Was ist ein Gewerbe und was musst du bei der Anmeldung beachten?

Für jede Art von beruflicher Tätigkeit gibt es gewisse Regeln und Gesetze, die du je nach Branche und Tätigkeit kennen solltest. Sich selbstständig zu machen ist ein Trend in den letzten Jahren geworden.

Hierzu gehört die Anmeldung eines Gewerbes, welche für gewisse Berufsgruppen gilt. Aber was genau ist ein Gewerbe eigentlich genau, welche Voraussetzungen müssen gegeben sein und wie funktioniert die Anmeldung eines Gewerbes?

Was ist ein Gewerbe?

Ein Gewerbe ist jene selbstständige Tätigkeit ohne Arbeitgeber, auf eigenes finanzielles Risiko ausgeübt wird. Der sogenannte Gewerbetreibende beabsichtigt hierbei eine Gewinnerzielung und die Ausübung dieser Tätigkeit für einen längeren Zeitraum.

Welche Voraussetzungen gibt?

Um nach der Gesetzgebung als Gewerbetreibender zu gelten, musst du einige Merkmale erfüllen.
Wie bereits erwähnt, muss die Absicht bestehen, dass das Gewerbe für einen gewissen Zeitraum betrieben wird.

Hierbei spielt Regelmäßigkeit auch eine Rolle, wobei die Definition von Regelmäßigkeit unterschiedlich ausfallen kann. Eine Ausnahme wäre beispielsweise ein Eisladen mit ausschließlicher Tätigkeit in den Sommermonaten.

Die vorausgesetzte Gewinnerzielung bedeutet, dass der entstehende Umsatz nicht allein zur Kostendeckung dienen soll, sondern eine Einstufung zur beabsichtigten Erzielung eines Gewinns klar aufzuführen sein muss. Jedoch wird bei einem sehr geringen Gewinn oft nachgeprüft, ob die Tätigkeit rechtskräftig ausgeführt wird.

Außerdem ist es wichtig, dass die Tätigkeit erlaubt ist. Das bedeutet, dass jegliche Art von Schwarzarbeit oder illegalen Handlungen nicht zulässig für die Anmeldung eines Gewerbes ist. Des Weiteren muss die Handlung nach außen gerichtet sein, was bedeutet, dass die Ausführung und Absicht für Dritte offensichtlich erkennbar sein müssen.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Anmeldung eines Gewerbes ist die Selbstständigkeit. Hierbei ist die Unterscheidung zwischen Selbstständigkeit und freien Berufen wichtig, aber dazu im nächsten Absatz mehr. Als Selbstständig gelten jene Personen, die die Ausführung ihrer Tätigkeit nach ihren Vorstellungen gestalten und keine festen Arbeitszeiten haben.

Dadurch, dass sie keinen Arbeitgeber haben, sind sie finanziell unabhängig und müssen somit auch Rechnungen selbst schreiben sowie ein gewisses Risiko selbst tragen.

Wer muss ein Gewerbe anmelden?

Wie eben bereits angesprochen, ist eine Differenzierung zwischen freien Berufen und Selbstständigkeit von hoher Relevanz. Freie Berufe erfordern nämlich im Gegensatz zu Berufen in der Selbstständigkeit gewisse Qualifikationen, die sehr hoch sind. Hierzu gehören beispielsweise Ärzte, Anwälte, Notare und Ingenieure.

Außerdem gelten Berufe in der Land- und Forstwirtschaft, Berufe der Verwaltung des eigenen Vermögens und jene wissenschaftliche sowie künstlerische Fähigkeiten nicht als Gewerbe.

Einer gesetzlichen Pflicht zur Anmeldung eines Gewerbes unterliegen nur die Gewerbetreibenden. In Deutschland besteht allerdings die Gewerbefreiheit, wodurch prinzipiell jeder ein Gewerbe anmelden kann. Je nach Geschäftsform gibt es verschiedene Dokumente, die zur Anmeldung vorliegen müssen.

Wie erfolgt eine Anmeldung und welche Kosten fallen an?

Die Anmeldung eines Gewerbes erfolgt im jeweiligen Gewerbe- und Ordnungsamt der Stadt. Je nach Stadt können diese Ämter im Rathaus, Bezirks- oder Bürgeramt sein. Inzwischen gibt es aber auch schon die Möglichkeit, ein Gewerbe mit einem Download eines Formulars online anzumelden.

Für die Anmeldung benötigst du gewisse Dokumente. Zum einen brauchst du ein Ausweisdokument und den Antrag zur Gewerbeanmeldung. Je nach Branche und Tätigkeit können noch andere Dokumente wie beispielsweise ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt werden.

