Eigenkapital: Das solltest Du wissen

Beschäftigt man sich mit Unternehmertum, Franchising, Existenzgründung oder der Selbstständigkeit im Allgemeinen taucht immer wieder das Wort Eigenkapital auf.

Es ist nötig zur Beantragung von Krediten und beispielsweise auch Franchisegeber fordern stets eine bestimmte Summe, die in Form von Eigenkapital beim zukünftigen Franchisenehmer vorhanden sein sollte.

Auch bei der Gründung Deines eigenen Start-ups kommst Du ohne Eigenkapital zu Beginn nicht weit. Es ist also das A und O für jeden Unternehmer. Doch was sich hinter diesem Begriff nun wirklich verbirgt, wollen wir Dir im folgenden Artikel näherbringen.

Eigenkapital – eine erste Annäherung

Der Begriff Eigenkapital lässt sich vor allem in der Betriebswirtschaftslehre wiederfinden. Es sind viele verschiedene Definitionen im Umlauf, die mal mehr und mal weniger ein genaues Bild des Wortes zeichnen.

Zunächst kann Eigenkapital als Kapitalanteil eines Unternehmens angesehen werden. Es entspricht also allen finanziellen Mitteln, welche in Form von erwirtschaftetem Gewinn innerhalb des Unternehmens vorhanden sind oder dem privaten Kapital, welches die Gründer beispielsweise in das Unternehmen miteingebracht haben.

Eigenkapital stellt für wirtschaftliche Einrichtungen also vor allem ein sicheres Fundament dar, auf welchem sich Unternehmen gründen und weiterentwickeln.

Für Privatpersonen sieht die Sache etwas anders aus. Der Begriff findet hier hauptsächlich beim Thema Immobilienfinanzierung Verwendung. Möchte sich das frisch verheiratete Paar Müller zum Beispiel ein schönes Eigenheim leisten, in welchem sie den Rest ihres Lebens gemeinsam verbringen, so benötigen sie zu allererst Eigenkapital.

Durch dieses garantieren sie der Bank eine gewisse Sicherheit, die natürlich ein großes Risiko eingeht bei der Kreditvergabe.

Eigenkapital muss aber nicht immer in der klassischen Form von Rücklagen vorhanden sein. Weiterhin fließen in das Eigenkapital auch Wertpapiere, Tagesgeldkonten und Bausparverträge mit ein.

Die Bausparverträge müssen im Gegensatz zu den Wertpapieren, die möglichst gewinnbringend verkauft werden sollten, nicht aufgelöst werden.
Sie werden stattdessen schlicht und einfach an die Bank abgetreten.

Wer selbst nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, um sich seinen Traum vom neuen Haus oder vom eigenen Unternehmen zu erfüllen, der muss die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Heutzutage gibt es unzählige Zuschüsse, wie zum Beispiel die Förderung der KfW Bankengruppe oder Landesförderungen.

Weiterhin existieren mittlerweile sogenannte virtuelle Marktplätze, welche Investoren und Kreditsuchende in Verbindung miteinander bringen.

Wie kannst Du Dein Eigenkapital berechnen?

Wer eine Existenzgründung ins Auge gefasst hat, oder eine teure Finanzierung plant, sollte vor dem obligatorischen Banktermin zunächst einen Kassensturz vornehmen. Du solltest nicht nur darauf achten, was Du zur Verfügung hast, sondern vor allem auch überprüfen, zu welchem Zeitpunkt Du darauf zurückgreifen kannst.

Bis Du dieses als Eigenkapital verwenden kannst, nutzt man in der Regel eine Zwischenfinanzierung. Um Dir nun über den Betrag bewusst zu werden, den Du als Eigenkapital deklarieren kannst, solltest Du zunächst alle sicheren Geldanlagen zusammenzählen.

Unter diesen versteht man beispielsweise Sparguthaben, Termingelder und zuteilungsreife Bausparverträge, aber auch Wertpapiere und Eigenkapital wie Edelmetall oder Gold. Hast Du alle verfügbaren Geldanlagen aufgelistet, solltest Du deren ungefähren Wert errechnen.

Aber Vorsicht! Die Wertschwankung der Aktien, Anleihen und Fondsanteile sollten unter keinen Umständen außer Acht gelassen werden. Um eine langfristige Tilgungsplanung zu ermöglichen, solltest Du im letzten Schritt auch die Kapitalanlagen einplanen, auf welche Du erst zu einem späteren Zeitpunkt zurückgreifen kannst.

Um böse Überraschungen zu vermeiden und um auf der sicheren Seite zu sein, wird angeraten, drei bis sechs Nettogehälter von der Gesamtsumme abzuziehen. So entsteht eine Reserve, welche für unvorhergesehene Ausgaben verwendet werden kann.

Die Bedeutung des Eigenkapitals für die Buchhaltung

Für die Abteilung für Buchhaltung spielt das Eigenkapital eine große Rolle. In der Regel wird das Eigenkapital mit Fremdkapital verglichen und dementsprechend wird daraus dann eine Bilanz des Unternehmens gezogen. Diese teilt sich in zwei Seiten auf:

  1. Die Aktivseite: Hier wird Anlage- und Umlaufvermögen aufgelistet
  2. Die Passivseite: Hierzu zählt der Gewinn- und Verlustvortrag, der Jahresüberschuss und Jahresfehlbetrag, das gezeichnete Kapital, Rücklagen in Form von Kapital, Gewinn, Anteile an Unternehmen oder satzungsmäßige und gesetzliche Rücklagen

Vergleicht man nun in der Bilanz die Bestände des Eigenkapitals am Anfang und am Ende eines Geschäftsjahres kann aus der sich ergebenden Differenz der Gewinn des Unternehmens ermittelt werden. Dieses Verfahren wird auch gerne als Eigenkapitaldifferenz oder Eigenkapitalvergleich bezeichnet.

Das Eigen-Kapital als Merkmal guter Unternehmen

Über je mehr Eigenkapital ein Unternehmen verfügt, desto höher ist die Reputation des Unternehmens. Mit der Hilfe der sogenannten Eigenkapitalquote wird hierfür die Relation zwischen dem bestehenden Eigenkapital und dem Fremdkapital gezogen.

Liegt der Anteil des Eigenkapitals dann mindestens über 20 Prozent, hat man als Unternehmen bei Banken und Investoren einen ausgezeichneten Ruf.

Weiterhin kann sich das Eigenkapital jedoch nicht nur positiv auf das Image Deines Unternehmens auswirken, sondern kann Dir auch helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Denn wer ein eigenes Unternehmen leitet, steht häufig vor der Wahl Investitionen zu tätigen, oder sein Geld lieber bei sich zu behalten. Wer sich also vor bösen Überraschungen schützen möchte, sollte die Eigenkapitalrentabilität der Investition errechnen.

Diese lässt sich durch die Multiplikation des Gewinns mal 100 herausfinden. Die Summe dieser Zahl muss im Anschluss daran durch das Eigenkapital dividiert werden. Sollte die errechnete Ziffer über dem momentanen Zinssatz liegen, kannst Du Dir gratulieren, denn Deine Investition hat sich nun wahrlich ausgezahlt.

Die Rolle für Unternehmen und Selbstständige

Wie schon angesprochen, hat das Eigenkapital eine enorme Bedeutung für Unternehmen und Selbstständige. Denn zu Beginn ihrer Existenzgründung sollten diese über Eigenkapital verfügen, um in der Lage zu sein Fremdkapital aufzunehmen. Leider reicht Fremdkapital allein nämlich nicht aus, um ein Unternehmen oder eine Kapitalgesellschaft zu gründen.

Weiterhin ermöglicht uns das Eigenkapital, entstehende Verluste aufzufangen und auszugleichen. Wer also ein hohes Eigenkapital gesammelt hat, wird keine Schwierigkeiten haben, das ein oder andere schlechte Geschäftsjahr zu verkraften.

Ein letztes Wort

Egal ob Privathaushalt oder Unternehmen – es ist immer von Vorteil über Eigenkapital zu verfügen. Dieses bewahrt uns vor schlechten Investitionen, gibt uns Rückhalt in Krisenzeiten und lässt uns in der Öffentlichkeit gut dastehen.

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Einzelnachweise

Zuletzt aktualisiert vonOliver