Was ist der Gründerzuschuss und wer kann ihn beantragen?

In die Selbstständigkeit zu gehen ist schon seit mehreren Jahrzehnten ein Trend in vielen Ländern. Doch wie Du vielleicht weißt, bedeutet Selbstständigkeit zwar ein großes Ausmaß an Selbstbestimmung und Freiheiten, jedoch genauso ein gewisses finanzielles Risiko.

Um Empfängern vom Arbeitslosengeld I den Schritt, in die Selbstständigkeit zu erleichtern, gibt es den Gründerzuschuss. Aber was genau versteht man unter dem Gründerzuschuss, wer kann ihn beantragen und in welcher Höhe fällt er aus?

Was ist der Gründerzuschuss?

Der Gründerzuschuss, oft auch Gründungszuschuss genannt, stellt einen Ersatz des Arbeitslosengeldes I dar und soll den Betroffenen zu dem Schritt in die Selbstständigkeit verhelfen.

Das Arbeitslosengeld I ist eine Zahlung vom Staat eines gewissen Betrags für die Dauer eines Jahres nach Beginn der Arbeitslosigkeit, wobei sich der Betrag nach dem bisherigen Verdienst richtet. Der Gründerzuschuss ist hingegen ein festgelegter Betrag.

Wer kann den Gründerzuschuss beantragen?

Die Voraussetzungen für einen Antrag auf Gründerzuschuss ist ein Anspruch auf Arbeitslosengeld für mindestens weitere 6 Monate. Der angestrebte Markt sollte außerdem gute Chancen für die Selbstständigkeit bieten und somit zu einer erfolgreichen selbstständigen Tätigkeit führen, wofür der Gründer auch gewisse Fachkenntnisse in diesem Bereich mitbringen muss.

Bei Zweifeln an Deinen Kenntnissen kann es sein, dass Du an Förderungsprogrammen teilnehmen musst, um auf die geplante Tätigkeit vorbereitet zu werden.

Zur Beantragung solltest Du einen Businessplan schreiben und diesen sorgfältig ausarbeiten, da dieser die Grundlage Deiner Eignung darstellt und auch zukünftig für Kreditgeber sowie Teilhaber und für Dich als Gründer stets eine gute Orientierung darstellt.

Dieser muss von einem Experten geprüft werden, um eine Gewährleistung des Zuschusses zu garantieren. Diese Prüfung kann kostenlos bei der IHK erfolgen.

Außerdem musst Du beim Gewerbe– oder Finanzamt, je nach Beschäftigung als Gewerbetreibender oder Freiberufler, einen Antrag auf Selbstständigkeit stellen. Darüber hinaus sollte die Beschäftigung einen sicheren Lebensunterhalt garantieren und mindestens 15 Wochenstunden beinhalten.

Nur wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Bundesagentur für Arbeit einen Gründerzuschuss gewähren.

Keinen Anspruch haben Gründer, die gerade aus eigener Entscheidungskraft aus einer Vollzeitbeschäftigung als Angestellter kommen und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten. Hier musst Du 3 Monate warten, um den Gründerzuschuss beantragen zu können.

Wenn Du bereits einen Gründerzuschuss in Anspruch genommen hast, musst Du 24 Monate vor dem nächsten Antrag warten. Ab dem Rentenalter, welches momentan bei 67 Jahren liegt, steht Dir auch kein Gründerzuschuss mehr zu. Diese finanzielle Unterstützung zielt auf die Reduzierung der Arbeitslosen ab, die bereits das Arbeitslosengeld I beanspruchen.

Wo und wie kann der Gründerzuschuss beantragt werden?

Wie bereits erwähnt, wird der Gründerzuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Ein zuständiger Sachbearbeiter informiert Dich über alle Faktoren, die Du bei der Stellung des Antrags beachten musst, wie die Voraussetzungen, die Höhe des Zuschusses und alle weiteren Bedingungen.

Wie bereits erwähnt, musst Du vor der Antragstellung einen Businessplan schreiben, hierzu eine Stellungnahme eines Experten einholen und entweder beim Gewerbe- oder Finanzamt Deine Selbstständigkeit anmelden.

Da die Prüfung des Antrags 6-8 Wochen dauern kann, solltest Du diesen Zeitraum vor dem Anfang des 7. Monats der Arbeitslosengeldbeanspruchung einplanen, um die Möglichkeit der Zulassung zum Gründerzuschuss nicht zu verlieren.

Wie hoch ist der Gründerzuschuss?

Der Gründerzuschuss besteht aus 2 Phasen.

  • Die erste Phase ist 6 Monate lang und die Höhe des Zuschusses beläuft sich auf den Betrag des bisher empfangenen Arbeitslosengeldes plus zusätzlich 300€.
  • Die zweite Phase muss separat beantragt werden, da festgestellt werden muss, ob die Tätigkeit des Gründers erfolgreich ist. Bei einer positiven Beurteilung beträgt die zweite Phase 9 Monate und beinhaltet eine weitere Zahlung von 300€ pro Monat. Der zweite Antrag sollte ungefähr 4 Monate nach der Gründung beantragt werden, um eine Zahlungsunterbrechung zu vermeiden.

Was sind die Vor- und Nachteile des Gründerzuschusses?

Zu den Vorteilen des Gründerzuschusses gehören die Reduzierung der Arbeitslosigkeit und die Förderung derjenigen, die ihren Job verloren haben und im Idealfall mit einer innovativen Idee den Weg in die Selbstständigkeit und somit zurück in die Arbeitswelt finden.

Des Weiteren ist es von Vorteil, dass dieser Zuschuss den Gründern eine gewisse Lebensgrundlage in den Anfangszügen der Gründung und somit oft vor Anfang der Rentabilität garantiert. Der Betrag ist unabhängig von den Einnahmen, wobei Du nicht vergessen darfst, dass der Zuschuss spätestens nach 15 Monaten wegfällt.

Nachteile sind, dass die Gesetzeslage zum Gründerzuschuss trotz deutlicher Verbesserung in den letzten Jahren immer noch sehr streng ist. Beispielsweise darf der Gründer noch keine Werbung machen oder eine Website erstellen, bevor der Zuschuss nicht bewilligt wurde.

Du darfst noch keinerlei Verträge abschließen, da dies bereits als unternehmerische Tätigkeit gilt. Aufgrund der Prüfungsdauer kann es hier also zu Verzögerungen der Gründung kommen. Ein weiterer Nachteil ist der zeitliche Aufwand, welcher mit dem Antrag verbunden ist.

Merke Dir also, dass der Gründerzuschuss eine staatliche Zahlung ist und einen Ersatz des Arbeitslosengeldes I darstellt. Das Arbeitslosengeld I richtet sich nach dem bisherigen Einkommen des zukünftigen Gründers, während der Gründerzuschuss ein festgelegter Betrag ist.

Für eine Gewährung des Gründerzuschusses musst Du gewisse Kriterien erfüllen. Hierzu gehört, dass Du das Arbeitslosengeld I noch nicht länger als 6 Monate in Anspruch genommen und ein gewisses Fachwissen in dem Bereich der geplanten Tätigkeit nachweisen kannst, um den Erfolg zu garantieren.

Bei Zweifel an dieser Expertise bietet die Bundesagentur für Arbeit häufig Förderprogramme an. Weitere Voraussetzungen sind, dass Du einen Businessplan ausarbeitest und diesen von einem Experten prüfen lässt.

Außerdem musst Du einen Antrag auf Selbstständigkeit stellen und die anfängliche Tätigkeit muss mindestens 15 Stunden pro Woche ausgeführt werden.

Der Gründerzuschuss besteht aus zwei Phasen, wobei die erste Phase 6 Monate lang ist und der Zuschuss das bisherige Arbeitslosengeld plus 300€ beträgt und die zweite Phase 9 Monate lang ist und 300€ insgesamt beträgt. Die Zahlung in der zweiten Phase muss beantragt werden und erfolgt nur bei einer positiven Beurteilung seitens der Bundesagentur für Arbeit.

Der Gründerzuschuss bringt Vor- und Nachteile mit sich. Die Vorteile sind eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit sowie eine Ermutigung aller Gründer sowie eine Garantie der Lebensgrundlage in den ersten Monaten nach der Gründung.

Zu den Nachteilen gehört der verbundene Aufwand für den Antrag sowie die Wartezeit während der Prüfung des Antrags, in der noch keine unternehmerische Tätigkeit stattfinden darf.


Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel