Unternehmer am Schreibtisch besprechen Wichtiges zum GbR Auflösen

GbR auflösen: So wird die GbR abgemeldet

Eine GbR anzumelden ist schnell und problemlos erledigt. Wir erklären Dir, was es bei der Auflösung einer GbR zu beachten gibt.

Das Wichtigste in Kürze

Eine auf Dauer gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts muss unter bestimmten Umständen aufgelöst werden. Die gesetzlichen Auflösungsgründe sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Darüber hinaus können die Gesellschafter auch weitere Gründe im Gesellschaftsvertrag festlegen, bei denen sie die Auflösung der GbR beschließen können. Liegen Auflösungsgründe oder der erforderliche Gesellschafterbeschluss vor, wird die GbR in drei Phasen aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Welche Gründe gibt es für die Auflösung einer GbR?

      Es gibt unterschiedliche Gründe, aus denen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) aufgelöst werden kann oder muss. Einer dieser Auflösungsgründe ist die Kündigung eines Gesellschafters. Die Kündigung muss aber nicht zwangsläufig zur Auflösung der Gesellschaft führen.

      Im Gesellschaftsvertrag kann der Fortbestand der GbR nach Ausscheiden der Gesellschafter bestimmt werden. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die GbR nur fortgesetzt werden, wenn mindestens zwei Gesellschafter in der Gesellschaft verbleiben. Ist dies nicht der Fall, kommt es zur Auflösung der GbR. Die gesetzlichen Auflösungsgründe sind in den §§ 723 - 728 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt.

      Tipp: Mehr Informationen zur Haftung in der GbR findest Du in unserem Ratgeber.

      Kündigung durch Gesellschafter

      Wurde die Dauer der GbR nicht begrenzt, können die Gesellschafter jederzeit ordentlich kündigen. In diesem Fall muss kein Kündigungsgrund angegeben und auch keine gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten werden. Enthält der Gesellschaftsvertrag der GbR eine abweichende Kündigungsfrist, sind die Gesellschafter verpflichtet diese einzuhalten. Sofern der Gesellschaftsvertrag es nicht anders festlegt, erfolgt die Kündigung formfrei. Die Schriftform ist allerdings ratsam. Die Kündigung muss allen vertretungsberechtigten Gesellschafter zugehen.

      Kündigung zu Unzeiten

      Die Gesellschafter haben sich dazu verpflichtet, den Zweck der GbR zu fördern. Erfolgt die Kündigung zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kündigung eines Gesellschafters der Gesellschaft Schaden zufügt, spricht man von einer Kündigung zu Unzeiten. Eine Kündigung zu Unzeiten ist wirksam. Allerdings muss der ausscheidende Gesellschafter für einen möglichen Schaden aufkommen.

      Wurde die GbR auf bestimmte Zeit gegründet, muss ein wichtiger Grund für eine vorzeitige Kündigung vorliegen. Diese liegen beispielsweise vor, wenn Gesellschafter ihren Pflichten nicht nachkommen und der GbR durch vorsätzliches oder grob fahrlässiges Handeln schaden. 

      Kündigung bei Gesellschaft auf Lebenszeit oder fortgesetzter Gesellschaft

      Wurde die GbR für die Dauer der Lebenszeit seiner Gesellschafter gegründet, gelten die gleichen Bestimmungen wie bei einer GbR, die auf unbestimmte Zeit gegründet wurde. Dasselbe gilt für Gesellschaften, die nach Ablauf der bestimmten Zeit stillschweigend fortgesetzt werden.

      Kündigung der GbR durch Pfändungspfandgläubiger

      Im Fall der Zahlungsunfähigkeit eines Gesellschafters können Gläubiger die Pfändung ihres Anteils erwirken. Ist der Schuldtitel nicht bloß vorläufig vollstreckbar, können Gesellschafter ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.

      Auflösung der GbR wegen Erreichens oder Unmöglichwerdens des Zweckes

      Wurde die GbR zu einem bestimmten Zweck gegründet und wurde dieser Zweck erreicht, wird die GbR aufgelöst. Stellt sich heraus, dass der Zweck nicht erreicht werden kann, wird die Gesellschaft ebenfalls aufgelöst.

