Mensch durchschaut Dokumente zur GmbH in Gründung

GmbH in Gründung: Was Gründer beachten müssen

Die GmbH in Gründung (GmbH i. G.) ist eine Art Vorgesellschaft, die auch Vor-GmbH genannt wird. Was es beim Ablauf und den Voraussetzungen zu beachten gilt, erfährst Du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GmbH gilt erst mit dem Handelsregistereintrag als eingetragene Kapitalgesellschaft
  • Die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen greift erst mit dem Eintrag in das Handelsregister
  • Bis dahin existiert die GmbH als Vorgesellschaft oder GmbH in Gründung (GmbH i. G.) und ihre Gesellschafter haften unbeschränkt und auch persönlich mit ihrem Privatvermögen

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Die Vorgründungsgesellschaft dient ausschließlich dem Zweck, die Gründung der GmbH vorzubereiten. Sämtliche Rechte und Pflichten – insbesondere die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen – für die Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH gelten erst mit der rechtswirksamen Gründung ab dem Zeitpunkt der Handelsregistereintragung. 

      GmbH in Gründung in der Praxis

      Die Gründung einer GmbH vollzieht sich in mehreren Schritten. Vor der Eintragung in das Handelsregister gilt die GmbH noch nicht als Kapitalgesellschaft. Die Vor-GmbH oder GmbH in Gründung gleicht eher einer Personengesellschaft wie der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder der Offenen Handelsgesellschaft (OHG).

      In der Praxis handelt es sich um eine eigene Art der Organisation, der eine Teilrechtsfähigkeit zugesprochen wird. Sie weist bereits die für Kapitalgesellschaften körperschaftlichen Strukturen auf und ist durch ihre Geschäftsführer handlungsfähig. Entsprechend zählt auch das Kapital, das durch die Gesellschafter eingebracht wird, zum Gesellschaftsvermögen und nicht zum Vermögen der Gesellschafter.

      Dennoch greift bei der GmbH in Gründung noch nicht die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschafter haften bis zum Eintrag der GmbH in das Handelsregister unbeschränkt und persönlich, auch mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Vor-GmbH.

      Die Vorgründungsgesellschaft

      Bereits durch den gemeinsamen Beschluss, eine GmbH zu gründen, entsteht automatisch eine Vorgründungsgesellschaft – meist vergleichbar mit der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Alleiniger Zweck dieser Gesellschaft ist, die Gründung der GmbH als eingetragene Kapitalgesellschaft zu planen und vorzubereiten. Hierzu gehören beispielsweise Absprachen über das Geschäftsmodell oder Vereinbarungen, wie das erforderliche Mindestkapital aufgebracht werden soll.

      Bei der GbR handelt es sich um eine Personengesellschaft. Das bedeutet, dass die Gründer als natürliche Personen in dieser Phase unbeschränkt und persönlich auch mit ihrem Privatvermögen haften. In diesem Stadium ist noch kein schriftlicher Gesellschaftsvertrag und auch kein Mindeststammkapital erforderlich.

      Name der Vorgesellschaft

      Sobald die GmbH im Handelsregister eingetragen ist, sind die Gesellschafter frei in der Namensgebung. So kann der Firmenname beispielsweise auch aus einem Fantasienamen bestehen. Solange die GmbH noch als Vorgesellschaft bzw. GmbH in Gründung besteht, muss sie im Schriftverkehr, in Rechnungen, aber auch im Impressum auf der Website grundsätzlich den Zusatz in Gründung oder die Abkürzung i. G. verwenden.

