UG Geschäftsführer sitzt am Laptop im Büro

Geschäftsführung in der UG (haftungsbeschränkt): Aufgaben und Anforderungen

Welche Voraussetzungen muss ein UG-Geschäftsführer erfüllen und welche Aufgaben werden Geschäftsführern einer UG zugeschrieben? Hier findest Du alles Wichtige.

Das Wichtigste in Kürze

Die UG (haftungsbeschränkt) benötigt mindestens einen Geschäftsführer, der die Gesellschaft im Innen- und Außenverhältnis vertritt. Die Geschäftsführung der UG kann von einem Gesellschafter übernommen werden. In diesem Fall spricht man von einem geschäftsführenden Gesellschafter. Alternativ kann auch ein Fremdgeschäftsführer bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Voraussetzungen: Wer wird Geschäftsführer einer UG?

      Die Geschäftsführung in der UG wird von einem oder mehreren Geschäftsführern übernommen. Entweder übernimmt einer der Gesellschafter diese Aufgabe oder die Gesellschafter betrauen eine gesellschaftsfremde Person im Rahmen eines Anstellungsvertrags als Geschäftsführer. 

      Die Geschäftsführung kann nur von einer natürlichen Person, die unbeschränkt geschäftsfähig ist, übernommen werden. Juristische Personen sind von diesem Amt ausgeschlossen. Personen, die beispielsweise

      • einen Beruf, einen Berufszweig, ein Gewerbe oder einen Gewerbezweig nicht ausüben dürfen, der dem Gesellschaftszweck der GmbH entspricht oder
      • gemäß § 6 Abs. 2 Punkt 3 GmbHG vorbestraft und zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden sind – beispielsweise wegen Insolvenzverschleppung –

      sind ebenfalls von der Geschäftsführung ausgeschlossen.

      Anmeldung beim Handelsregister

      Der oder die Geschäftsführer der UG müssen im Handelsregister eingetragen werden. Zudem müssen ihre Namen auf sämtlichen Geschäftspapieren sowie im Impressum der Unternehmenswebsite aufgeführt werden. Findet ein Wechsel in der Geschäftsführung statt, muss diese ebenfalls dem Handelsregister mitgeteilt werden. 

      Bestellung des Geschäftsführers einer UG

      Die Gesellschafter bestimmen, wer die Geschäftsführung der UG übernimmt. Gleichzeitig haben sie das Recht, die Bestellung eines Geschäftsführers zu widerrufen. Die Bedingungen, zu denen die Geschäftsführung abgewählt werden darf, regelt der Gesellschaftsvertrag. 

      Wird die Geschäftsführung einer Person überlassen, auf die eines der genannten Ausschlusskriterien zutrifft, haften die Gesellschafter solidarisch für die Schäden, die durch dieses vorsätzliche oder grob fahrlässige Handeln verursacht werden.

      Rechte und Pflichten des Geschäftsführers der UG

      Die Rechte und Pflichten sind im Anstellungsvertrag des Geschäftsführers, dem Geschäftsführervertrag, geregelt. Der Vertrag wird zwischen dem Geschäftsführer und den Gesellschaftern der UG geschlossen und enthält unter anderem Regelungen zur Vergütung, Kündigungsfristen und einem Wettbewerbsverbot

      Aufgaben der UG-Geschäftsführung 

      Neben den Aufgaben, die im Tagesgeschäft anfallen, ist der Geschäftsführer der UG dazu verpflichtet, die ordnungsgemäße Buchführung gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sicherzustellen. Zudem ist er für die Erstellung einer Bilanz und der Vorlage des Jahresabschlusses verantwortlich. Die Einberufung der Gesellschafterversammlung fällt ebenfalls in den Aufgabenbereich der Geschäftsführung. Zeitpunkt und Form, in der die Gesellschafterversammlung einberufen werden muss, sind gesetzlich geregelt. Ebenso wie die Einberufungsgründe. Hierzu zählen beispielsweise die drohende Insolvenz, die Zustimmung zu risikoreichen Geschäften oder Satzungsänderungen sowie die Vorlage des Jahresabschlusses. Weitere Gründe und formale Vorschriften können von den Gesellschaftern in der Satzung festgelegt werden. 

      Weisungsbefugnis

      Der UG-Geschäftsführer ist den Gesellschaftern gegenüber weisungsgebunden. Mit der Ausführung des Amtes verpflichtet er sich zudem, den Gesellschaftern jederzeit auf Verlangen Einsicht in die Bücher zu gewähren und ihnen Auskunft über die Angelegenheiten der UG zu geben. Bei Pflichtverletzungen kann die Geschäftsführung intern zur Rechenschaft gezogen werden. 

      Eingeschränkte Vertretungsbefugnisse

      Die Gesellschafter der UG haben das Recht, die Vertretungsbefugnisse der Geschäftsführung im Innenverhältnis zu beschränken. Der Geschäftsführer ist entsprechend verpflichtet, sich an diese Vorgaben zu halten. Im Gegensatz dazu ist ihre Vertretungsmacht nach Außen unbeschränkt

      Haftung des Geschäftsführers der UG 

      Der Geschäftsführer verpflichtet sich, die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes anzuwenden. Verletzt er seine Pflichten, haftet er der Gesellschaft gegenüber solidarisch für den entstandenen Schaden. Eine Pflichtverletzung liegt vor, wenn bei wirtschaftlich vernünftiger Gesamtbetrachtung die Gefahr eines Verlustgeschäftes höher ist als die Aussicht auf einen Gewinn. Zudem verpflichtet er sich der Gesellschaft über zur Treue. Das bedeutet, er behandelt ihm überlassenen Gegenständen sorgfältig und setzt das ihm anvertraute Vermögen nicht zu seinem eigenen Nutzen ein – beispielsweise in Form eines überhöhten Gehalts.

      Zudem ergibt sich aus der Treuepflicht ein Wettbewerbsverbot, das dem Geschäftsführer untersagt, im Geschäftsbereich der UG Geschäfte auf eigene Rechnung zu tätigen. Überschreitet er seine Kompetenzen und der Gesellschaft entsteht dadurch ein Schaden, ist er der UG gegenüber ebenfalls haftbar.

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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