      Auflösung durch Tod der Gesellschafter

      Sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichende Regelung enthält, wird die Gesellschaft durch den Tod ihrer Gesellschafter aufgelöst.

      GbR Auflösung durch Insolvenz der Gesellschaft oder eines Gesellschafters

      Bei Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder einzelner Gesellschafter wird die GbR mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens entweder über das Vermögen der Gesellschaft oder über das Vermögen ihrer Gesellschafter aufgelöst.

      Zahlungsunfähigkeit der GbR als Gesellschaft 

      Bei drohender Zahlungsunfähigkeit der GbR als Gesellschaft sind die vertretungsberechtigten Gesellschafter dazu verpflichtet, unverzüglich einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht zu stellen. Sieht der Insolvenzverwalter, der im Rahmen des Insolvenzverfahrens vom Amtsgericht eingesetzt wurde, keine Chance auf die Fortführung der GbR, wird die GbR aufgelöst.

      Privatinsolvenz einzelner Gesellschafter  

      Die Privatinsolvenz einzelner Gesellschafter führt in der Regel zur Kündigung und der Pfändung ihrer Gesellschaftsanteile. Ist die GbR in der Lage, die Gesellschaftsanteile der insolventen Gesellschafter aus den Rücklagen der GbR oder durch eigene Mittel auszuzahlen, kann die GbR fortbestehen.

      GbR auflösen per Gesellschafterbeschluss

      Unabhängig von den oben genannten Auflösungsgründen können die Gesellschafter die GbR jederzeit auch per Gesellschafterbeschluss auflösen. Ob für diesen Beschluss die einstimmige Zustimmung oder nur ein Mehrheitsbeschluss erforderlich ist sowie die Form, in der der Auflösungsbeschluss gefasst werden muss, wird im Gesellschaftsvertrag geregelt werden. 

      Phase 1: GbR auflösen

      In der Auflösungsphase fassen die Gesellschafter den Beschluss, die GbR aufzulösen. In der Regel muss dieser Beschluss einstimmig erfolgen. Im Gesellschaftsvertrag kann aber auch ein Mehrheitsbeschluss festgelegt werden. Bei der Gründung der GbR wurde ein Gesellschaftszweck festgelegt. Mit der Beschlussfassung zur Auflösung der GbR ändert sich dieser ursprünglich Zweck. Als sogenannte Abwicklungsgesellschaft verfolgt die GbR jetzt den alleinigen Zweck der Auseinandersetzung und Vollbeendigung der Gesellschaft. Während der Auflösungsphase können die Gesellschafter beschließen, die GbR doch fortzuführen. Erfolgt kein entsprechender Gesellschafterbeschluss, schließt sich der Auflösungsphase die Auseinandersetzung an. 

      Phase 2: Liquidation und Auseinandersetzung

      Wurde die Auflösung der GbR beschlossen, sind alle Gesellschafter unabhängig davon, ob sie vertretungsberechtigt sind, für die Abwicklung der Gesellschaft voranzutreiben. Auch hier können abweichende Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag getroffen oder auch nach der Auflösung einstimmig von den Gesellschaftern beschlossen werden. Vergleichbar mit der Haftung oder der Geschäftsführung in einer GbR wird auch bei der Abwicklung zwischen dem Innen- und dem Außenverhältnis unterschieden: Die Auseinandersetzung regelt die Angelegenheiten der Gesellschafter untereinander, die Liquidation umfasst alle Maßnahmen, die das Außenverhältnis der GbR betreffen. 

      Für die Abwicklung der GbR sind unterschiedliche Schritte in einer geordneten Reihenfolge erforderlich:

      • die Beendigung laufender Geschäfte
      • die Rückgabe überlassener Gegenstände an die Gesellschafter
      • das Begleichen offener Verbindlichkeiten der GbR
      • die Erstattung der von den Gesellschaftern erbrachten Einlagen
      • die Verteilung des Gesellschaftsvermögens

      Durchsetzungssperre

      Bestehen einzelne Ansprüche der Gesellschafter gegen die GbR, ist ihre Durchsetzung während der Abwicklung nicht gestattet. Die Erstellung einer Eröffnungs- und Schlussrechnung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, erleichtert aber den Überblick, welche Gesellschafter noch, welche von der GbR erhalten oder an die GbR zahlen müssen.

