Bargeldlos bezahlen

Bargeldloses Zahlen mit der Girocard oder mit Kreditkarten ist längst nicht Neues mehr. Mittlerweile gibt es mit Mobile Payment Apps und bargeldlosen Zahlungssystemen zahlreicher Payment-Anbieter weitere Möglichkeiten, nicht nur bargeldlos, sondern mobil und sogar kontaktlos zu bezahlen. Mit Micropayment können selbst Kleinstbeträge elektronisch bezahlt werden. Dennoch liegt der bargeldlose Zahlungsverkehr in Deutschland hinter den Münzen und Scheinen zurück: Bargeld ist nach wie vor das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland.

Die Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in Deutschland

Im europäischen Vergleich setzen die Deutschen nach wie vor verstärkt auf Bargeld. Ob der Einkauf im Supermarkt, Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr oder zur Mittagspause im Café oder Restaurant: Über 80 Prozent der Deutschen bezahlen ihre alltäglichen Ausgaben mit Bargeld. Dabei gibt es zahlreiche alternative bargeldlose Bezahlsysteme, die Scheine und Münzen eigentlich überflüssig machen. Dennoch können sich über 60 Prozent der Deutschen nicht vorstellen, nur noch bargeldlos zu bezahlen. Gerade ältere Menschen tun sich besonders schwer mit dem Abschied vom Bargeld.

Schaut man sich in den Nachbarländern um, ist im Vergleich in Deutschland ein klares Altersgefälle zu beobachten. Jüngere Menschen zwischen 24 und 35 Jahren nutzen deutlich öfter bargeldlose Zahlungsarten wie Kreditkarten oder Mobile Payment. Obwohl das Smartphone heute überall dabei ist, nutzen über alle Altersklassen hinweg nur 10 Prozent der Deutschen diese Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Knapp 55 Prozent können sich dagegen überhaupt nicht vorstellen, ihr Smartphone zum Bezahlen zu nutzen. 

Welche Möglichkeiten gibt es, bargeldlos zu bezahlen?

Neben Girocards, den ehemaligen EC-Karten, und Kreditkarten, gibt es mittlerweile zahlreiche bargeldlose Zahlungsarten. Eine einfache und bequeme Alternative zum Bargeld ist das Mobile Payment oder M-Payment. Diese Zahlungsart bezeichnet alle Zahlungen, die mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Smartwatches durchgeführt werden. 

Wie funktioniert bargeldloses Bezahlen?

In den meisten Geschäften, Restaurants oder im Taxi kannst Du bargeldlos mit Deiner Girocard oder einer Kreditkarte bezahlen. Deine Karte wird dazu in das Kassenterminal gesteckt. Um eine Zahlung zu bestätigen, benötigst Du eine PIN, die Du am Terminal eingibst. Alternativ ist bei einigen Karten oder Zahlensystemen auch eine Unterschrift notwendig. Danach ist die Transaktion freigegeben und der Betrag wird entweder direkt von Deinem Girokonto abgebucht oder Deiner Kreditkarte belastet. 

Einige Girocards und Kreditkarten ermöglichen Dir, nicht nur bargeldlos, sondern auch kontaktlos zu bezahlen. Diese Karten sind mit einem sogenannten NFC-Chip ausgestattet. NFC steht für Near Field Communication und bezeichnet einen internationalen Standard zur sicheren Übertragung von Daten per Funk über kurze Distanzen. Zum Bezahlen hältst Du einfach Deine Karte vor das Kassenterminal. 

Werden beim kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarten oder Girocards bestimmte Limits erreicht, muss eine Zahlung zusätzlich per PIN oder Unterschrift bestätigt werden.

  • Bei kontaktlosen Zahlungen mit Kreditkarten von VISA und Mastercard liegt das Limit bei einem Einkaufswert von 50 Euro.
  • Bei der Girocard, ehemals EC-Karte, müssen Beträge über 25 Euro mit der Karten-PIN oder einer Unterschrift bestätigt werden. Dieses Limit wurde aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend auf 50 Euro erhöht. Darüber hinaus müssen Nutzer ab einer Gesamtsumme von 150 Euro oder spätestens nach der fünften Zahlung mit einer zusätzlichen Sicherheitsabfrage rechnen.

Mobile Payment Apps sind eine einfache und bequeme Alternative zur Kartenzahlung. Um bargeldlos mit dem Smartphone zu bezahlen, benötigst Du eine Mobile Payment App, beispielsweise von Apple oder Google, oder eine Onlinebanking-App von Deiner Bank bzw.  Sparkasse. In dieser App hinterlegst Du eine Kreditkarte, von der Zahlungen, die Du mit dem Smartphone tätigst, abgebucht werden. Die Technologie dahinter beruht ebenfalls auf dem Übertragungsstandard NFC. Entsprechend muss Dein Smartphone auch NFC-fähig sein. Zum Bezahlen hältst Du einfach Dein Smartphone dicht vor das Kassenterminal. Eine PIN-Eingabe oder Unterschrift ist hier nicht notwendig.

Vorteile und Nachteile bei bargeldlosen Zahlungen

Die einen zahlen lieber bar, die anderen mit Karte. Ein Stück weit ist es sicher Geschmackssache. Bargeldloses Bezahlen bietet aber klare Vorteile, die nicht von der Hand zuweisen sind.

  • Münzen sind deutlich schwerer als Karten und nehmen viel Platz in Deinem Portemonnaie ein.
  • Verlierst Du Dein Portemonnaie, ist Dein Geld unwiderruflich verloren. Deine Karten kannst Du zumindest sperren lassen. 
  • Das Smartphone ist immer dabei: Wer Mobile Payment nutzt, kann seinen Geldbeutel ganz zu Hause lassen.
  • Mit Deinem Smartphone kannst nur Du bezahlen: Dein Smartphone ist durch Deine persönliche PIN oder durch biometrische Verfahren wie Face-ID oder den Fingerabdruck-Scan geschützt. 
  • Du brauchst keine Zeit für die Suche nach einem Geldautomaten verschwenden: zahl einfach direkt mit Deiner Karte oder Deinem Smartphone.

Ein möglicher Nachteil ist, dass die bargeldlose Zahlung in Deutschland noch nicht überall möglich ist. 

  • Gerade kleinere Läden oder Händler an Marktständen akzeptieren nur Bargeld. 
  • Obwohl es keinen Mindestbetrag für die Kartenzahlung gibt, und Händler Kartenzahlungen unabhängig von der Höhe eines Geldbetrags annehmen müssen, akzeptieren viele Läden Kartenzahlung erst ab 5 oder 10 Euro.

Mobile Payment und Mobile-Payment-Anbieter sind auf dem Vormarsch. Bis Deutschland das Bargeld komplett abschafft, ist es aber noch ein weiter Weg. Die Technologie ist längst da. Aber das Nutzerverhalten und die Vorbehalte der Deutschen in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr sichern den heiß geliebten Münzen und Scheinen noch ein langes Leben.


Last updated byFlorian Kassel