Was ist die Gewerbesteuer und wer muss sie bezahlen?

Rund um das Thema Steuern gibt es viele verschiedene Begriffe, die Du kennen solltest. Hier kann es durchaus schon mal zu Verwirrungen kommen, was die Wichtigkeit einer genauen Definition hervorhebt.

Vielleicht hast Du bereits von dem Begriff der Gewerbesteuer gehört, die in Deutschland eine besondere und oft umstrittene Steuerform darstellt. Aber was genau ist das und wer muss die Gewerbesteuer zahlen?

Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, dessen Höhe vom Ertrag des Unternehmens abhängig ist und wie im Namen bereits impliziert von Gewerbetreibenden in Deutschland gezahlt werden muss. Diese Steuer wird von der zuständigen Stadt oder Gemeinde erhoben.

Wenn eine Firma an verschiedenen Standorten vertreten ist oder innerhalb eines Geschäftsjahres den Standort wechselt, wird die Steuer entsprechend an die verschiedenen Gemeinden aufgeteilt. In der Fachsprache sprechen wir hier auch von einer Zerlegung des Steuermessbetrages.

Die Gewerbesteuer stellt eine der größten Einnahmequellen für Gemeinden dar und zählt neben der Grundsteuer zu den beiden sogenannten Realsteuern. Die gesetzliche Grundlage der Gewerbesteuer ist das Gewerbesteuergesetz und die Durchführungsordnung.

Wer muss die Gewerbesteuer zahlen?

Alle Gewerbetreibenden unterliegen der Zahlungspflicht der Gewerbesteuer. Gewerbetreibende sind Unternehmer, die ein Gewerbe angemeldet haben und in diesem Zuge einen Gewerbeschein erhalten haben.

Wenn Du als Gewerbetreibender noch keinen Gewinn erzielst, musst Du aufgrund der Berechnungsgrundlage, auf welche wir später noch eingehen werden, keine Gewerbesteuer zahlen.

Darüber hinaus gibt es für Gewerbetreibende einen Freibetrag, auf den Du aufgrund kleinen Gewinns noch keine Gewerbesteuer zahlen musst. Dieser Betrag liegt bei 24.500€ für natürliche Personen sowie Einzelunternehmen und Personengesellschaften und 5.000€ für Vereine. Für Kapitalgesellschaften gilt dieser Freibetrag nicht.

Eine Differenzierung zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern ist an dieser Stelle wichtig, da Freiberufler nicht als gewerblich tätig eingestuft werden und somit keine Gewerbesteuer zahlen müssen. Zu den freien Berufen gehören beispielsweise Ärzte, Anwälte und Steuerberater.

Freiberufler zahlen jedoch eine höhere Einkommenssteuer als Gewerbetreibende, wodurch Gewerbetreibende schlussendlich keinen steuerlichen Nachteil haben. Außerdem von der Gewerbesteuer befreit sind Forst- und Landwirtschaftsbetriebe.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Die Höhe der Gewerbesteuer ist abhängig vom Ertrag und fällt somit für jedes Unternehmen unterschiedlich hoch aus. Die Berechnung erfolgt durch eine Gewinnprognose des kommenden Geschäftsjahres seitens des Unternehmens, also bereits im Voraus.

Das Finanzamt legt nun einen Steuermessbetrag fest, woraus die Gemeinde anschließend die fällige Gewerbesteuer errechnet. Die fällige Gewerbesteuer wird berechnet, indem 3,5 % des Gewerbeertrags mit dem sogenannten Hebesatz multipliziert wird.

Der Gewerbeertrag entsteht durch gewisse Abzüge und Hinzurechnungen auf den prognostizierten Jahresertrag. Abzüge sind beispielsweise Einnahmen aus dem Ausland und Hinzurechnungen können in Form von Zinsen oder Rente auftreten.

Jetzt fragst Du Dich sicherlich, was der Hebesatz ist. Der Hebesatz ist ein von den Gemeinden festgelegter Prozentsatz und fällt somit von Region zu Region unterschiedlich aus, wodurch manche Regionen für ein Gewerbe deutlich attraktiver sind als andere. Nach Gesetz muss er bei mindestens 200 % liegen und der aktuelle Durchschnitt in Deutschland liegt bei 361 %. Der höchste Hebesatz liegt aktuell bei 900 %.

