Personen besprechen am Tablet die GbR Steuern für ihr Unternehmen

Steuern in einer GbR: Wie wird die GbR besteuert?

Bei der Frage, welche Steuern für die GbR relevant sind, wird die Gesellschaft getrennt von ihren Gesellschaftern betrachtet. Darauf ist bei der Besteuerung einer GbR zu achten.

Das Wichtigste in Kürze

Eine gewerbliche GbR ist verpflichtet, die Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zu entrichten. Die Gesellschafter der GbR müssen zudem ihre Einnahmen in ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung versteuern. Schließen sich Freiberufler zu einer GbR zusammen, wird keine Gewerbesteuer fällig. Beschäftigt die GbR eigene Mitarbeitende, muss sie entsprechend die Lohnsteuer an das Finanzamt abführen.

Inhaltsverzeichnis GbR Steuern

    Inhaltsverzeichnis

      Welche Steuern müssen in einer GbR gezahlt werden?

      In einer kaufmännisch handelnden GbR mit zusätzlichen Angestellten fallen folgende Steuern an:

      Zusatz: Erwirbt die GbR mit dem Gesellschaftsvermögen ein Grundstück, entsteht die Grunderwerbsteuer. Das Gleiche gilt für die Veräußerung von Grundstücken aus dem Gesellschaftsvermögen oder wenn ein Grundstück aus dem Besitz der GbR in das Eigentum eines Gesellschafters übergeht.

      Gewerbesteuer in der GbR

      In Deutschland sind alle Gewerbetreibenden dazu verpflichtet, Gewerbesteuer zu bezahlen. Die GbR wird beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet, das das zuständige Finanzamt über die Gründung der GbR informiert.

      Die Gewerbesteuer wird direkt an die Gemeinde gezahlt. Die Höhe der Steuer hängt vom Gewinn der GbR und dem jeweiligen Gewerbesteuerhebesatz der zuständigen Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, ab. Bis zu einem Freibetrag von 24.500 € fällt keine Gewerbesteuer an.

      Die GbR ist dazu verpflichtet, die Gewerbesteuererklärung einmal im Jahr abzugeben. Stichtag ist der 31. Juli. Die Fälligkeit der Gewerbesteuer erfolgt in Form von vierteljährlichen Vorauszahlungen. 

      Freiberufler sind von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit. Entsprechend sind auch Zusammenschlüsse von Angehörigen der freien Berufe zu einer GbR nicht gewerbesteuerpflichtig.

      Unterschied freiberufliche und gewerbliche Tätigkeit

      Im Unterschied zu Gewerbetreibenden zeichnen sich Freiberufler dadurch aus, dass sie oder er weder etwas herstellt noch verkauft und somit kein Warenaustausch stattfindet. Um als Freiberufler zu arbeiten, ist also die Tätigkeit, die ein Selbstständiger ausübt, entscheidend. Welche Tätigkeiten zu den freien Berufen, den sogenannten Katalogberufen, zählen, regelt § 18 Einkommensteuergesetz (EStG). Wird eine selbstständig ausgeübte Tätigkeit vom Finanzamt als freier Beruf anerkannt, sind Selbstständige von der Anmeldung beim Gewerbeamt und damit von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit.

      Übt ein Zusammenschluss von Selbstständigen neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit auch eine gewerbliche Tätigkeit aus, wird dadurch der gesamte Gewinn der Gesellschaft als Einkunft aus einem Gewerbebetrieb betrachtet. In diesem Fall wird gemäß der sogenannten Abfärbetheorie die Gewerbesteuer nicht nur auf die gewerblichen Einkünfte, sondern auf die gesamten Einkünfte erhoben.

      Umsatzsteuer in der GbR

      Die GbR ist dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer für Lieferungen und Leistungen in Höhe von 19 % oder zum ermäßigten Satz von 7 % an das Finanzamt abzuführen. In ihren Rechnungen muss die Umsatzsteuer separat ausgewiesen werden. Die ausgewiesene Steuer wird von der GbR direkt an das Finanzamt weitergeleitet. Damit bleibt die Steuer ergebnisneutral. Entsprechend ist die GbR bei Ausgaben für das eigene Unternehmen auch berechtigt, die Vorsteuer geltend zu machen. Das bedeutet, die von ihr gezahlte Umsatzsteuer wird ihr in voller Höhe im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung vom Finanzamt erstattet.

      Abhängig von der Höhe der Steuerlast muss die GbR entweder monatlich oder quartalsweise eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben.

      Befreiung von der Umsatzsteuer

      Hat die GbR im vergangenen Kalenderjahr weniger als 22.000 € erwirtschaftet und wird im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich einen Gesamtumsatz von 50.000 € nicht überschreiten, kann sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und sich von der Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Nimmt die GbR die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, kann sie entsprechend keine Vorsteuer geltend machen.

      Lohnsteuer

      Beschäftigt die GbR eigene Angestellte, ist sie verpflichtet, monatlich die Lohnsteuer für die Gehälter ihrer Mitarbeitenden an das Finanzamt abzuführen. Die Lohnsteuer gilt als Vorauszahlung für die Einkommensteuer. Als Frist gilt hier jeweils der 10. des Folgemonats.

      Wie werden die Gesellschafter besteuert?

      Als Personengesellschaft verfügt die GbR über keine eigene Rechtspersönlichkeit und unterliegt selbst nicht der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer. Die Gewinne der GbR werden im Anschluss an die Gewinnfeststellung den jeweiligen Gesellschaftern in Höhe des ihnen zustehenden Anteils zugeordnet und persönlich von ihnen in ihrer Einkommensteuererklärung mit ihrem individuellen Steuersatz versteuert. Die Besteuerung erfolgt unabhängig davon, ob die Gewinne in der GbR verbleiben oder entnommen werden. Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer, die mit Frist bis spätestens 31. Juli des Folgejahres eines Steuerjahres gezahlt werden muss.

      Handelt es sich bei einem Gesellschafter um eine juristische Person, unterliegen die Gewinne der Körperschaftsteuer. Die Körperschaftsteuererklärung muss jedes Jahr bis zum 31. Juli beim zuständigen Finanzamt abgegeben werden.

      Tipp: Mehr zum Thema der Haftung einer GbR, erfährst Du in unserem Ratgeber.

      Gewinnfeststellung und Besteuerung einer GbR

      Gewinnfeststellung in der GbR

      Der maßgebliche zu versteuernder Gewinn der GbR wird je nach Höhe des Umsatzes mithilfe einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder anhand der Bilanz einer GbR ermittelt.  

      Gewinnverteilung in der GbR

      Sofern im Gesellschaftsvertrag der GbR keine gesonderte Vereinbarung getroffen wurde, erfolgt die anteilige Gewinnbeteiligung der GbR-Gesellschafter. Die entsprechenden Gewinnanteile müssen sich in den persönlichen Steuererklärungen der Gesellschafter wiederfinden.

      Anmeldung der GbR beim Finanzamt

      Die Gründung einer GbR muss beim zuständigen Finanzamt angezeigt werden. Dazu wird der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt. Der ausgefüllte und von allen Gesellschaftern unterschriebene Fragebogen wird zur Anmeldung zusammen mit den Personalausweisen sämtlicher Gesellschafter sowie einer Kopie des Gesellschaftsvertrages – sofern vorhanden – vorgelegt.

      Im Anschluss erhält die GbR eine Steuernummer. Für ihre Steuererklärung gibt die GbR ein Formular zur einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung beim zuständigen Finanzamt ab, das die jeweiligen Gewinnanteile der Gesellschafter enthält. 

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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