Personen besprechen wichtige Infos zur KG-Haftung

KG-Haftung: Überblick der Haftungsverhältnisse

Bei der Haftung in der KG wird laut HGB zwischen Kommanditist und Komplementär unterschieden. Alles Wichtige zur KG-Haftung im Überblick.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Wer haftet bei einer KG?

      Gegenüber ihren Gläubigern haftet die KG für ihre Verbindlichkeiten mit dem Gesellschaftsvermögen. Wird die KG ohne Vermögen gegründet oder ist dieses Vermögen aufgebraucht, haftet der Komplementär. Während der Komplementär als persönlich haftender Gesellschafter unbeschränkt auch mit seinem Privatvermögen haftet, ist die Haftung des Kommanditisten auf die Höhe seiner Einlagen beschränkt. 

      Vollhaftung des Komplementärs

      Der Komplementär führt die Geschäfte der KG und haftet persönlich auch mit seinem Privatvermögen für Forderungen und Verbindlichkeiten der KG sowie im Falle von Rechtsstreitigkeiten. Aufgrund seiner unbeschränkten Haftung wird er auch als Vollhafter bezeichnet.

      Die Vollhaftung gegenüber Gläubigern der Gesellschaft kann weder ausgeschlossen noch begrenzt werden. Werden diesbezüglich Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag getroffen, sind diese nicht rechtswirksam.

      Teilhaftung des Kommanditisten

      Der Kommanditist bringt sich ausschließlich finanziell in die Gesellschaft ein. Als sogenannter Teilhafter ist seine Haftung für die Verbindlichkeiten der KG auf die Höhe seiner eingebrachten Einlagen beschränkt. Die Höhe dieser sogenannten Hafteinlage ist frei wählbar und wird für jeden Kommanditisten in das Handelsregister eingetragen. Sie stellt den Haftungsumfang dar, mit dem der jeweilige Kommanditist gegenüber Dritten haftet. Die Hafteinlage kann bar auf dem Geschäftskonto oder als Sacheinlage hinterlegt werden. 

      Solange der Kommanditist nicht mit seiner Hafteinlage im Handelsregister eingetragen und die Einlage auch in voller Höhe erbracht wurde und der KG zur freien Verfügung steht, ist seine Teilhaftung nicht wirksam. Nimmt die KG ihre Geschäftstätigkeit auf, bevor ein entsprechender Eintrag in das Handelsregister vorgenommen wurde, bedeutet das nach § 176 Abs. 1 HGB, dass alle Kommanditisten, die dem Geschäftsbeginn zugestimmt haben, auch für die bis zur Eintragung entstehenden Verbindlichkeiten der KG wie der Komplementär unbeschränkt auch mit ihrem Privatvermögen haften. Im Streitfall liegt die Beweispflicht bei den Kommanditisten.

      Erhöhungen oder Herabsetzungen der Hafteinlage müssen dem Handelsregister entsprechend umgehend mitgeteilt werden. Änderungen werden auch hier erst mit der Eintragung wirksam.

      Haftung eines Kommanditisten mit Prokura

      Grundsätzlich sind Kommanditisten von der Geschäftsführung der KG ausgeschlossen. Allerdings kann die Gesellschaft einem Kommanditisten Prokura erteilen. Entstehen durch die Handlung eines Prokuristen Verbindlichkeiten, liegt die Haftung bei der Kommanditgesellschaft. Kann die KG die Verbindlichkeiten nicht mit dem Gesellschaftsvermögen befriedigen, haftet der Komplementär jedoch nicht der Kommanditist.

      Übernahme bestehender Schulden und Nachhaftung der KG

      Gesellschafter, die sich an einer bereits bestehenden KG beteiligen, übernehmen automatisch die Haftung für Verbindlichkeiten, die zum Zeitpunkt ihres Eintritts in die Gesellschaft bestehen. Während der Komplementär unbeschränkt auch mit seinem privaten Vermögen haftet, ist die Haftung für Altverbindlichkeiten der KG beim Kommanditisten auf die Höhe seiner Einlagen begrenzt. Im Rahmen der Nachhaftung können sie zudem auch bis zu fünf Jahre nach Verlassen der Gesellschaft für ihre Schulden haftbar gemacht werden.

      Haftungsrisiko der Gesellschafter in einer KG

      Kommanditisten sind von der Geschäftsführung ausgeschlossen und haben kein Entscheidungsrecht. Sie haben lediglich das Recht, risikoreichen Geschäften zu widersprechen. Ihre Haftung ist zwar beschränkt, sie tragen aber dennoch ein gewisses Risiko, ohne direkten Einfluss auf die Geschäfte der KG nehmen zu können. 

      Besteht die KG aus mehreren Komplementären, die sich die Geschäftsführung teilen, besteht auch hier die Gefahr, für die Fehler der Mitgesellschafter haftbar gemacht zu werden. Insbesondere für den Komplementär als Vollhafter besteht hier ein besonders hohes Risiko. Das Gleiche gilt für einen Komplementär, der durch den Gesellschaftsvertrag vom Geschäftsführungs- bzw. Vertretungsrecht ausgeschlossen ist, aber dennoch in vollem Umfang für die Verbindlichkeiten der KG einzustehen muss.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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