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Haftung in der UG (haftungsbeschränkt): So haften die Gesellschafter

Die Gesellschafter einer UG profitieren von einer eingeschränkten Haftung: Ihr privates Vermögen ist von der Haftung ausgeschlossen. Erfahre, worauf zu achten ist.

Das Wichtigste zur UG Haftung

Obwohl für die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) kein Mindestkapital vorgeschrieben ist, profitieren ihre Gesellschafter von den gleichen Haftungsbeschränkungen wie die Gesellschafter einer GmbH. Die UG-Haftung für Verbindlichkeiten des Unternehmens beschränkt sich ausschließlich auf das Gesellschaftsvermögen. Ihr Privatvermögen bleibt in der Regel unangetastet.

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Die Haftung in der UG (haftungsbeschränkt)

      Die Unternehmergesellschaft (UG) zählt zu den haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaften. Wie die GmbH haftet auch die UG gegenüber ihren Gläubigern nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Die private Haftung der Gesellschafter ist bei der Rechtsform der UG nur in Ausnahmefällen vorgesehen.

      H2 Rechte und Pflichten: Wann haften Gesellschafter auch persönlich?

      Die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen stellt für Gründer einer UG  einen großen Vorteil dar. Damit die Gesellschafter ihr Recht auf die Unantastbarkeit ihres Privatvermögens geltend machen können, unterliegen sie bestimmten Regeln und müssen bestimmte Pflichten erfüllen.

      Die Gesellschafter einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft haften auch mit ihrem privaten Vermögen

      • für persönliche Kredite oder Bürgschaften
      • bei grob fahrlässigem Handeln oder Verstößen gegen das GmbH-Gesetz 
      • bei der Durchgriffshaftung

      Was ist die Durchgriffshaftung in der UG?

      Die Gesellschafter beteiligen sich mit ihrem Kapital an der UG. Aus dieser Beteiligung ergeben sich Vermögens- und Verwaltungspflichten. Kommen sie diesen Verpflichtungen nicht nach oder begehen sie grobe Rechtsverstöße, fällt die Gesellschaftshaftung weg und können sie persönlich auch mit ihrem Privatvermögen für Schäden an der Gesellschaft haftbar gemacht werden. In diesem Fall spricht man von der sogenannten Durchgriffshaftung.

      Vermögenspflichten der Gesellschafter

      Im Rahmen ihrer Vermögenspflicht erbringen die Gesellschafter eine Stammeinlage, die in der UG belassen werden muss, um eventuelle Verluste auszugleichen oder Schadensersatzansprüche zu erfüllen. Zahlt ein Gesellschafter seinen Anteil nicht oder nicht vollständig, kann er persönlich für Schäden der Gesellschaft haftbar gemacht werden.

      Entnimmt er der Gesellschaft unrechtmäßig Gelder und schließt risikoträchtige Geschäfte ab, bei denen bewusst Verluste in Kauf genommen werden, spricht man von einem existenzvernichtenden Eingriff, der den Durchgriff auf das Privatvermögen der entsprechenden Gesellschafter zur Folge hat.

      Das Gleiche gilt für die Vermischung seines Privatvermögens mit dem Gesellschaftsvermögen, der sogenannten Sphärenvermischung – beispielsweise durch eine nicht ordnungsgemäße Buchführung.

      Nutzt ein Gesellschafter die Haftungsbeschränkung, um sich gegenüber den Gläubigern der UG einen Vorteil zu verschaffen – tritt er beispielsweise als Strohmann auf – liegt ein Rechtsform- oder Institutsmissbrauchs vor, der ebenfalls zur Durchgriffshaftung führt.

      Verwaltungspflichten der UG-Gesellschafter

      Die Verwaltungspflichten der Gesellschafter ergeben sich aus ihrer allgemeinen Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft. Zu diesen Pflichten zählen beispielsweise die Stimmabgabe im Rahmen der Gesellschafterversammlung, das Wahren der Unternehmensinteressen, das Unterlassen schädlicher Handlungen sowie die Verfolgung eigener Interessen auf Kosten der Gesellschaft. 

      Haftungsbeschränkung der UG bei Gründung

      Die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen tritt erst mit dem Eintrag in das Handelsregister in Kraft. Erst dann gilt die UG als rechtswirksam gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt haften die Gesellschafter persönlich auch mit ihrem Privatvermögen für Verbindlichkeiten der UG.

      UG Haftung der Geschäftsführer

      Die Geschäftsführung der UG ist dazu verpflichtet, im Sinne eines ordentlichen Geschäftsmannes zu handeln. Hierzu gehören zahlreiche Pflichten wie 

      • die ordnungsgemäße Buchführung
      • die Treue- und Informationspflicht gegenüber den Gesellschaftern
      • die Insolvenzantragspflicht

      Vernachlässigt ein Geschäftsführer seine Pflichten oder handelt grob fahrlässig, kann er ebenfalls persönlich haftbar gemacht werden. Die persönliche Haftung ist auch bei der Befolgung von Gesellschafterbeschlüssen nicht ausgeschlossen, insbesondere, wenn eine Handlung zur Verringerung des Stammkapitals zur Folge haben oder den Regelungen zum Erwerb eigener Geschäftsanteile widersprechen (vgl. § 43 GmbHG).

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      Über den Autor

      Patrick Liptak

      Rechtsexperte

      Patrick ist Legal Counsel bei Penta und berät unsere Teams in allen rechtlichen Fragen. Als anerkannter Datenschutzbeauftragter ist er zudem für die Einhaltung des Datenschutzes bei Penta zuständig.

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