      Der Gesellschaftsvertrag als Gründungsvoraussetzung

      Der Gesellschaftsvertrag enthält mindestens Angaben bzw. Regelungen zu den folgenden Punkten:

      • Name und Sitz der Gesellschaft
      • Zweck und Unternehmensgegenstand
      • Gesellschafter und Kapitalanteile
      • Grundkapital/Stammkapital (bei Kapitalgesellschaften), ggf. Anzahl der Anteile oder Aktien
      • Beschlussfassung und Stimmrecht
      • Gewinnverteilung der GmbH
      • Geschäftsführung und Vertretungsbefugnisse
      • Regelung zur Übertragung von Anteilen
      • Auflösungs- und Nachfolgeregelungen

      Der Vertrag wird mit der Gesellschafterliste ergänzt, die Angaben jeden einzelnen Gesellschafter enthält. Zu diesen Angaben zählen

      • ihre Vor- und Nachnamen
      • ihr Geburtsdatum und Geburtsort
      • ihr aktueller Wohnsitz
      • die Nennbeträge und die laufenden Nummern der von ihnen übernommenen Geschäftsanteile 

      Unterbilanzhaftung in der GmbH in Gründung

      Die GmbH in Gründung gilt als teilrechtsfähig, ihre Gesellschafter erlangen durch die Entstehung der GmbH in Gründung bestimmte Rechte und Pflichten. Zu ihren Pflichten zählen beispielsweise die Aufbringung des Stammkapitals, die Bestellung eines Geschäftsführers sowie die Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister. Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 € und kann als Bareinlage, Sacheinlage oder eine Kombination aus beidem eingebracht werden. Die Höhe der Einlagen, die jeder einzelne Gesellschafter aufbringen muss, ist im Gesellschaftsvertrag festgelegt. 

      Dieses Stammkapital dient bei Gründung der GmbH als Haftungsmasse und muss bei Eintragung der GmbH als Kapitalgesellschaft vollständig vorliegen. Das bedeutet, dass die Gesellschafter in der Innenhaftung Stammkapital, dass aufgezehrt wurde bis zur Höhe der erforderlichen Mindesteinlage auffüllen müssen. Man spricht in dieser Phase von der sogenannten Unterbilanzhaftung. Die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen der GmbH greift erst mit der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister.

      Geschäftskonto für GmbH in Gründung

      Als Kapitalgesellschaft ist die GmbH gesetzlich dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Dieses Konto sorgt dafür, dass das Vermögen der Gesellschaft und das Vermögen der Gesellschafter strikt voneinander getrennt werden. Hier wird das erforderliche Grundkapital in Höhe von 25.000 € hinterlegt. Für den Handelsregistereintrag muss dem Notar ein Kontoauszug vorgelegt werden, der den Eingang des Kapitals belegt.

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      GmbH i. G.: die Verlustdeckungshaftung

      Mit der erfolgreichen Eintragung in das Handelsregister entsteht die GmbH als eingetragene Kapitalgesellschaft. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Gesellschaft als juristische Person und es greift die Gesellschaftshaftung. Das bedeutet, dass die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen der GmbH beschränkt ist. Die Gesellschafter selbst haften nicht länger persönlich für die Verbindlichkeiten der GmbH.

      Scheitert die erfolgreiche Gründung, tritt die Verlustdeckungshaftung ein. Dabei wird zunächst das hinterlegte Stammkapital verwendet, um Gläubiger zu befriedigen. Die Gesellschafter selbst haften nur persönlich, wenn nach Verteilung des Gesellschaftsvermögens noch offene Forderungen bestehen. Beschließen die Gesellschafter, die Gründung der GmbH nicht weiterzuverfolgen, können sie persönlich und gesamtschuldnerisch in voller Höhe haftbar gemacht werden. 

      Fazit: Was Gesellschafter bei der GmbH in Gründung beachten müssen

      Einer der Vorteile der GmbH ist die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschaftshaftung greift aber erst, wenn die GmbH als Kapitalgesellschaft in das Handelsregister eingetragen wurde. Bis dahin existiert sie als GmbH in Gründung. Zwar ist die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt teilrechtsfähig und wird von der Geschäftsführung vertreten. Allerdings müssen die Gesellschafter hier die besonderen Haftungsregelungen beachten. 

      Um die Haftung im Innenverhältnis und Außenverhältnis zu beschränken, sollte der Gründungsprozess daher schnellstmöglich abgeschlossen werden.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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