich, aber keine Voraussetzung. Die Grundlage dieser Unternehmensform stellt ein formfreier Gesellschaftsvertrag dar.

      Zu den Personengesellschaften zählen die

      • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
      • Kommanditgesellschaft (KG)
      • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
      • Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG)
      • Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG)
      • Stille Gesellschaft

      Bei der Buchhaltung wird zwischen den unterschiedlichen Formen von Personengesellschaften unterschieden: Für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend. Personengesellschaften wie die OHG, KG, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. OHG, die im Handelsregister eingetragen sind, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.

      Personengesellschaften sind umsatz- und gewerbesteuerpflichtig. Ausnahme sind Freiberufler, die sich zu einer GbR zusammenschließen: Hier gilt die Befreiung von der Gewerbesteuerpflicht. Bei der Einkommensteuer und der Erbschaftssteuer werden die Gesellschafter anteilig besteuert.

      Rechtsformen, um eine Kapitalgesellschaft zu gründen

      Bei Kapitalgesellschaften steht bei der Unternehmensgründung das hinterlegte Kapital im Vordergrund. Im Vergleich zu Personengesellschaften oder Einzelunternehmen besteht diesen Rechtsformen für Unternehmen eine strikte Trennung zwischen der Gesellschaft als eigenständige juristische Person und ihren Gesellschaftern. Entsprechend haften Kapitalgesellschaften ausschließlich mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Ausnahme bildet die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Hier haftet der Komplementär unbeschränkt und persönlich.

      Zu den Kapitalgesellschaften zählen die Rechtsformen

      • Aktiengesellschaft (AG)
      • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
      • Unternehmergesellschaft (UG)
      • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

      Die Kapitalgesellschaft hat Rechte und Pflichten, kann Vermögen besitzen und unter dem Firmennamen klagen und verklagt werden. Zur Gründung sind mindestens zwei natürliche oder juristische Personen notwendig. Ausnahme bilden die Ein-Personen-GmbH bzw. die Ein-Personen-UG und die Ein-Personen-AG.

      Eine Kapitaleinlage ist Voraussetzung. Ihre Höhe variiert je nach Gesellschaftsform zwischen 1 und 50.000 Euro. Kapitalgesellschaften sind handelsregisterpflichtig, sie sind zur doppelten Buchführung verpflichtet sowie zur Erstellung von Jahresabschlüssen und deren Veröffentlichung in elektronischer Form beim Bundesanzeiger.

      Neben Umsatzsteuer und Gewerbesteuer sind auch Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer relevant. In der GmbH bestimmen die Gesellschafter die Geschäftsführung. Hierbei kann es sich auch um einen der Gesellschafter handeln. In der AG übernimmt der Vorstand, der vom Aufsichtsrat bestellt wird, die Geschäftsführung. Die Gewinn- und Verlustverteilung erfolgt bei Kapitalgesellschaften immer anteilig, abhängig vom eingebrachten Kapital der Gesellschafter.

      GmbH und UG in Gründung

      Die GmbH gilt erst mit Eintrag in das Handelsregister als gegründet. Bis dahin besteht sie als eine Art Vorgesellschaft, die Vor-GmbH oder auch GmbH in Gründung (GmbH i. G.). Das Gleiche gilt für die UG, auch Mini-GmbH genannt. Bis zum Eintrag in das Handelsregister firmiert sie als UG in Gründung (UG i. G.).

      Sonderfall eingetragene Genossenschaft (eG)

      Bei einer eingetragenen Genossenschaft (eG) handelt es sich um einen wirtschaftlichen Zusammenschluss, bei dem Wissen und Know-how miteinander geteilt werden, um leichter Aufträge zu erhalten und somit seine Chancen im Markt zu verbessern. Ihr Zweck ist gesetzlich vorgeschrieben: Die Genossenschaft soll den „Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale und/oder kulturelle Belange“ fördern.

      Obwohl die im Handelsgesetzbuch ergänzenden Vorschriften für eingetragene Genossenschaften im Wesentlichen auf die für Kapitalgesellschaften geltenden Regelungen verweisen und sie verpflichtet sind, einen Jahresabschluss bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und Anhang sowie einen Lagebericht aufzustellen und offenzulegen, zählen eingetragene Genossenschaft im engeren Sinne nicht zu den Kapitalgesellschaften.

      Was sind die häufigsten Rechtsformen von Unternehmen in Deutschland?

      Bei insgesamt 3,6 Millionen Unternehmen waren Einzelunternehmen 2019 mit insgesamt 2,17 Millionen die häufigste Rechtsform für Unternehmen in Deutschland. Auf Platz zwei stehen Kapitalgesellschaften (circa 760.000 Unternehmen), Platz drei belegen Personengesellschaften mit rund 400.000 Unternehmen (Quelle: Statista).

      Vor- und Nachteile von Rechtsformen im Vergleich

      Die verschiedenen Rechtsformen für Unternehmen haben sowohl ihre Vorteile als auch ihre Nachteile.

      Vor- und Nachteile von Einzelunternehmen

      Gründest Du ein Einzelunternehmen, bist Du tatsächlich Dein eigener Herr. Du musst Dich mit niemandem abstimmen und Deine Erfolge und Gewinne mit niemandem teilen. Der Gründungsaufwand, Geschäftsführung und der Aufwand für die Buchhaltung sind vergleichsweise gering, sodass Du mit Deiner Geschäftsidee schnell durchstarten kannst.

      Der Nachteil ist, dass Du mit schwierigen Fragen alleine da stehst. Zudem haftest Du als natürliche Person in einem Einzelunternehmen unbeschränkt und auch mit Deinem Privatvermögen. Fehlentscheidungen oder Fehlinvestitionen können Dir so schnell zum Verhängnis werden.

