Mann im Büro kalkuliert Gewinnverteilung OHG

Gewinnverteilung in der OHG: Berechnung und Beispiel

Unter mehreren Gesellschaftern einer OHG werden Gewinne und Verluste nach dem Gesetz des HGBs gerecht verteilt. Erfahre, wie diese berechnet werden.

Das Wichtigste in Kürze

Gemäß der gesetzlichen Standardregelung erhält jeder Gesellschafter bei der Gewinnverteilung in der OHG zunächst einen Betrag in Höhe von vier Prozent auf seinen Kapitalanteil. Der restliche Gewinn wird zu gleichen Teilen an alle Gesellschafter verteilt. Eine abweichende Verteilung kann im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Wie ist die gesetzliche Gewinnverteilung in der OHG geregelt?

      Gemäß § 121 HGB sollen die Gewinne der OHG gerecht unter den Gesellschaftern verteilt werden. Dazu erhalten sie zunächst einen Gewinnanteil in Höhe von vier Prozent ihres Kapitalanteils am Jahresgewinn. Einlagen, die ein Gesellschafter im Laufe des Geschäftsjahres geleistet hat, oder Entnahmen, die er getätigt hat, werden entsprechend berücksichtigt. Reicht der Gewinn der OHG nicht aus, wird der Prozentsatz angepasst. Der restliche Gewinn wird zu gleichen Anteilen nach Köpfen verteilt.

      Abweichende Gewinnverteilung der OHG

      Im Gesellschaftsvertrag der OHG kann individuell eine abweichende Gewinnverteilung vereinbart werden, der die Mehrheit der Gesellschafter zustimmen muss. So kann sich die Verteilung des Restgewinns nach Abzug der vier Prozent auf die erbrachten Einlagen statt nach Köpfen ebenfalls an der Höhe der Beteiligung der einzelnen Gesellschafter orientieren. Eine individuelle Gewinnverteilung kann aber beispielsweise auch von den erbrachten Leistungen der Gesellschafter abhängig gemacht werden. 

      Wurde im Gesellschaftsvertrag eine abweichende Gewinnverteilung vereinbart, kann diese nur mit einem mehrheitlichen Gesellschafterbeschluss geändert werden.

      Berechnung der Gewinnverteilung in der OHG

      Um die Gewinnverteilung in der OHG gemäß der Vorgaben des Handelsgesetzbuches beispielhaft zu berechnen, wird davon aus ausgegangen, dass die OHG einen Jahresgewinn von 90.000 Euro erwirtschaftet hat. Der Gewinn der OHG wird unter vier Gesellschaftern aufgeteilt.
      Zunächst wird der Gewinnanteil der Gesellschafter in Höhe von vier Prozent ihrer Kapitaleinlage am Jahresgewinn ermittelt. Nach Abzug dieser Gewinnanteile verbleibt ein Restgewinn in Höhe von 70.000 Euro, der zu gleichen Anteilen auf die Gesellschafter verteilt wird. Einlagenerhöhungen und Privatentnahmen beeinflussen die Höhe des Kapitalanteils der Gesellschafter und werden bei der Berechnung entsprechend berücksichtigt.

      GesellschafterHöhe der EinlageGewinnanteil i. H. v. 4%Aufteilung des RestgewinnsGewinnanteil gesamt
      Gesellschafter 150.000 €2.000 €17.500 €19.500 €
      Gesellschafter 250.000 €2.000 €17.500 €19.500
      Gesellschafter 3100.000 €4.000 €17.500 €21.500
      Gesellschafter 4300.000 €12.000 €17.500 €29.500

      Verlustverteilung in der OHG berechnen

      Erwirtschaftet die OHG in einem Geschäftsjahr keine Gewinne, wird der Verlust nach Köpfen auf die Gesellschafter verteilt (vgl. § 121 Abs. 3 HGB). Die Verzinsung ihrer Kapitaleinlagen entfällt komplett. Wie die Gewinnverteilung kann auch die Verlustverteilung der OHG individuell im Gesellschaftsvertrag geregelt werden. Denkbar ist eine Verlustbeteiligung im Verhältnis zum Kapitalanteil der Gesellschafter oder eine Mischform, die bei der Berechnung sowohl einen prozentualen Anteil als auch einen Anteil nach Köpfen berücksichtigt.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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