Debitkarte

Die Debitkarte ist eine Zahlungskarte, die zum Geld abheben am Geldautomaten und zum bargeldlosen Bezahlen in Geschäften, an Tankstellen, in Restaurants oder Cafés eingesetzt wird. Bestimmte Debitkarten können auch beim Onlineshopping genutzt werden.

Was ist eine Debitkarte?

Der Ausdruck „debit“ stammt aus dem Englischen und bedeutet belasten oder abbuchen. Die Ausgabe der Debitkarte erfolgt über Banken oder Kreditinstituten und ist mit dem Girokonto oder dem Geschäftskonto eines Kunden verbunden. Zahlungen, die mit dieser Karte getätigt werden, werden diesem Konto umgehend belastet oder abgebucht. Das setzt voraus, dass das Referenzkonto über ausreichend Guthaben verfügt. Sofern mit der Bank oder dem Kreditinstitut vereinbart, steht ein Dispositionskredit oder bei Geschäftskonten ein Kontokorrentkredit zur Verfügung. Für die geduldete Überziehung mit der Debitkarte gelten die gleichen Konditionen wie für das Girokonto oder Geschäftskonto.

In Deutschland wurden laut Statista bis Ende des Jahres 2019 rund 115,6 Millionen Debitkarten an Bankkunden ausgegeben. Sie wird häufig auch als Bankkarte oder Sparkassenkarte bezeichnet. Die wohl bekannteste Debitkarte ist die Girocard.

Die Chipkarte wird in der Regel wie alle anderen Zahlungskarten auch aus Kunststoff im ISO-7810-Format hergestellt.

Wie funktioniert die Debitkarte?

Die Debitkarte ist der Nachfolger der ec-Karte. Während Kunden mit ihrer ec-Karte zunächst nur Bargeld in einer Bankfiliale abheben konnten, kamen mit den Debitkarten weitere Funktionen zum bargeldlosen Bezahlen am Point of Sale POS und zum Abheben von Bargeld am Geldautomaten hinzu. Um mit dieser Karet zu bezahlen oder am Geldautomaten Bargeld abzuheben, benötigen die Kunden eine vierstellige PIN, die über eine Verbindung zum Chip auf der Karte überprüft wird. Kleine Beträge können mit der Debitkarte meist auch ohne PIN-Eingabe gezahlt werden. 

Mittlerweile verfügen die Karten auch über eine Funktion zum kontaktlosen Bezahlen am POS. Die Debitkarte wird nicht in das Kartenterminal eingeführt, sondern lediglich an das Kassenterminal gehalten. Ob eine Debitkarte zum kontaktlosen Bezahlen geeignet ist, erkennen Kunden am aufgedruckten Kontaklos-Symbol

Kosten für das Bezahlen mit der Debitkarte

Verfügt ein Kunde über kein kostenloses Giro- oder Geschäftskonto, zahlt er die entsprechenden Kontoführungsgebühren. Die Debitkarte erhält er kostenlos. Die Gebühren, die am POS anfallen, übernehmen meist die Händler, sodass das Bezahlen mit Debitkarten für den Kunden mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden ist. In vielen Geschäften können sich Kunden beim Einkaufen auch kostenlos Bargeld auszahlen lassen. Wer die Debitkarte nutzt, um Bargeld am Geldautomaten abzuheben, muss darauf achten, ob gegebenenfalls Gebühren für die Abhebung anfallen. 

Kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen

Sofern eine Debitkarte diese Funktion unterstützt, kann sie auch zum kontaktlosen und mobilen Bezahlen über das Smartphone genutzt werden. Um diese Funktion zu nutzen, müssen Kunden sich zunächst eine Bezahl-App wie Apple Pay oder Google Pay herunterladen. Einigen deutschen Banken und Sparkassen bieten hierzu auch hauseigene Onlinebanking-Apps an. Die Debitkarte wird in der App hinterlegt, mit dem Smartphone verknüpft und bei Zahlungen mit dem Smartphone über eine NFC-Schnittstelle belastet.

Im Ausland mit der Debitkarte bezahlen

Die Nutzung der Debitkarte beruht in Deutschland auf einem rein deutschen Verfahren. Das bedeutet, dass die Debitkarten im Ausland nicht ohne Weiteres nutzbar sind. Damit Bankkunden für Zahlungen und Abhebungen im Ausland keine weiteren Karten benötigen, kooperieren die deutschen Anbieter im Rahmen des sogenannte Co-Badging mit internationalen Debitkarten-Systemen von Visa oder Mastercard:

  • Maestro (Debitkarten-System von Mastercard)
  • V-Pay (Debitkarten-System von Visa)

Ob eine Debitkarte mit einer Maestro- oder V-Pay-Funktionalität ausgestattet ist, erkennen Kunden am zusätzlichen Maestro- bzw. V-Pay-Logo auf ihrer Karte.

