Das Angebot: Unternehmensalltag mit juristischer Relevanz

Das Angebot ist für Unternehmen ein wichtiges Dokument – sowohl, wenn die Firma selbst eines erstellt als auch, wenn ein solches eingeht.

Doch obwohl sich viele Geschäftsleute der Wichtigkeit eines Angebots bewusst sind, wissen sie nicht genau, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Wir geben dir in diesem Artikel einen Überblick über alles Wichtige zum Thema „Angebot“.

Den Begriff Angebot kennt jeder: Ein Angebot im Supermarkt, eines in der Werbung, Sonderangebote zu Weihnachten…Trotzdem ist nicht überall bekannt, dass dieses tatsächlich ein rechtlich bindender Begriff ist. Angebot und Annahme sind die Grundlage eines jeden Vertrages: Eine Partei unterbreitet ein Angebot, die andere Partei nimmt an.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist dabei nicht von Angebot die Rede, sondern vom sogenannten Antrag: „Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat“, heißt es dort in Paragraf 145. 

Was ist ein Angebot?

Die Definition vom Angebot beziehungsweise vom Antrag ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht ganz eindeutig. Allerdings wird eine Aussage oder ein Schriftstück nach aktueller Auslegung dann als ein solches gewertet, wenn alle vertragswesentlichen Bestandteile enthalten sind und die Annahme des Angebots mit einem einfachen „Ja“ möglich ist. Klingt relativ kompliziert – und ist es in der Praxis auch.

Wichtig ist juristisch gesehen besonders, dass ein Angebot bindend ist. Heißt: Wenn du ein Angebot unterbreitet hast und dieses angenommen wurde, musst du die Leistung genauso wie angeboten erbringen (Ausnahmen sind durch die Freizeichnungsklausel möglich, siehe weiter unten).

Die Frist zur Annahme kann übrigens erheblich variieren: Laut Gesetz muss ein Anwesender (also bei einem persönlichen Gespräch, Telefonanruf, etc.) ein Angebot sofort annehmen, damit es seine Gültigkeit behält. Bei der Zustellung bei Post oder E-Mail gilt das Angebot so lange, wie der „Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen“ zu erwarten ist (§ 147 BGB).

Alternativ kannst du natürlich auch selbst eine Annahmefrist vorgeben – dies machen die meisten Unternehmer.

Angebot und Annahme sind also ein weites rechtliches Themengebiet, das durchaus Interpretationsspielraum bietet. Um sich abzusichern, sollte in jedem Fall immer die Schriftform gewählt werden.

Das ist besser für deine Buchhaltung und auch für den Kunden, der so klar vor Augen hat, was er erwarten kann und was er bezahlen muss.

Angebot: Diese Daten sollte es enthalten

Wie bereits erwähnt muss ein Angebot alle vertragswesentlichen Bestandteile umfassen. Es kommt also – wie so oft bei Unternehmen – auf den Einzelfall an. In der Regel lässt sich jedoch relativ gut einschränken, welche Angaben gemacht werden müssen:

  • Name und Adresse beider potenzieller Vertragsparteien
  • Bezeichnung, Beschreibung, Menge und Preis der zu liefernden Produkte oder zu erbringenden Dienstleistungen
  • Allgemeine Vertragsbedingungen, z. B. betreffend die Lieferung und Zahlung
  • Angebotsfrist

Schreiben kannst du ein Angebot entweder selbst oder mit Hilfe einer Buchhaltungssoftware. Auch, wenn eventuell für bestimmte Geschäfte oder bestimmte Branchen weitere Angaben als die hier angegebenen nötig sind: Wenn diese Daten aufgeführt sind, ist es normalerweise bereits rechtsbindend.

Heißt auch: Der Preis bleibt. Bei einem Angebot können nicht im Nachhinein einfach so die Kosten variiert werden. Allerdings können sich Unternehmen dagegen in der Praxis absichern, und zwar durch eine sogenannte Freizeichnungsklausel. 

Durch den kurzen Vermerk „unverbindliches Angebot“ oder „Angebot so lange der Vorrat reicht“ können Firmen ihre Rechtsbindung aufheben und auch im Nachhinein dies begründet verändern – meistens bezieht sich die Klausel auf den Preis.

In der Praxis ist die Freizeichnungsklausel deshalb ein häufig verwendetes Mittel. Doch natürlich kann sich die Freizeichnungsklausel auch als Nachteil erweisen, besonders wenn du Kunde bist. Es kann durchaus sein, dass aufgrund einer Freizeichnungsklausel ein Angebot nicht angenommen wird – jeder Unternehmer sollte sich also zweimal überlegen, ob er wirklich die Verbindlichkeit eines solchen Dokumentes aufheben möchte.

Angebot und Kostenvoranschlag: Was ist der Unterschied?

Angebot und Kostenvoranschlag? Ist das nicht das Gleiche? Nur fast. Der einzige große Unterschied zwischen diesen beiden Dokumenten, ist die rechtliche Bindung. Ein einfacher Kostenvoranschlag ist nämlich in keinem Fall bindend, die angegeben Kosten können nach aktueller Rechtslegung um bis zu 20 Prozent von den tatsächlichen Kosten abweichen – wenn vorher über diese möglicherweise auftretende Differenz aufgeklärt wird. 

Normalerweise enthält ein Kostenvoranschlag ansonsten die gleichen oder ähnliche Daten wie ein Angebot. So wird ersichtlich, für was wie viel bezahlt werden muss.

In der Regel ist übrigens die Erstellung eines Kostenvoranschlags oder eines Angebots kostenlos. Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn der Kunde ausdrücklich zustimmt, es zu bezahlen. 

Fazit: Angebot für potenzielle Geschäftspartner unerlässlich

Es lässt sich festhalten, dass das Angebot im Rahmen einer gesunden Geschäftsbeziehung ein wichtiges Instrument ist. Vor allem, um die Kosten abzuschätzen, ist es (oder ein Kostenvoranschlag) quasi unersetzbar. Potenzielle Vertragspartner können sich vor allem durch ein verbindliches Angebot absichern und wissen, woran sie sind. 

Durch ein Angebot kann so eine gewisse Struktur in Projekte kommen. Der Aussteller des Angebots sieht so schriftlich, was genau er leisten muss und der Interessent ist über alle Kosten und Leistungen auf dem Laufenden.

Allerdings solltest du dir die rechtliche Bedeutung des Angebots vor Augen führen und nicht unterschätzen, was die Rechtsbindung für dich und deine Vertragspartner bedeutet.

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Zuletzt aktualisiert vonOliver