      Vor- und Nachteile von Personengesellschaften

      Für die Gründung einer Personengesellschaft werden mindestens zwei Personen benötigt. Heißt, Du musst Dich im Zweifel zunächst auf die Suche nach einem geeigneten Geschäftspartner machen. Zudem ist es notwendig, einen Gesellschaftsvertrag aufzusetzen, um zu klären, wer welche Aufgaben übernimmt, wer welche Rechte und Pflichten hat, wie Gewinne und Verluste verteilt werden etc.

      Der Gesellschaftsvertrag ist nicht bei allen Personengesellschaften zwingend notwendig. Allerdings ist es dennoch ratsam, als Rechtsgrundlage die Punkte schriftlich zu klären, um später Ärger zu vermeiden. In Personengesellschaften haften die Gesellschafter unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Dafür muss das Gründungsteam kein Stammkapital auf dem Geschäftskonto einzahlen. Das macht Personengesellschaften allerdings auch unattraktiv für Investoren. Entscheidest Du Dich für eine Personengesellschaft, die in das Handelsregister eingetragen werden muss, kommt zu dem die doppelte Buchführung auf Dich zu.

      Vor- und Nachteile von Kapitalgesellschaften

      Um eine Kapitalgesellschaft zu gründen, benötigst Du ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital. Können Du und Deine Mitgesellschafter das Kapital nicht selbst aufbringen, müsst ihr Euch vor Gründung zunächst auf die Suche nach Investoren begeben. Zudem sind der Gründungsaufwand und die Geschäftsführung vergleichsweise hoch und an zahlreiche gesetzliche Regelungen und Publizitätspflichten gebunden. Dieser Aufwand kann sich allerdings durchaus lohnen: Als juristische Person und mit dem Stammkapital im Hintergrund haftet das Unternehmen nur mit dem Gesellschaftsvermögen.

      Die persönliche Haftung der Gesellschafter entfällt. Gleichzeitig macht das vorhandene Stammkapital diese Rechtsformen zu attraktiven Unternehmen für Investoren. Eine gute Möglichkeit, ohne Stammkapital zu gründen und gleichzeitig Deine Haftung zu beschränken, ist die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt). Allerdings gilt hier eine Ansparpflicht bis 25.000 Euro, die Dich an der Ausschüttung Deiner Gewinne hindert. Hast Du diese Summe erwirtschaftet, musst Du Deine Unternehmen zudem in eine GmbH umwandeln.

      Welche Rechtsform eignet sich für Deine Gründung?

      Welche der Rechtsformen von Unternehmen sich für Deine Gründung eignet, hängt ganz individuell von Deinem Gründungsvorhaben ab. Um Dich für die passende Rechtsform zu entscheiden, musst Du Dir zunächst über einige Fragen klar werden. Gründest Du alleine, eignen sich andere Rechtsformen als für Teamgründungen. Willst Du die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränken, eignet sich die Gründung einer Kapitalgesellschaft. Dazu musst Du aber zunächst einmal das gesetzlich vorgeschriebene Mindeststammkapital aufbringen.

      Hinzu kommen steuerrechtlich und betriebswirtschaftliche Aspekte, die abhängig von der Rechtsform darüber entscheiden, welche Steuerarten für Dich relevant sind und welche Art der Buchführung vorgeschrieben ist. Nicht alle Rechtsformen eignen sich gleichermaßen für Gewerbetreibende und Freiberufler. Einige sind sogar ausschließlich Freiberuflern vorbehalten.

      Checkliste für Deine Rechtsformwahl

      Die folgenden Kriterien sollten Gründer bei der Wahl der Rechtsform für ihr Unternehmen berücksichtigen:

      Hinzu kommt, dass eine Rechtsform, die zum Gründen Deines Unternehmens genau richtig ist, sich später aufgrund von Veränderungen im Unternehmen als nachteilig erweisen kann. Sei vorbereitet, falls ein Wechsel der Unternehmensform notwendig wird und behalte dafür die Entwicklung Deines Unternehmens aufmerksam im Auge, um Deine Entscheidung regelmäßig zu überprüfen.

      Rechtsformen von Unternehmen im Video erklärt

      Häufige gestellte Fragen zu Rechtsformen

      Einzelunternehmen
      Personengesellschaften

      • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
      • Kommanditgesellschaft (KG)
      • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
      • Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG)
      • Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft (AG & Co. KG)
      • Stille Gesellschaft

      Kapitalgesellschaften

      • Aktiengesellschaft (AG)
      • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
      • Unternehmergesellschaft (UG)
      • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

      Der Unterschied liegt im Wesentlichen in der Haftungsbeschränkung und der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitaleinlage.

      Was ist der Unterschied zwischen einer natürlichen und einer juristischen Person?
      Natürliche Personen haften unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen. Ihre Einkünfte unterliegen der Einkommensteuer. Juristische Personen wie Kapitalgesellschaften haften ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Das Unternehmen selbst ist nicht einkommensteuerpflichtig. Seine Einkünfte unterliegen der Körperschaftsteuer.

      Kapitalgesellschaften wie die AG oder die GmbH eignen sich für Investoren. Durch Veröffentlichungen wie einem Jahresbericht oder Ad-hoc-Mitteilungen herrscht Transparenz. Investoren erhalten dadurch einen Eindruck, ob sich ein Investment lohnt. Zudem erhalten sie ein Stimmrecht, dass sie in der Gesellschafterversammlung oder der Hauptversammlung ausüben können, um ihr Investment zu beeinflussen.

      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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