Finanzbuchhaltung

Du brauchst einen ersten Überblick zum Thema Finanzbuchhaltung? Vielleicht bist Du Gründer und willst Dich selbstständig machen? Was die Finanzbuchhaltung ist, wie sie grundsätzlich funktioniert und wozu sie dient, erfährst Du in dem folgenden Artikel.

Was ist die Finanzbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung (FIBU) ist neben der Kosten- und Leistungsrechnung, der Planungsrechnung und der betriebswirtschaftlichen Statistik ein Teil des betrieblichen Rechnungswesens. Im Rechnungswesen werden alle unternehmerischen Abläufe dokumentiert.

Die Finanzbuchhaltung ist ein Teil des sogenannten externen Rechnungswesens. Sie dient dazu, die Öffentlichkeit über die gesamte finanzielle Situation eines Unternehmens zu informieren.

Es ist eine gesetzliche Pflicht, dass Unternehmen eine Buchhaltung führen und einen Jahresabschluss aufstellen müssen. Im Handelsgesetzbuch (HGB) ist diese Buchführungspflicht verankert. Bestimmte Unternehmensformen sind verpflichtet, eine ausführliche Finanzbuchhaltung zu führen, um lückenlos alle geschäftlichen und finanziellen Vorgänge zu dokumentieren.

Zu diesen Unternehmensformen gehören unter anderem: die Aktiengesellschaften (AG), die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), die Offenen Handelsgesellschaften (OHG), die Kommanditgesellschaften (KG) und Gewerbetreibende, die jährlich einen Gewinn über 60.000 Euro und einen Umsatz von 600.000 Euro erzielen.

Wichtig: Wenn Du mit Deinem Gewerbe unter diesen Zahlenwerten liegst oder Dein Unternehmen nicht im Handelsregister eingetragen ist, bist Du nicht dazu verpflichtet, eine Finanzbuchhaltung zu machen. Das Gleiche gilt für Freiberufler. In solchen Fällen darfst Du eine Buchhaltung in einer vereinfachten Form führen: der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, EÜR.

Die Finanzbuchhaltung muss transparent und überprüfbar sein. Das bedeutet, dass Du Deine Nachweise und Belege zehn Jahre lang aufbewahren musst, damit das Finanzamt bei Steuerprüfungen alle finanziellen Vorgänge überprüfen und problemlos nachvollziehen kann.

Was ist der Unterschied zwischen der Finanzbuchhaltung und der EÜR?

Die Finanzbuchhaltung, die auch doppelte Buchführung genannt wird, steht der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, der EÜR oder auch einfachen Buchführung gegenüber. Die Finanzbuchhaltung und die EÜR sind Formen der Buchführung.

Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung darf die EÜR nur von bestimmten Personen angefertigt und eingereicht werden: Eine Finanzbuchhaltung müssen nach Handelsgesetzbuch alle Gewerbetreibenden nachweisen, die buchführungspflichtig sind. Die EÜR dagegen dürfen Freiberufler sowie Kleinunternehmer und Gewerbetreibende erstellen und einreichen, die weder im Handelsregister eingetragen sind, noch die vorgeschriebenen Gewinn- und Umsatzgrenzen überschreiten.

Die EÜR kann als Jahresabschluss beim Finanzamt eingereicht werden. Da die Finanzbuchhaltung um ein Vielfaches komplexer ist, wird aus dieser ein Jahresabschluss erstellt, der eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) und eine Bilanz enthält. Bei der EÜR hingegen wird simpel der Gewinn errechnet, indem die Ausgaben eines Jahres von den jährlichen Einnahmen abgezogen werden.

Was wird in der Finanzbuchhaltung dokumentiert?

In der Finanzbuchhaltung werden alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens systematisch erfasst und dokumentiert. Unter Geschäftsvorfällen versteht man Transaktionen, die die finanzielle Situation eines Unternehmens beeinflussen, zum Beispiel Lohnzahlungen, Produktverkäufe oder Investitionen. Auch die Inhalte der Finanzbuchhaltung sind gesetzlich im Handelsgesetzbuch vorgeschrieben.

Für die Erstellung eines Jahresabschlusses müssen zum einen eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) und zum anderen eine Bilanz erstellt werden. Der Jahresabschluss mit Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie Bilanz bildet die Basis für die Steuererklärung.

