Einkommenssteuererklärung

Mit der Erstellung ihrer Einkommenssteuererklärung haben viele Steuerpflichtige Schwierigkeiten. Was die Einkommenssteuererklärung beinhaltet und wie Du möglicherweise sogar von dieser profitieren kannst, erläutern wir Dir in diesem Artikel!

Was ist eine Einkommenssteuererklärung?

Mit der Einkommenssteuererklärung meldest Du Deine Zahlung der Einkommenssteuer an. Du informierst das Finanzamt über sämtliche Einkünfte, über abzugsfähige Ausgaben, Dein Nettoeinkommen sowie die zu zahlende Einkommenssteuer.

Die Einkommenssteuererklärung besteht aus verschiedenen vom Finanzamt vorgegebenen Formularen, welche jährlich beim Finanzamt eingereicht werden. Die genauen Inhalte und Informationen, die in der Einkommenssteuererklärung anzugeben sind, sind ebenfalls von der Finanzverwaltung über die Formulare vorgegeben. Du musst die Formulare ausfüllen, die für Deine Einkommenssteuererklärung von Bedeutung sind.

Wer muss eine Einkommenssteuererklärung abgeben?

Eine Einkommenssteuererklärung muss abgeben, wer steuerpflichtig ist. Steuerpflichtig ist, wer folgende Einkünfte hat: Einkünfte aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieben, aus Land- und Forstwirtschaft, aus Kapitalvermögen, Vermietung sowie Verpachtung und sonstige Einkünfte, wie zum Beispiel Versorgungsleistungen oder private Rentenbezüge.

Diese Einkünfte müssen immer dann versteuert werden, wenn sie über dem jährlichen Freibetrag liegen. Der Freibetrag ist der Betrag, den Du einnehmen darfst, ohne dass Einkommenssteuer erhoben wird. Nicht verpflichtet eine Einkommenssteuererklärung zu machen, sind somit Personen, die ein jährliches Gesamteinkommen unter dem steuerlichen Freibetrag von 9.408€ ab 2020 für Alleinstehende haben. 2019 liegt dieser steuerliche Freibetrag noch bei 9.168€. Für gemeinsam Veranlagte, zum Beispiel ein Ehepaar, liegt dieser Steuerfreibetrag doppelt so hoch.

Selbstständige und Freiberufler/innen erzielen Einkünfte aus selbstständiger Arbeit und müssen deshalb eine Einkommenssteuererklärung einreichen. Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit betreffen Arbeitnehmer/innen. Für diese Personen gilt eine beschränkte Steuerpflicht, da die Einkommenssteuer normalerweise bereits durch die Zahlung der Lohnsteuer abgegolten ist.

Das bedeutet, dass keine Einkommenssteuer mehr gezahlt werden muss. Trotzdem: Es kann auch für diese Personengruppe sinnvoll sein, jedes Jahr eine Einkommenssteuererklärung freiwillig einzureichen, um eventuell zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückzuerhalten.

Wichtig: Vergiss nicht, dass Du zum Beispiel als Rentner/in, Student/in oder auch als Arbeitnehmer/in eine Einkommenssteuererklärung einreichen musst, wenn Du hohe Nebeneinkünfte über dem steuerlichen Freibetrag erzielst. Diese Nebeneinkünfte können Einnahmen aus verschiedenen Bereichen sein, wie beispielsweise hohe Pacht- sowie Mieteinnahmen, Zinsen und auch Einnahmen durch Jagd.

Wie wird die Einkommenssteuererklärung abgegeben?

Als Einkommenssteuerpflichtige/r musst Du die Einkommenssteuererklärung einmal jährlich beim Finanzamt einreichen. Normalerweise hast du bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit, Deine Einkommenssteuererklärung einzureichen. Bei einer Abgabe durch einen Steuerberater verlängert sich diese Abgabefrist um sieben Monate auf den 27./ 28. Februar des folgenden Jahres.

Wichtig: Wer die Abgabefristen versäumt, muss Versäumniszuschläge bezahlen. Reichst Du freiwillig eine Einkommenssteuererklärung ein, hast Du vier Jahre lang Zeit, die Erklärung für das betreffende Jahr nachzureichen. Nach vier Jahren verfällt Dein Anspruch, die jeweilige Einkommenssteuererklärung überprüfen zu lassen und Rückzahlungen vom Finanzamt zu erhalten.

Die Einkommenssteuererklärung musst Du als Steuerpflichtiger online beim Finanzamt einreichen. Die Abgabe wird über eine Software namens Elster gemacht. Mehr über dieses Tool erfährst Du in dem Artikel über Elster. Wenn Du beschränkt steuerpflichtig bist, kannst Du selbst entscheiden, ob Du die Einkommenssteuererklärung online oder auf Papier einreichst.

Die Papierformulare sind genauso wie die Online-Formulare vom Finanzamt vorgegeben und können über die Internetseite des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) heruntergeladen werden.

Welchen Zweck hat die Einkommenssteuererklärung?

Allgemein hat die Einkommenssteuererklärung einen ganz einfachen Zweck: die Darlegung und Offenlegung Deiner Daten sowie Informationen gegenüber der Finanzverwaltung. Das Finanzamt benötigt Deine Angaben, um die exakte Höhe der Einkommenssteuer zu überprüfen und zu berechnen.

Basierend auf diesen Daten errechnet das Finanzamt, wie viel Du an Einkommenssteuer für das betreffende Jahr zahlen musst, wie viel Einkommenssteuer Du noch nachzahlen musst oder ob Du eine steuerliche Rückzahlung vom Staat erhältst.

Tipp: Personen, die eine Einkommenssteuererklärung einreichen, dazu aber nicht verpflichtet sind, können von der Einkommenssteuer profitieren. Als Arbeitnehmer/in hast Du durch die Einkommenssteuererklärung die Möglichkeit, über Freibeträge, Werbungskosten oder sonstige Ausgaben Dein Einkommen zu mindern.

Wenn Du bereits gezahlte Lohnsteuer, also die zu zahlende Einkommenssteuer übersteigst, erhältst Du die Differenz als Rückzahlung des Finanzamtes. Somit kannst Du in vielen Fällen von einer Einkommenssteuererklärung profitieren, obwohl Du nicht verpflichtet bist, diese abzugeben.

Was wird mit der Einkommenssteuererklärung gemeldet?

Mit der Einkommenssteuererklärung werden das Nettoeinkommen und die voraussichtlich zu zahlende Einkommenssteuer gemeldet. Damit das Finanzamt die Werte des Nettoeinkommens und der Einkommenssteuer überprüfen kann, müssen ziemlich viele Angaben und Informationen eingereicht werden.

Zu diesen gehören auf der einen Seite die Einnahmen und Einkünfte einer Person, sprich das Gesamteinkommen eines Jahres und auf der anderen Seite die Abzüge. Die Abzüge sind Werbungskosten und sonstige Ausgaben, die von dem jährlichen Gesamteinkommen abgezogen werden können. Bei selbstständig Tätigen können außerdem Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Was nach den Abzügen stehen bleibt, ist das Nettoeinkommen, die Grundlage, um die Höhe der Einkommenssteuer festzulegen.

Die Abzüge sind gesetzlich verankert im Einkommenssteuergesetz (EStG) und werden vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) näher beschrieben und definiert. Die wichtigsten abzugsfähigen Beträge sind Werbungskosten und Sonderausgaben.

Werbungskosten sind zum Beispiel Ausgaben für Bewerbungen, Fahrten zur Arbeit oder Arbeitsmittel, genauso wie Kosten für die Ausbildung und für eine Fortbildung. Zu Sonderausgaben zählen unter anderem Pflege- und Unterhaltskosten, Spenden, Kranken- und Elterngeld, Beiträge zur Riester-Rente und auch Handwerkerkosten.

Tipp: Gerade die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen werden schnell vergessen. Denke also daran, auch Rechnungen für Handwerksarbeiten oder für eine Haushaltshilfe aufzubewahren und diese Ausgaben in der Einkommenssteuererklärung anzugeben.

Wichtig: Denke daran, Deine Steuer-Identifikationsnummer und Deine Bankverbindung in Deiner Einkommenssteuererklärung anzugeben. Arbeitnehmer/innen müssen zusätzlich ihren Lohnsteuerbescheid anhängen. Bewahre zudem alle Belege und Rechnungen für angegebene abzugsfähige Ausgaben auf!

Nachweise müssen zwar nicht mehr direkt an die Einkommenssteuererklärung angehängt werden, dennoch fordert das Finanzamt Belege zur Überprüfung der Einkommenssteuererklärung in manchen Fällen ein.

Einkommenssteuererklärung – ein zusammenfassender Überblick

Personen, die Nebeneinkünfte haben und selbstständig sowie freiberuflich Tätige sind verpflichtet, eine Einkommenssteuererklärung zu machen, wenn ihre Einnahmen über dem steuerlichen Freibetrag liegen.

Arbeitnehmer/innen sind an sich nicht verpflichtet, eine Einkommenssteuererklärung einzureichen. Wir empfehlen Dir dennoch, dies zu tun, um sich zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückzahlen zu lassen.

Bei der Erstellung und Abgabe einer Einkommenssteuererklärung solltest Du beachten, alle Fristen einzuhalten und vollständige Informationen anzugeben, dazu zählen Einnahmen wie auch alle abzugsfähigen Ausgaben.


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