Über den Zeitpunkt der Anmeldung lässt sich sagen, dass die Anmeldung vor dem Beginn der Tätigkeit erfolgen sollte. Dies erspart dir eventuelle Schwierigkeiten und in vielen Branchen wie beispielsweise der Gastronomie ist eine Ausführung der Tätigkeit ohne den vorliegenden Gewerbeschein auch gar nicht möglich.

Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung liegen je nach Standort zwischen 15 € bis zu 60 €.

Welche Folgen hat eine Gewerbeanmeldung?

Nach der Anmeldung informiert das Gewerbeamt das Finanzamt, die IHK, die Handwerkskammer, das Handelsregistergericht, das Eichamt, das staatlichen Gewerbeaufsichtsamt und die Berufsgenossenschaft über dein Gewerbe.

Jedes dieser Institute werden dem Gewerbetreibenden daraufhin Dokumente schicken, die der Gewerbetreibende ausfüllen und zurückschicken muss. Hierzu gehört beispielsweise das Formular zur steuerrechtlichen Erfassung vom Finanzamt.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Der Vorteil einer Anmeldung eines Gewerbes ist, dass du als Gründer nach wie vor viele Freiheiten hast. Der Prozess zur Anmeldung mag etwas mühselig erscheinen, aber es kann dir durchaus Vorteile bringen. Dazu gehört, dass du nun im Handelsregister eingetragen bist und Zugang zu Großhandelsunternehmen mit speziellen Preisen bekommst.
Durch die Anmeldung eines Gewerbes unterliegst du automatisch der Steuerpflicht.

Du musst also jährlich eine Steuererklärung abgeben und somit eventuell auch Steuern zahlen.
Bei der Gründung kannst entscheiden, ob du als Kleinunternehmen bezeichnet werden möchtest. Hierfür musst du einen Antrag stellen und darst einen Gewinn von 50.000€ nicht übersteigen.

Sobald du diesen Antrag einmal gestellt hast, bist du an diese Regelung gebunden, weswegen du dir diese Entscheidung gut überlegen solltest. Die Einstufung als Kleinunternehmer führt dazu, dass du keine Umsatzsteuer zahlen musst, aber auch keine Mehrwertsteuer vom Finanzamt erstattet bekommst.

Wenn du dich nicht als Kleinunternehmer einstufen lässt, musst du die Umsatzsteuer zahlen, kannst aber mit der Vorsteueranmeldung die Mehrwertsteuern zurückgezahlt bekommen.

Außerdem musst du bei Veränderungen, beispielsweise einer Verlegung des Standortes oder neuen Dienstleistungen, das Gewerbeamt auf dem Laufenden halten.

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte auf einen Blick: Ein Gewerbe ist eine Tätigkeit eines Selbstständigen in eigener Sache und auf eigenes finanzielles Risiko. Für die Bezeichnung als Gewerbe und der Anmeldung zum Gewerbe muss der Gründer einige Voraussetzungen erfüllen, wobei die wichtigsten sind, dass er eine dauerhafte sowie regelmäßige Tätigkeit plant und einen Gewinn erzielen möchte, der höher als die Kostendeckung liegt.

Während in Deutschland eine Gewerbefreiheit besteht, müssen Gewerbetreibende ein Gewerbe anmelden. Menschen in freien Berufen, welche gewisse Qualifikationen erfordern wie Ärzte oder Anwälte, unterliegen dieser Pflicht nicht.

Die Anmeldung erfolgt im Gewerbe- und Ordnungsamt der Stadt und kostet zwischen 20 € bis 60 €. Inzwischen gibt es aber auch Onlineformulare, mit der du das Formular ganz einfach online beantragen kannst. Nach der Anmeldung werden vom Gewerbeamt sämtliche andere Ämter informiert und du erhältst Post mit weiteren Dokumenten, die du ausfüllen musst, da sich die steuerrechtlichen Bestimmungen für dich ändert.

Ein Gewerbe anzumelden, bringt Vor- und Nachteile mit sich. Zu den Nachteilen gehören der aufwendige Prozess der Anmeldung und die einhergehende Pflicht zur Steuererklärung, solange du keinen Antrag auf Kleinunternehmen gestellt hast.

Zu den Vorteilen gehört, dass du im Firmenbuch eingetragen bist und Zugang zu Großhandelsunternehmen mit speziellen Preisen für Gewerbetreibende bekommst.

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Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel