Das Wichtigste zur Einkommensteuer

Die Einkommensteuer – eine Steuer, mit der sich Steuerzahlende in Deutschland mindestens einmal jährlich auseinandersetzen müssen. Häufig wirft dieses Thema Fragen und Unklarheiten auf, die für viele Steuerzahlende schwierig zu klären sind.

Was die Einkommenssteuer ist und was du rund um das Thema Einkommensteuer beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel!

Was ist die Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer ist eine Steuer, welche an die Finanzämter gezahlt werden muss. Konkret wird unter der Einkommensteuer die Besteuerung der gesamten jährlichen Nettoeinnahmen einer oder eines Steuerpflichtigen verstanden. Nettoeinnahmen sind Einkünfte nach Abzug bestimmter Ausgaben.

Die Einkommensteuer wird auf Basis der Einkommensteuererklärung berechnet, die beim Finanzamt eingereicht wird. Das Ergebnis ist der Einkommensteuerbescheid, welcher die Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer festlegt.
Alle Regelungen und Vorgaben zur Einkommensteuer sind gesetzlich im Amtlichen Einkommensteuer-Handbuch (auch EStH) des Bundesministeriums der Finanzen (auch BMF) festgehalten und definiert.

Wer muss die Einkommensteuer zahlen?

Steuerpflichtig sind alle natürlichen Personen, die in Deutschland leben und Einkünfte haben. Eine natürliche Person ist beispielsweise der selbstständige Tischlermeister, ebenso die angestellte Personalchefin oder der Rentner, der durch Wohnungsvermietungen monatliche Mieteinnahmen im vierstelligen Bereich hat. Zwischen Selbstständigen und Arbeitnehmer*innen gibt es jedoch einige wichtige Unterschiede.

Selbstständige müssen Einkommensteuer zahlen und aus diesem Grund jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung einreichen. Arbeitnehmer*innen zahlen Lohnsteuer. Durch die Lohnsteuerzahlungen ist die Zahlung der Einkommensteuer für Arbeitnehmer*innen in der Regel abgegolten.

Ausnahme sind zum Beispiel Arbeitnehmer*innen, die zusätzliche Nebeneinkünfte haben. In einem solchen Fall ist die Einkommensteuererklärung ebenfalls verpflichtend. Auch sinnvoll kann es für Arbeitnehmer*innen sein, eine Einkommensteuererklärung auf freiwilliger Basis einzureichen, um zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückzufordern. Mehr dazu erfährst in dem Artikel Einkommensteuererklärung.

Wichtig: Bedenke, dass auch Einkünfte aus dem Ausland in Deutschland versteuert werden müssen, ebenso Zinsen, Mieteinnahmen und teils auch Gewinne, wie zum Beispiel der Lottogewinn.

Wie hoch ist die Einkommensteuer?

Grundsätzlich werden zur Berechnung der Einkommensteuer alle Einkünfte, also das Gesamteinkommen der oder des Steuerpflichtigen betrachtet. Die allgemeinen Steuertarife für Einkommen- und Lohnsteuer sind gleich und abhängig von der Höhe des Einkommens.

Somit sprechen wir von einer Staffelung der Steuersätze. Das bedeutet für dich, dass du einem hohen Steuersatz unterliegst, wenn du ein hohes Gesamteinkommen im Jahr hast und dass du weniger Einkommensteuer zahlen musst, wenn dein gesamtes jährliches Einkommen gering ist.

Die Höhe der Besteuerung deines Einkommens richtet sich ebenfalls nach deinen persönlichen Verhältnissen, also danach, ob du verheiratet/ verpartnert oder ledig bist. Die Besteuerung des Einkommens ist für Alleinstehende höher und für (Ehe-)Partner niedriger.

Auch die Höhe des Einkommensteuer-Freibetrags richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen. Es gilt grundsätzlich, dass 2020 ein Jahresgesamteinkommen bis 9.408€ (2019: 9.168€) für Alleinstehende als Freibetrag nicht besteuert wird.

Für (Ehe-)Paare, die gemeinsam eine Einkommensteuererklärung einreichen, ist diese Grenze doppelt so hoch. Das bedeutet, dass Einkommen unter der dem jeweiligen Einkommensteuer-Freibetrag mit einer Belastung von 0 % versteuert werden und du somit keine Einkommensteuer zahlen musst. Der Spitzensteuersatz für sehr hohe Einkommen liegt bei 45 %.

