Wie funktioniert Franchising und was sind die Vor- und Nachteile?

Das heutige digitale Zeitalter und die Globalisierung rufen viele neue Geschäftsformen hervor. Eines davon ist das Franchising – was es bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt.

Vielleicht hast du den Begriff auch schon öfter mal gehört, denn inzwischen gibt es Franchiseunternehmen auf der ganzen Welt, die dir täglich über den Weg laufen.

Aber was genau ist Franchising eigentlich, wie funktioniert es und was sind die Vor- und Nachteile?

Was ist Franchising und wie funktioniert es?

Franchising ist ein Geschäftskonzept, bei dem der Franchisegeber seine Lizenz an einen Franchisenehmer vergibt. Der Franchisegeber ist in der Regel ein etabliertes Unternehmen und der Franchisenehmer ein Selbstständiger.

Für die Lizenz zahlt der Selbstständige Franchisegebühren an den Franchisegeber, da die Geschäftsidee von diesem stammt. Man kann Franchising auch als Partnerschaft zwischen Franchisegeber und -nehmer bezeichnen.

Der Franchisenehmer oder auch Existenzgründer erhält mit dem Erwerb der Lizenz der Geschäftsidee gleichzeitig auch den Businessplan und das Know-how des Unternehmens, welches sich seit der Existenz angesammelt hat.

Es wird ein Vertrag aufgesetzt, der die Dauer des Franchisings und die präzisen Konditionen festlegt. In der Regel finden Schulungen über das Unternehmen und die genaue Funktionsweise des Konzeptes statt, bevor der Franchisenehmer den Standort des Franchisings eröffnet.

Für wen eignet sich Franchising?

Aus Sicht der Franchisegeber eignet sich Franchising für etablierte Unternehmen, die expandieren möchten und ihre Fixkosten dabei minimieren möchten. Denn ein Markteinstieg in einen fremden Markt mit anderen Bedingungen kann bekanntlich durchaus zu Problemen führen.

Du solltest als Franchisegeber außerdem dazu bereit sein, dem Franchisenehmer gewisse Dienstleistungen wie Weiterbildung anzubieten. Die Nutzung von Franchising eignet sich besonders für Existenzgründer, die Quereinsteiger sind oder ein finanzielles Risiko vermeiden möchten.

Du solltest allerdings auf gewisse Aspekte achten, wie zum Beispiel den Ruf und den Bekanntheitsgrad des Franchiseunternehmens. Denn wie bereits angesprochen arbeiten Franchisenehmer ausschließlich mit dem Konzept des Franchisegebers, weshalb ein gutes Image und ein etablierter Name relevant ist.

Beispiele für große Franchiseunternehmen, die weltweit bekannt sind wären etwa McDonald’s oder Burger King.

Was bedeutet Franchise für das Unternehmen sowie den Selbstständigen?

Eine gut funktionierende Partnerschaft ist die Voraussetzung für ein erfolgreiches Franchising für beide Seiten. Hierfür muss am Anfang ein Franchisevertrag aufgesetzt werden. Hier wird spezifiziert, welche genauen Produkte oder Dienstleistungen der Franchisenehmer verwenden und verkaufen darf und wie gewisse Abläufe funktionieren.

Außerdem wird festgelegt, wie viel Prozent vom Umsatz der Selbstständige an den Franchisegeber zahlen muss. Wie bereits erwähnt, wird in diesem Vertrag auch festgehalten, wie viel Geld der Gründer dem Unternehmen für die Lizenz zahlen muss und dass der Franchisegeber dem Franchisenehmer mit dem Erwerb der Lizenz die Nutzung der Marke und aller Patente einwilligt.

Außerdem muss das Unternehmen dem Franchisenehmer das damit einhergehende Fachwissen zur Verfügung stellen. Zu den Dienstleistungen gehören meistens auch Schulungen und Hilfestellungen von den Franchisegebern, um eine erfolgreiche Partnerschaft zu garantieren.

Was sind Vor- und Nachteile?

Wenn wir über die positiven und negativen Aspekte des Franchisings sprechen, gibt es natürlich zwei Sichtweisen: Die des Unternehmens und die des Selbstständigen. Fangen wir mit der Sicht des Unternehmens an. Wie bereits erwähnt, wird durch die Vergabe der Lizenz an Fixkosten gespart, welche bei einer Expansion in eigener Initiative deutlich höher ausfallen würden.

Die Expansion wird somit beschleunigt, aber das Unternehmen muss natürlich weiterhin in die Franchisegeber investieren. Genau so sind die Weiterbildungen für Franchisegeber ein Kostenaspekt. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Franchisegeber nun nicht mehr die übliche Gewinnspanne des Unternehmens als Einkommen hat, sondern lediglich die Franchisegebühren der Selbstständigen.

Die Vorteile für den Franchisenehmer sind zahlreich. Das finanzielle Risiko ist relativ klein, da die Marke im Regelfall schon etabliert ist und somit loyale Kundschaft mit der Eröffnung einhergeht und nicht zuerst aufgebaut werden muss, was durchaus ein mühsamer Prozess sein kann.

Außerdem profitieren Franchisenehmer von Hilfestellungen und Schulungen seitens der Zentrale des Franchisegebers. Ein Nachteil ist, dass Gründer an die Vorgaben des Franchisegebers gebunden sind. Das bedeutet, dass sie keine eigenen Ideen mit einbringen dürfen und sich stets an den Vertrag halten müssen.

Das Gleiche gilt in dem Falle einer eventuellen Kündigung, beispielsweise weil sich das Image des Unternehmens drastisch verschlechtert hat: Es gestaltet sich oft schwierig bis unmöglich, aus einem Franchisevertrag heraus zu kommen, da eine vertraglich geregelte Laufzeit der Regelfall ist. In diesem Fall können die Gründer sich oft nur noch aus dem Vertrag herauskaufen.

Darüber hinaus muss der Franchisenehmer nicht nur eine einmalige Erwerbsgebühr am Anfang bezahlen, sondern stetig fortlaufende, im Vertrag festgelegte Franchisegebühren.

Kurz und knapp: Franchising bezeichnet die Vergabe eines Rechtes an einer Marke an einen Unternehmer. Hierbei sind die Franchisegeber in der Regel etablierte Unternehmen wie McDonalds und die Franchisenehmer Selbstständige.

Dieses Konzept eignet sich für Unternehmen, die expandieren möchten und die Fixkosten gering halten möchten. Für Unternehmer ist dieses Konzept geeignet, wenn sie kein großes finanzielles Risiko eingehen möchten und noch am Anfang der Karriere stehen.

Mit dem Aufsetzen und Unterschreiben des Franchisevertrags gehen auch einige Verantwortungen einher. In dem Vertrag wird festgelegt, welche Produkte der Franchisenehmer unter dem Namen des Franchisegebers vermarkten darf und welche Kosten dem Franchisenehmer für diese Lizenz berechnet werden.

Dieses Geschäftsmodell bringt für beide Seiten Vor- und Nachteile mit sich. Der größte Vorteil für das Unternehmen ist die Expansion zu geringen Kosten, während die Unterstützung der Franchisenehmer durchaus kostspielig sein kann.

Für Franchisenehmer ist vor allem die Nutzung der Geschäftsidee und des Know-hows und somit ein geringes finanzielles Risiko von Vorteil, während die Einschränkung des Vertrags und die fortlaufenden Franchisegebühren durchaus negative Aspekte darstellen.

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Zuletzt aktualisiert vonOliver