Person unterzeichnet Gesellschaftsvertrag GmbH

Gesellschaftsvertrag der GmbH: Alles Wichtige im Überblick

Für die GmbH ist ein schriftlich erstellter Gesellschaftsvertrag erforderlich. Wir erklären, was der GmbH-Vertrag beinhaltet und welche Regelungen wichtig sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Kapitalgesellschaften ist ein schriftlicher, notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag erforderlich, der von allen Gesellschafter unterschrieben werden muss.
  • Der Gesellschaftsvertrag der GmbH regelt die Beziehungen im Innen- und Außenverhältnis der Gesellschaft.
  • Laut GmbH-Gesetz sind bestimmte Mindestangaben erforderlich.
  • In der Praxis ist der Inhalt des Vertrages jedoch meist wesentlich umfangreicher.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Form des Gesellschaftsvertrags: Was ist wichtig?

      Das GmbH-Gesetz verpflichtet die Gesellschafter einer GmbH, einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag zu erstellen. Der Vertrag muss von allen Gesellschaftern unterzeichnet und anschließend notariell beglaubigt werden. 

      Bei einer Gründung einer GmbH mit nur drei Gesellschaftern und nur einem Geschäftsführer kann ein Musterprotokoll verwendet werden. Darin dürfen keine vom Gesetz abweichenden Bestimmungen getroffen werden. Größere Gesellschaften erstellen mithilfe eines Anwalts oder Notars einen individuellen Gesellschaftsvertrag, der auf die Besonderheiten des Unternehmens abgestimmt ist. 

      Was steht im Gesellschaftsvertrag einer GmbH?

      Der Gesellschaftsvertrag einer GmbH muss gemäß § 3 des GmbH-Gesetzes (GmbHG) mindestens die folgenden Punkte regeln:

      • Name und Sitz der Gesellschaft
      • Unternehmensgegenstand
      • Stammkapital und Stammeinlagen
      • die Zahl und die Nennbeträge der Geschäftsanteile, die jeder Gesellschafter gegen Einlage auf das Stammkapital (Stammeinlage) übernimmt

      Unterschied Innen- und Außenverhältnis

      Das Innenverhältnis regelt die Beziehungen der Gesellschafter untereinander sowie die Beziehungen zwischen den Gesellschafter und der Geschäftsführung. Dazu zählen insbesondere Pflichten zur ordnungsgemäßen Buchführung und Bilanzierung oder Kompetenzregelungen. Das Außenverhältnis regelt die Beziehungen der Gesellschaft zu Dritten wie Kund oder Geschäftspartnern. Allerdings gelten hier in erster Linie die gesetzlichen Vorschriften.

      Gegenstand des Unternehmens

      Bei der Eintragung in das Handelsregister spielt der Unternehmensgegenstand eine wesentliche Rolle. Zum einen informiert er über die Geschäftstätigkeit der GmbH. Zum anderen ist er die Grundlage für die Beurteilung, ob die GmbH eine erlaubnispflichtige Tätigkeit ausübt und entsprechende Nachweise benötigt. Zudem begrenzt der Unternehmenszweck auch den Handlungsbereich der Geschäftsführung im Innenverhältnis.

      Stammkapital und Stammeinlagen

      Im Gesellschaftsvertrag der GmbH wird sowohl die Höhe des Stammkapitals als auch die Anzahl und der Wert der Geschäftsanteile festgelegt. Es wird ebenfalls festgelegt, ob das Stammkapital in bar oder auch als Sacheinlage von den Gesellschaftern eingebracht werden kann. Alle Gesellschafter werden namentlich aufgeführt. Ergänzt werden die Namen der Gesellschafter mit ihrem Geburtsdatum, ihrem Wohnort sowie der Anzahl und dem Wert ihrer Geschäftsanteile.

      Oberste Pflicht der Gesellschafter einer GmbH ist die Aufbringung des erforderlichen Stammkapitals in Höhe von mindestens 25.000 €. Gehen sie neben ihrer Pflicht zur Kapitalerbringung weitere Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft ein, gehören diese Bestimmungen ebenfalls in den Gesellschaftsvertrag der GmbH.

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      Weitere Regelungen im Gesellschaftsvertrag der GmbH

      Darüber hinaus enthält der Gesellschaftsvertrag der GmbH in der Praxis weitere Regelungen über:

      • Beginn und Dauer der GmbH
      • Geschäftsführung und Vertretungsbefugnisse
      • die Gesellschafterversammlung
      • Beschlussfassung und Stimmrecht (Gesellschafterbeschlüsse)
      • die Übertragung von Geschäftsanteilen (Verfügung und Einziehung)
      • Jahresabschluss und Ergebnisverwendung
      • Auflösung und Nachfolge (Kündigung und Tod von Gesellschafter)
      • Abfindung / Vergütung
      • die Beendigung der Gesellschaft
      • ein Wettbewerbsverbot
      • den Einsatz eines Beirats
      • den Gründungsaufwand
      • eine salvatorische Klausel
      • Schlichtungsvereinbarungen

      Beginn und Dauer der GmbH

      Soll die GmbH nur für einen bestimmten Zeitraum bestehen, werden Beginn und Dauer im Gesellschaftsvertrag festgehalten.

      Geschäftsführung und Vertretungsbefugnisse

      Die GmbH kann von nur einem, aber auch von mehreren Geschäftsführern geleitet werden. Besteht die Geschäftsführung aus nur einer Person, vertritt diese Person die Gesellschaft allein. Bei mehreren Geschäftsführern regelt der Gesellschaftsvertrag, ob sie die Geschäftsführung gemeinschaftlich übernehmen oder ob ein Geschäftsführer eine Einzelvertretungsbefugnis erteilt wird.

      Mehr Infos und Details erfährst Du in unserem Beitrag zur Haftung einer GmbH.

      Die Gesellschafterversammlung

      Das GmbH-Gesetz schreibt vor, dass die ordentliche Gesellschafterversammlung mindestens einmal im Jahr einberufen werden muss, um den Jahresabschluss zu genehmigen und einen Beschluss über die GmbH-Gewinnverteilung zu fassen. Darüber hinaus regelt der Gesellschaftsvertrag beispielsweise

      • wie oft die Geschäftsführung einer GmbH die Versammlung einberufen muss
      • wie die Einladung zu erfolgen hat
      • wie die Durchführung der Versammlung zu erfolgen hat
      • aus welchen Gründen die ordentliche Gesellschafterversammlung einberufen werden kann
      • aus welchen Gründen die Gesellschafter die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung verlangen können
      • wann die Gesellschafterversammlung beschlussfähig ist

      Beschlussfassung und Stimmrecht (Gesellschafterbeschlüsse)

      Die Gesellschafter der GmbH verfügen in der Regel über eine unterschiedliche Anzahl an Anteilen. Der Gesellschaftsvertrag regelt, wie viele Stimmen auf die entsprechenden Anteile entfallen. In der Regel gewährt jeder Geschäftsanteil eine Stimme. Zudem muss festgelegt werden, ob Beschlüssen mit einer einfachen oder einer absoluten Mehrheit gefasst werden müssen. Für besondere Beschlüsse – beispielsweise die Änderung des Gesellschaftsvertrags – kann auch eine individuelle Regelung getroffen werden. Denkbar wäre, dass für solche Beschlüsse eine 3/4-Mehrheit notwendig wäre. Können die Gesellschafter ihr Stimmrecht nicht selbst wahrnehmen, regelt der Vertrag die Bedingungen, zu denen sie ihr Stimmrecht übertragen können. Gegebenenfalls regelt er auch, dass die persönliche Anwesenheit gar nicht erforderlich ist und die Stimmabgabe auch schriftlich erfolgen kann.

      Regelungen zur Übertragung von Geschäftsanteilen (Verfügung und Einziehung)

      Grundsätzlich haben die Gesellschafter einer GmbH das Recht, sich von ihren Geschäftsanteilen zu trennen. Im Gesellschaftsvertrag kann den verbleibenden Gesellschafter ein Vorkaufsrecht eingeräumt werden. Zudem kann der Vertrag Gründe festlegen, um Gesellschafter auszuschließen – beispielsweise bei Insolvenz oder wenn sie ihren vereinbarten Verpflichtungen nicht nachkommen. Für diese Fälle kann der Einzug der Geschäftsanteile geregelt werden. 

      Jahresabschluss und Ergebnisverwendung

      Als Kapitalgesellschaft ist die GmbH dazu verpflichtet, den Jahresabschluss bestehend aus einer Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und gegebenenfalls einen Lagebericht zu erstellen. Im Gesellschaftsvertrag wird festgehalten, wann der Abschluss aufgestellt und den Gesellschafter zur Feststellung vorgelegt werden muss. Über die Gewinnverwendung entscheidet die Gesellschafterversammlung.

      Weiterführend haben wir zum Thema „Steuern einer GmbH“ einen vertiefenden Artikel für Dich verfasst.

      Auflösungs- und Nachfolgeregelungen (Kündigung und Tod von Gesellschafter)

      Trennen sich Gesellschafter von ihren Geschäftsanteilen, werden im Gesellschaftsvertrag die Konditionen für die Trennung festgelegt. Besteht die GmbH nach einer Kündigung oder dem Tod eines Gesellschafters weiter, werden beispielsweise Regelungen über die Einziehung der Geschäftsanteile, eine Abfindungszahlung oder bezüglich der Rechte der Erben getroffen. 

      Beendigung der Gesellschaft

      Vergleichbar mit Änderungen des Gesellschaftsvertrags kann auch für die Beendigung der GmbH die Zustimmung einer 3/4-Mehrheit festgelegt werden. Zudem wird hier geregelt, wie und von wem die Liquidation der Gesellschaft durchgeführt werden soll.

      Wettbewerbsverbot

      Die Gesellschafter der GmbH üben im Rahmen der Gesellschafterversammlung als oberstes Willensbildungsorgan erheblichen Einfluss auf Geschäfte der GmbH aus. Zudem schränke sie die Befugnisse der Geschäftsführung durch die Weisungsbindung erheblich ein. Daher untersagt der Gesellschaftsvertrag den Gesellschaftern, mit einem Wettbewerbsverbot, die Beteiligung an Gesellschaften, die im gleichen Geschäftszweig wie die GmbH tätig sind.

      Gründung eines Beirats

      Die Organe einer GmbH stellen die Gesellschafterversammlung und die Geschäftsführung dar. Bei mehr als 500 Mitarbeitenden werden diese Organe durch den Aufsichtsrat ergänzt. Optional kann der Gesellschaftsvertrag die Einrichtung eines Beirats beschließen, der individuell festgelegte Beratungs-, Überwachungs- oder Ausgleichsfunktionen wahrnimmt.

      Gründungskosten

      Die Kosten für die Gründung der GmbH tragen die Gesellschafter und dürfen nur auf die GmbH abgewälzt werden, wenn im Gesellschaftsvertrag eine entsprechende Regelung getroffen wurde und die Gründungskosten nicht mehr als 10 % des Stammkapitals betragen. 

      Salvatorische Klausel und Schlichtungsvereinbarungen. Wie jeder Vertrag kann auch der Gesellschaftsvertrag die salvatorische Klausel sowie Schlichtungsvereinbarungen für den Fall von Streitigkeiten unter den Gesellschafter beinhalten.

      Mehr Wissenswertes zum Thema GmbH-Gesellschaftsvertrag:

      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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