Mit Debitkarten online bezahlen

Debitkarten deutscher Banken und Kreditinstitute können nicht für Käufe im Internet genutzt werden. Wer seine Debitkarte zum online shoppen nutzen will, benötigt eine Debitkarte, die direkt von den Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa angeboten wird. Mit Mastercard Debit oder der Visa Card Debit können Kunden auch Käufe im Internet bezahlen. Obwohl die Karten von Kreditkartenunternehmen herausgegeben werden, handelt es sich aber ausdrücklich nicht um Kreditkarten. Einkäufe werden wie bei allen Debitkarten unmittelbar dem Konto belastet. 

Wie sicher sind Debitkarten?

Auf der Debitkarte finden sich genau wie auf der Kreditkarte der Name des Karteninhabers, der 13- bis 19-stelligen Kartennummer und die Gültigkeit der Karte. Diese Informationen sind in erhabener Schrift auf der Vorderseite aufgedruckt. Auf der Rückseite der Karte befindet sich der Sicherheitscode der Debitkarte, der sogenannte Card Verification Code (CVC2) oder auch Card Verification Value (CVV). Diese 3-stellige Prüfnummer oder Sicherheitsnummer wird beim Bezahlen zur Verifizierung genutzt. Um die Karte zu nutzen, wird zudem die vierstellige PIN benötigt, die nur dem Karteninhaber bekannt ist. Um zu verhindern, dass unbefugte Dritte die Debitkarte benutzen, muss die PIN bei jeder Kartentransaktion eingegeben werden. Damit sind Debitkarten genau so sicher wie Kreditkarten.

Was sind die Vorteile und Nachteile der Debitkarte?

Der größte Vorteil der Debitkarte ist, dass ein Kontoinhaber nur über das Guthaben, das sich auf seinem Konto befindet und der von der Bank geduldeten Überziehung, verfügen kann. Damit wird eine Überschuldung vermieden. Zudem sind Debitkarten meist kostenlos

Das gilt allerdings uneingeschränkt nur für die Nutzung innerhalb Deutschlands. Einige Anbieter verlangen für die Nutzung im europäischen Ausland ebenfalls keine Gebühren. Im nicht-europäischen Ausland kann die Nutzung von Debitkarten aufgrund anfallender Gebühren teuer werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Debitkarte über keinen Kreditrahmen verfügt. Entsprechend kann sie auf Reisen beispielsweise bei einer Autovermietung oder im Hotel nicht als Sicherheit hinterlegt werden. 

Was ist eine virtuelle Debitkarte?

Eine virtuelle Debitkarte wird vollständig digital ausgegeben. Das heißt, der Kunde erhält keine Plastikkarte. Voraussetzung, um einen. Virtuelle Debitkarte zu beantragen, ist ein Girokonto bei der entsprechenden Bank. Die Karte kann zum mobilen Bezahlen mit Apple Pay und Google Pay statt einer klassischen Kreditkarte genutzt werden. Die Autorisierung und Abrechnung der Transaktionen erfolgt direkt über das verbundene Girokonto.

Unterschied zwischen Debitkarten und Kreditkarten

Der wohl größte Unterschied zwischen Debitkarten und Kreditkarten ist die unterschiedliche Art der Kontobelastung. Bei der Debitkarte werden alle Transaktionen unmittelbar dem verknüpften Konto belastet. Im Gegensatz dazu begleicht der Kreditkartenanbieter zunächst alle Zahlungen und bucht sämtliche zu einem bestimmten Stichtag in einer Gesamtsumme ab sie gewährt dem Kunden also einen Kredit. Alternativ zur Zahlung der Gesamtschuld kann auch eine Ratenzahlung vereinbart werden. In diesem Fall werden zwischen zwei und zehn Prozent der Abrechnungssumme als Teilzahlung vereinbart. Die Restschuld wird in monatlichen Raten abgeglichen.

Darüber hinaus profitieren Kreditkartenbenutzer häufig von Zusatzleistungen wie einer Reiserücktritts- oder Gepäckversicherung oder der Teilnahme an Bonusprogrammen. Zudem dient die Kreditkarte aufgrund des Kreditrahmens als Sicherheit und Bargeldabhebungen sind im Gegensatz zur Debitkarte mit der Kreditkarte meist gebührenfrei.

Unterschied zwischen Debitkarten und Prepaid-Kreditkarten

Bei beiden Zahlungskarten handelt es sich um Karten auf Guthabenbasis. Allerdings benötigen Kunden im Vergleich zur Debitkarte oder zur Kreditkarte für die Prepaid-Karte kein Referenzkonto. Das Guthaben wird einfach auf die Karte geladen. Entsprechend ist für die Beantragung einer Prepaid-Kreditkarte auch keine Bonitätsprüfung notwendig.


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