      Schritt 1

      Da sich der Zweck der Gesellschaft geändert hat, werden im Außenverhältnis alle laufende Geschäfte schnellstmöglich beendet. Neue Verträge dürfen nur geschlossen werden, wenn sie der Vollbeendigung der GbR dienen. 

      Schritt 2

      Gegenstände, die der GbR von den Gesellschaftern zur Benutzung überlassen wurden und nicht zum Gesellschaftsvermögen zählen, werden zurückgegeben. Überlassene Gegenstände, die zur Abwicklung der GbR noch benötigt werden, verbleiben bis zur Vollbeendigung in der Gesellschaft. Wurde eine Überlassung nach Wert vereinbart, können die Gesellschafter auch die Rückgabe in Geld verlangen. Diese Beträge werden aus dem vorhandenen Gesellschaftsvermögen erstattet.

      Schritt 3

      Im Rahmen der Liquidation werden die Schulden der Gesellschaft gegenüber Dritten aus den liquiden Mitteln beglichen. Reichen die liquiden Mittel nicht aus, muss das noch vorhandene Gesellschaftsvermögen in Geld umgewandelt werden. Können die Verbindlichkeiten damit immer noch nicht vollständig bedient werden, müssen die Gesellschafter für die Begleichung der Schulden aufkommen. Sofern der Gesellschaftsvertrag hier keine abweichende Regelung enthält, tragen alle Gesellschafter den Verlust zu gleichen Teilen. 

      Die Gläubiger haben keine Möglichkeit der Art der Abwicklung zu widersprechen. Sie sind durch die persönliche Haftung der Gesellschafter aber ausreichend geschützt.

      Schritt 4

      Im Anschluss an die Tilgung der Schulden werden den Gesellschafter ihre geleisteten Einlagen rückerstattet. Für Einlagen, die als Sachwerte eingebracht wurden, wird ein Wertersatz aus den liquiden Mitteln geleistet. Reichen die liquiden Mittel nicht aus, wird auch hier zunächst das noch vorhandene Gesellschaftsvermögen herangezogen. Ist das immer noch nicht ausreichend, besteht auch hier die Nachschusspflicht für die Gesellschafter. Besteht der Anspruch auf Wertersatz, wird dieser mit dem Anteil am Verlust der Gesellschafter verrechnet.

      Schritt 5

      Der Überschuss, der nach der Begleichung der Schulden und der Rückerstattung der Einlagen an die Gesellschafter noch vorhanden ist, wird an die Gesellschafter verteilt. Sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichende Verteilung vorsieht, erfolgt diese nach Köpfen. Alternativ ist die Verteilung nach Anteilen denkbar. Gegenstände werden soweit möglich ebenfalls zu gleichen Teilen oder wie im Gesellschaftsvertrag vereinbart unter den Gesellschafter aufgeteilt. Lassen sie sich nicht aufteilen, können sie verkauft werden und der Erlös wird verteilt. Alternativ können die Gesellschafter die Gegenstände auch gegen einen anteiligen Wertausgleich übernehmen.

      Hinweis: Mehr zum Thema Steuern in der GbR findest Du in unserem Ratgeber.

      Phase 3: Vollbeendigung der GbR

      Die Rechtsfähigkeit der GbR erlischt mit Abschluss ihrer Abwicklung. Bestehen am Ende noch Schulden, haften die Gesellschafter persönlich mit ihrem privaten Vermögen. Um unnötige Zahlungen zu vermeiden, sollte die GbR nach Vollbeendigung bei den Behörden (Gewerbeamt, Finanzamt) sowie bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer vollständig abgemeldet werden. Hat die GbR eigene Mitarbeitende beschäftigt, wird auch die Krankenkasse, über die die Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden, über die Auflösung der GbR informiert.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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