Der Jahresabschluss muss unter anderem Schulden, Erträge, Aufwendungen und Vermögensgegenstände enthalten.
Mit der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird der Erfolg des Unternehmens in der Abrechnungsperiode, also monatlich, quartalsweise oder einmal jährlich ermittelt.

Es wird deutlich, welche Geschäftsbereiche in dem betrachteten Zeitraum erfolgreich gewesen sind und welche nicht. Die Bilanz zeigt die Vermögens-, Ertrags- und Finanzsituation des Unternehmens und wird auf Grundlage des betrieblichen Inventars erstellt.

Wie funktioniert die Finanzbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung richtet sich nach gesetzlich definierten Buchführungsregeln, welche im Handelsgesetzbuch definiert sind. Folgende Regeln sind bei der Finanzbuchhaltung zu beachten: Jeder Geschäftsvorfall muss nachvollziehbar sein, also lückenlos und vollständig dokumentiert werden.

Zudem muss dies ebenfalls für Dritte, zum Beispiel das Finanzamt, Banken oder Aktionäre, nachvollziehbar sein. Jede Transaktion muss somit durch Belege nachweisbar und nachprüfbar sein. Zudem muss die Finanzbuchhaltung transparent und vollständig geführt werden.

Damit diese Regeln eingehalten werden können und die Finanzbuchhaltung übersichtlich bleibt, müssen alle Geschäftsvorfälle in verschiedenen Konten dokumentiert werden. Nach einer Rechnungsperiode werden die Konten über eine Bilanz und eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung geschlossen.

Für die Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden Aufwendungen und Erträge gegenübergestellt und danach auf das Gewinn- und Verlustkonto übertragen, sodass ersichtlich wird, welchen Betrag ein Unternehmen in der Rechnungsperiode erwirtschaftet (Gewinn) oder eben verloren (Verlust) hat. In der Bilanz werden ebenfalls Konten erstellt.

Auf der einen Seite steht das Vermögen (Aktiva), also alles, was ein Unternehmen besitzt, und auf der anderen Seite wird das Kapital (Passiva) eingetragen, also alle finanziellen Mittel bestehend aus Eigen- und Fremdkapital. Aktiva und Passiva müssen den gleichen Betrag ergeben. Dieser Betrag stellt die Bilanzsumme dar.

Wozu dient die Finanzbuchhaltung?

Die Finanzbuchhaltung stellt die Grundlage der Geschäftstätigkeit dar. Sie dient prinzipiell dazu, den Gewinn oder den Verlust und das Vermögen eines Unternehmens in einer Rechnungsperiode festzustellen und festzuhalten.

Des Weiteren gibt es einen wichtigen Zweck für das Unternehmen selbst: Die Dokumentation in Form der Finanzbuchhaltung sorgt dafür, dass ein Unternehmen zu jeder Zeit seine finanzielle Situation überblickt, Veränderungen nachvollziehen und bei Bedarf, zum Beispiel in kritischen Situationen schnell agieren kann.

Die Finanzbuchhaltung bietet Geschäftspartnern und Geldgebern die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit Deines Unternehmens einzusehen. Dies schafft Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Die Steuerbehörden prüfen über den Jahresabschluss, ob alle Transaktionen korrekt vorgenommen worden sind und wie hoch die Steuerlast ausfällt.

Die Finanzbuchhaltung: hier noch einmal das Wichtigste

Abschließend haben wir Dir die wichtigsten Punkte in einem kurzen Überblick zusammengefasst.

Die Finanzbuchhaltung ist ein Teil des betrieblichen Rechnungswesens. Gewerbetreibende erfüllen mit der Finanzbuchhaltung die gesetzlich vorgeschriebene Buchhaltungspflicht, sofern ihr jährlicher Gewinn über 60.000 Euro oder ihr Umsatz im Jahr über 600.000 Euro liegt.

Die Bücher werden nach dem Prinzip der doppelten Buchhaltung geführt. Der Jahresabschluss für das Finanzamt besteht zum einen aus einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung und zum anderen aus einer Bilanz. Die Finanzbuchhaltung muss auch für Dritte transparent, nachvollziehbar und überprüfbar sein. Bewahre aus diesem Grund alle Nachweise und Belege für die Transaktionen auf.

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Zuletzt aktualisiert vonOliver