Wie setzt sich die Einkommensteuer zusammen?

Für eine genaue Berechnung der Einkommensteuer werden von der Summe der gesamten Einkünfte eines Jahres einige nicht zu versteuernde Beträge wieder abgezogen. Einkünfte, die der Einkommensteuer unterliegen, sind nach dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) als Einkunftsarten definiert: Einkünfte aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieben, aus Land- und Forstwirtschaft, aus Kapitalvermögen, Vermietung sowie Verpachtung und sonstige Einkünfte, wie zum Beispiel Versorgungsleistungen oder private Rentenbezüge.

Zu den nicht zu versteuernden Beträgen zählen unter anderem Betriebsausgaben, Steuerfreibeträge, wie zum Beispiel der Kinder- oder Rentenfreibetrag oder Werbungskosten. Werbungskosten sind Ausgaben, die du tätigst, um überhaupt Geld verdienen zu können, dazu zählen zum Beispiel Kosten für Bewerbungsfotos. Nach Abzug dieser Kosten, Beträge und Ausgaben erhältst du das Resultat des zu versteuernden Einkommens.

Mithilfe der Einkommenssteuer-Grundtabelle des deutschen BMF wird die Höhe der Einkommenssteuer berechnet. Von dem errechneten Betrag werden Vorauszahlungen abgezogen, also Einkommensteuer-Vorauszahlungen von Selbstständigen und Lohnsteuerzahlungen für Arbeitnehmer*innen.

Das Ergebnis ist der Betrag, welchen du als Einkommensteuer bei deinem Finanzamt nachzahlen oder von diesem rückerstattet bekommst.

Wann muss die Einkommensteuer gemeldet werden?

Die Anmeldung der Einkommensteuer erfolgt jedes Jahr durch die Abgabe deiner Einkommensteuererklärung und ist an Fristen gebunden.

Die Fristen richten sich danach, ob du freiwillig die Einkommensteuer anmelden möchtest oder als Pflichtveranlagter diese anmelden musst Pflichtveranlagte sind Personen, die verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung einzureichen, also Selbstständige und alle anderen natürlichen Personen mit zusätzlichen Nebeneinkünften.

Pflichtveranlagte müssen die Daten zur Berechnung der Einkommensteuer beim Finanzamt bis Ende Juli des Folgejahres einreichen. Die Einkommensteuererklärung 2018 musste dem Finanzamt also spätestens am 31. Juli 2019 vorliegen.

Wenn du zur Abgabe der Einkommensteuererklärung ein Steuerbüro beauftragst, verlängert sich diese Frist um weitere sieben Monate, in diesem Fall bis zum 28.02.2020.

Personen, die freiwillig eine Einkommensteuererklärung einreichen möchten, haben vier Jahre lang Zeit, diese abzugeben. Danach verfällt der Anspruch, zu viel gezahltes Geld zurückzuverlangen.

Was solltest du behalten?

Wir hoffen, dass du einen etwas näheren Einblick auf das Thema Einkommensteuer erhalten hast und sich einige deiner Fragen klären konnten!

Doch was sind schlussendlich die wichtigsten Punkte für dich?

Es ist wichtig, dass du dir über deine persönliche(n) Einkunftsart(en) bewusst bist und einordnen kannst, zu welcher Personengruppe du gehörst. Folgende Fragen geben dir eine grundlegende Orientierung über das Thema Einkommensteuer und inwiefern dich dieses betrifft:

  • Bist du Arbeitnehmer*in oder selbstständig tätig? Davon hängt ab, ob du verpflichtend eine Einkommensteuererklärung machen musst.
  • Bist du verheiratet und gemeinsam mit deinem Ehepartner veranlagt? Je nach Veranlagung steigt dein Einkommensteuer-Freibetrag.
  • Liegt dein Einkommen über dem jährlichen Freibetrag? Dann solltest du überprüfen lassen, ob du verpflichtet bist, eine Einkommensteuererklärung einzureichen oder die Einkommensteuer bereits über deine Lohnsteuerzahlungen abgegolten ist. Bedenke, dass auch eine freiwillige Steuererklärung sinnvoll sein kann.
  • Hast du in deiner Haupttätigkeit zusätzliche Nebeneinkünfte, wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder hohe Zinsen? Überprüfe, ob diese sonstigen Einkünfte deinen Steuerfreibetrag übersteigen und du verpflichtet bist, Einkommensteuer zu zahlen.

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Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel