Kreditkartennummer

Sie ist erhaben, besteht aus mindestens 12 und höchstens 16 Ziffern und ziert die Vorderseite der Kreditkarte. Die Rede ist von der Kreditkartennummer. Die Kreditkartennummer wird im elektronischen Zahlungsverkehr und beim Abheben von Geld am Geldautomaten benötigt oder beim Onlineshopping angegeben. Sie enthält Informationen, die den Inhaber der Kreditkarte identifizieren und und ihn eindeutig seinem Konto bei dem jeweiligen Kreditinstitut zuordnen.

Zum Schutz des Karteninhabers muss er seine Identität zusätzlich mit seiner Unterschrift oder über seine vierstellige PIN bestätigen. Neben der Kreditkartennummer enthält die Kreditkarte auf der Vorderseite und auf der Rückseite zahlreiche weitere Informationen über den Karteninhaber sowie den Aussteller der Kreditkarte.

Das Kreditkartenformat

Bankkarten wie Debit- oder Kreditkarten zählen wie Personalausweis und Führerschein zu den sogenannten Identifikationsdokumenten. Ihr Format, das ID-1-Format, wurde 1985 in der internationalen Norm ISO/IEC 7810 festgelegt. Demnach ist jede Kreditkarte mit minimalen Abweichungen gleich groß und dick. Sie ist 85,60 mm breit und 53,98 mm hoch. Die zulässige Abweichung von diesem Normmaß beträgt  +0,05 mm und −0,06 mm in der Breite und +0,12 mm sowie −0,13 mm in der Höhe. Die Dicke des ID-1-Formates ist auf 0,76 mm mit einer Abweichung von ±0,08 mm festgelegt. Die abgerundeten Ecken sind ebenfalls normiert: Gemäß der Norm ISO/IEC 7813 beträgt ihr Radius 3,18 mm.

Wo steht die Kreditkartennummer?

Die Kreditkartennummer befindet sich auf der Vorderseite der Kreditkarte. Neben dieser Nummer  befinden sich dort weiterer Angaben über

  • das ausgebende Kreditinstitut
  • den Kreditkartenanbieter
  • die Gültigkeit der Kreditkarte 
  • den Vor- und Nachnamen des Karteninhabers

Zudem befindet sich der Chip zum elektronischen Bezahlen vorne auf der Kreditkarte. Langfristig soll der sogenannte EMV-Chip den Magnetstreifen auf der Rückseite der Kreditkarte ersetzen. Im Gegensatz zum Magnetstreifen kann der Chip besser gegen Manipulation oder Duplizierung geschützt werden. Die Echtheit der Karte und die Prüfung der PIN kann zudem auch offline stattfinden. Ein weiterer Vorteil des Chips ist, dass er nicht nur ein reiner Datenspeicher ist, sondern über Rechenkapazitäten verfügt, die weitere Zusatzfunktionen wie eine elektronische Geldbörse oder Kundenbindungsprogramme ermöglichen.

Handelt es sich um eine Firmenkreditkarte, kann statt dem Vor- und Nachnamen des Karteninhabers auch der Name des Unternehmens auf der Kreditkarte stehen. Prepaid-Kreditkarten funktionieren auf Guthabenbasis und werden zum Teil auch ohne Namen anonym von den Kreditkartenanbietern ausgegeben.

Die Kreditkartennummer, die Gültigkeit der Karte und der Name des Karteninhabers sind üblicherweise hochgeprägt. Diese Hochprägung diente den klassischen Kohlepapierbelegen, bei denen die Angaben mithilfe analoger Imprinter –  mechanischer Geräte, mit denen die erhabene Kreditkartennummer auf dem eingelegten Beleg durchgedrückt wird. Mittlerweile haben Kartenlesegeräte, die beim elektronischen Bezahlen auf den Magnetstreifen oder den Chip auf der Kreditkarte zugreifen, die Imprinter jedoch überwiegend abgelöst. Die Hochprägung besteht noch weiter für den Fall, dass die elektronischen Lesegeräte einmal ausfallen.

Gültigkeit der Kreditkarte

Kreditkarten sind in der Regel zwei bis fünf Jahre gültig. Die Gültigkeit wird meist mit zwei Ziffern für den Monat und zwei Ziffern für das Jahr (mm/jj) angegeben. Die Gültigkeit wird bei jedem Bezahlvorgang abgefragt. Abgelaufene Karten können nicht mehr verwendet werden. 

Was verbirgt sich hinter den Zahlenblöcken der Kreditkartennummer?

Die 12- bis 16-stellige Kreditkartennummer ist für die bessere Lesbarkeit in vier Blöcke aufgeteilt. Sie gibt unter anderem Aufschluss über den Herausgeber der Kreditkarte, den Kreditkartentyp sowie die dazugehörige Kontonummer.

Die ersten sechs Ziffern der Kreditkarte bilden den BIN-Code oder auch die Issuer Identification Number (IIN), der den Herausgeber der Kreditkarte sowie das ausgebende Kreditinstitut identifiziert. 

Die ersten beiden Ziffer kennzeichnen den Kreditkartenanbieter:

  • VISA: 4
  • MasterCard: 51-55
  • Amex: 34 oder 37
  • Diners Club: 36 und 38

Die Ziffern 3 und 4 stehen für die Bank, die Ziffern 5 und 6 bezeichnen den Kreditkartentyp: Standardkarte, Platinkarte, Goldkarte, Hauptkarte, Zweitkarte, Partnerkarte oder Firmenkreditkarte. Die BIN wird bei jedem Einsatz der Kreditkarte am Geldautomaten, ausgelesen, um die Kreditkarte einer Bank zuzuordnen.

Die Kontonummer

Die folgenden Ziffern bezeichnen eine Kontonummer, die mit der Kreditkarte verbunden ist. Diese Kontonummer entspricht nicht der Nummer des Bankkontos, von dem die Kreditkartenabrechnung abgebucht wird, sondern sie wird individuell für die jeweiligen Kreditkarten eines Kunden vergeben. So können mehrere Kreditkarten über ein Bankkonto laufen.

Die letzte Ziffer ist immer eine Prüfziffer, mit der anhand des sogenannten Luhn-Algorithmus berechnet bzw. geprüft werden kann, ob eine Kreditkartennummer gültig und in sich schlüssig ist.

Hat man die Kreditkarte nicht zur Hand, kann man die Kreditkartennummer entweder seinen Unterlagen, mit denen man die Kreditkarte erhalten hat, entnehmen oder man wendet sich alternativ an den Kundenservice seiner Bank.

Neue Kreditkarte, neue Kreditkartennummer?

Läuft die Gültigkeit einer Kreditkarte ab, erhalten Kunden meist automatisch eine neue Kreditkarte. In diesem Fall bleibt die Kreditkartennummer bestehen. Es ändert sich lediglich die Prüfnummer auf der Rückseite der Kreditkarte. 

Eine neue Kreditkartennummer wird meist nur dann vergeben, wenn die Kreditkarte gestohlen wurde oder verloren gegangen ist. 

Die Rückseite der Kreditkarte

Auf der Rückseite der Kreditkarte befindet sich ein Magnetstreifen, der wie der Chip auf der Vorderseite zum elektronischen Bezahlen ausgelesen wird. Der Magnetstreifen ist codiert und verwendet bestimmte Zeichensätze zur Verschlüsselung der Daten. 

Ebenfalls auf der Rückseite der Karte befindet sich eine drei- bis vierstellige Kreditkartenprüfnummer, auch CVC2 oder CVV2 (Card Validation Code bzw. Card Verification Value) genannt, die zu Sicherheitszwecken eingesetzt wird. Bei VISA, EuroCard und MasterCard besteht die Prüfnummer aus drei Zahlen, bei American Express aus vier Zahlen. 

Zudem befindet sich das Feld für die Unterschrift des Karteninhabers auf der Rückseite. Hier tauchen auch die letzten vier Ziffern der Kreditkarte wieder auf. Sie stellen ein weiteres Sicherheitsmerkmal dar und dienen dem Abgleich der Kartenprüfnummer mit der Kartennummer. Zu guter Letzt ist auf der Rückseite auch die Anschrift des ausgebenden Kreditinstituts vermerkt. 

Optische Gestaltung der Kreditkarte

In der optischen Gestaltung sind die Kartenausteller frei. In der Regel trägt die Kreditkarte das Logo der ausgebenden Bank und ist farblich und bei der verwendeten Schriftart mit dem Corporate Design des Geldinstituts abgestimmt.

Was sind Fake-Kreditkartennummern?

Um den Bezahlvorgang in Onlineshops oder andere Anwendungen, für die man eine gültige Kreditkarte benötigt, zu testen, werden über bestimmte Onlinetools oder Generatoren im Internet sogenannte Fake-Kreditkartennummern sowie ein Ablaufdatum und ein gültiger CVV-Sicherheitscode generiert. Diese Daten werden zufällig generiert und entsprechen keiner echten Kreditkarte eines Karteninhabers einer Bank.


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