Obwohl Gemeinden ihren Hebesatz selbst bestimmen dürfen, sollte diese Entscheidung gut überlegt sein. Denn ein niedriger Hebesatz lockt mehr Unternehmen an und somit fallen die gesamten Einnahmen durch Gewerbesteuer nicht unbedingt niedriger als in Gemeinden mit hohen Hebesätzen aus. Ein hoher Hebesatz resultiert in weniger Unternehmen in der Region und somit niedrigere Einnahmen durch Gewerbesteuer.

Am Ende eines Geschäftsjahres gibst Du als Gewerbetreibender eine Gewerbesteuererklärung ab, aus der Dein tatsächlicher Gewinn hervorgeht und somit vom Finanzamt eine endgültige Gewerbesteuerschuld berechnet wird. Als Unternehmer kannst Du mit einer durchschnittlichen Gewerbesteuer von 15 % Deines Gewinns rechnen.

Wann wird die Gewerbesteuer fällig?

Für Kapitalgesellschaften wird die Gewerbesteuer ab dem Zeitpunkt fällig, an welchem die Eintragung ins Handelsregister erfolgt. Für Personengesellschaften fällt sie an, sobald die Tätigkeit aufgenommen wird. Dies bedeutet nicht zwangsläufig eine Zahlungspflicht nach Gewerbeanmeldung, beispielsweise wenn vor dem Beginn der Tätigkeit noch Renovierungen vorgenommen werden.

Festzuhalten bleibt also, dass die Gewerbesteuer eine Steuer für Gewerbetreibende ist und sich nach dem Ertrag des Unternehmens richtet. Die Steuer wird von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde erhoben, wobei mehrere Standorte der gleichen Firma oder ein Umzug eine sogenannte Zerlegung des Steuermessbetrags durch das Finanzamt bedeutet.

Die Gewerbesteuer zählt neben der Grundsteuer zu den Realsteuern und stellt eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinden dar.

Wer muss die Gewerbesteuer bezahlen?

Hier gibt es einige Ausnahmen. Alle Kapitalgesellschaften müssen die Gewerbesteuer ausnahmslos zahlen. Bei natürlichen Personen, Einzelunternehmen und Personengesellschaften gibt es einen Freibetrag von 24.500€ und für Vereine liegt er bei 5.000€.

Außerdem befreit von der Gewerbesteuerpflicht sind Freiberufler wie beispielsweise Ärzte, Anwälte oder Architekten sowie Berufe in der Forst- und Landwirtschaft.

Alle Gewerbetreibenden, die einen höheren Ertrag als diese Grenzen erzielen, müssen eine Gewerbesteuer zahlen. Die Gewerbesteuer muss allerdings erst bezahlt werden, sobald ein Gewinn erzielt wird. Wenn also beispielsweise noch Renovierungsarbeiten stattfinden und die Tätigkeit noch nicht aufgenommen wird, besteht noch keine Gewerbesteuerpflicht.

Die Gewerbesteuer muss immer am Anfang eines Geschäftsjahres mithilfe einer Gewinnprognose berechnet werden und am Ende dieses Geschäftsjahres wird mit der verpflichtenden Gewerbesteuererklärung anschließend die tatsächliche Steuerschuld berechnet.

Die Berechnung der Steuerschuld am Anfang eines Jahres erfolgt mit der Gewinnprognose seitens des Unternehmens. Diese Zahl wird mit 3,5 % multipliziert und diese Zahl wird mit dem sogenannten Hebesatz multipliziert, woraus sich die Gewerbesteuerlast ergibt. Der Hebesatz ist ein regional festgelegter Satz, der in Deutschland bei mindestens 200% liegen muss und innerhalb des Landes große Unterschiede aufweist.

Gemeinden können die Hebesätze selbst festlegen. Ein niedriger Hebesatz bedeutet eine höhere Attraktivität für Unternehmen und somit oft ähnliche Einnahmen durch Gewerbesteuern für die Gemeinden, während ein hoher Hebesatz weniger Unternehmen mit höheren Gewerbesteuern in diesen Regionen bedeuten.

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