Unternehmer schütteln die Hände zum Gesellschaftsvertrag KG

Gesellschaftsvertrag der KG: Alles Wichtige zum KG-Vertrag

Die Gesellschafter einer KG unterscheiden sich grundlegend in ihren Rechten und Pflichten. Wir erklären, ob ein Gesellschaftsvertrag für die KG notwendig ist und was Du beachten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Gründung einer KG ist ein formfreier Gesellschaftsvertrag erforderlich
  • Der Vertrag regelt die Rechte und Pflichten der Komplementäre und Kommanditisten
  • Inhalte, die nicht gesondert geregelt werden, unterliegen den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB)

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Gesellschaftsvertrag KG: Zusammenspiel von Komplementär und Kommanditist

      Die KG zählt zu den Personengesellschaften und wird von mindestens zwei Gesellschaftern gegründet. Bei diesen Gesellschaftern wird zwischen dem Komplementär und dem Kommanditisten unterschieden: Der Komplementär übernimmt die Geschäftsführung der KG, vertritt das Unternehmen nach außen und verfügt über das alleinige Entscheidungsrecht.

      Der Kommanditist beteiligt sich meist nur finanziell am Unternehmen. Sofern er über keine Prokura verfügt, ist er von der Geschäftsführung und der Vertretung der KG im Außenverhältnis ausgeschlossen. 

      Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Haftung: Während der Komplementär als sogenannter Vollhafter unbeschränkt und persönlich auch mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der KG haftet, ist die Haftung des Kommanditisten als Teilhafter auf die Höhe seiner eingebrachten Einlagen beschränkt.

      Damit sind die Aufgaben, Rechte und Pflichten eigentlich bereits verteilt. Dennoch ist ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag für die KG Pflicht: Die KG entsteht erst durch den Abschluss des Gesellschaftsvertrages. Zum anderen regelt der Vertrag die Zuständigkeiten und Befugnisse bei mehreren Komplementären und kann den Kommanditisten Mitbestimmungsrechte einräumen.

      Welche Inhalte gehören in den KG-Vertrag?

      Der Gesellschaftsvertrag der KG bedarf keiner besonderen Form und muss nur in Ausnahmefällen notariell beglaubigt werden. Obwohl die Gesellschafter frei entscheiden können, welche Inhalte in den Gesellschaftsvertrag aufgenommen werden, sollte er bestimmte Mindestangaben enthalten. Hierzu zählen insbesondere

      • Name und Sitz der Gesellschaft
      • Zweck der Gesellschaft
      • Beginn und Dauer der Gesellschaft
      • Name und Adresse der Gesellschafter 
      • Funktion der Gesellschafter (Komplementär/Kommanditist) 
      • Höhe ihrer Einlagen

      Weitere Inhalte im Gesellschaftsvertrag der KG

      Grundsätzlich unterliegen Gründung und Führung einer KG den Regelungen des Handelsgesetzbuches (HGB). Das bedeutet, dass Inhalte, die nicht im Gesellschaftsvertrag geregelt werden, automatisch der Gesetzgebung unterliegen. Sofern es also nicht anders geregelt wurde, sind beispielsweise bei mehreren Komplementären alle gleichberechtigt befugt, die Geschäfte der KG zu führen, ohne sich mit anderen Komplementären abstimmen zu müssen. Das bedeutet aber auch, dass im Gesellschaftsvertrag keine Regelungen getroffen werden dürfen, die gegen geltendes Handelsrecht verstoßen. 

      Neben den Mindestangaben kann der Gesellschaftsvertrag der KG weitere Regelungen enthalten. Hierzu zählen beispielsweise Regelungen über 

      • Geschäftsführung und Vertretung der KG
      • Mitbestimmung der Kommanditisten
      • Verteilung von Gewinnen und Verlusten
      • Regelungen über Gesellschafterversammlungen und Gesellschafterbeschlüsse
      • Stimmrechtsverteilung
      • Ausschluss, Ausstieg und Tod von Gesellschafter
      • Kündigung bzw. Beendigung der Gesellschaft

      Geschäftsführung und Vertretung der KG

      Die KG kann von einem oder mehreren Komplementären geführt werden. Diese sind grundsätzlich gleichberechtigt befugt, die Geschäfte der KG alleine zu leiten. Da dies in der Praxis zu Schwierigkeiten führen kann, werden Befugnisse und Verantwortlichkeiten häufig aufgeteilt und im Gesellschaftsvertrag festgehalten

      Mitbestimmung der Kommanditisten

      Kommanditisten sind grundsätzlich von der Geschäftsführung ausgeschlossen. Allerdings kann ihnen für bestimmte, besonders riskante Geschäfte ein Mitspracherecht eingeräumt werden.

      Verteilung von Gewinnen und Verlusten

      § 121 HGB regelt die Gewinn- und Verlustverteilung in der KG: Demnach erhalten alle Gesellschafter 4 % ihres Kapitalanteils am Jahresgewinn. Bei Verlusten haftet der Kommanditist nur in Höhe seiner Beteiligung, der Kapitalanteil des Komplementärs sinkt. Übersteigen die Gewinne die Höhe der Anteile, werden Gewinn und Verlust generell angemessen zwischen den Gesellschafter der Kommanditgesellschaft – unabhängig ob Komplementär oder Kommanditist – aufgeteilt (vgl. § 168 HGB). Welche Aufteilung hier angemessen ist, kann beispielsweise im Gesellschaftsvertrag der KG festgelegt werden. 

      Fazit: Gesellschaftsvertrag KG

      Für die Gründung einer KG ist ein formfreier Gesellschaftsvertrag erforderlich. Grundsätzlich sind die Gesellschafter in der Gestaltung des Betrags frei. Er sollte jedoch bestimmte Mindestangaben enthalten. Was im KG-Vertrag auf keinen Fall fehlen darf, sind die Namen und Adressen ihrer Gesellschafter sowie deren Funktion – Komplementär oder Kommanditist – und die Höhe ihrer eingebrachten Einlagen. Was nicht gesondert im Gesellschaftsvertrag der KG geregelt wird, unterliegt den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches.

      Hinweis: Weitere Infos zur KG-Besteuerung und Haftung einer KG findest Du in unserem Ratgeber.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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