Kontaktlos bezahlen mit Kreditkarten, Girocards oder Smartphones

Kontaktloses Bezahlen ermöglicht es, Einkäufe schnell und unkompliziert zu erledigen: ohne Bargeld, ohne PIN-Eingabe und ohne Unterschrift. Immer mehr Supermärkte wie Aldi, Kaufland oder Netto, Geschäfte, Cafés und Restaurants in Deutschland bieten ihren Kunden an, mit ihrem Smartphone oder Handy, einer Kreditkarte oder einer Girocard kontaktlos zu bezahlen. Voraussetzung ist, dass Mobilfunkgeräte und Karten mit einem NFC-Chip ausgerüstet sind. Um kontaktlos zu zahlen, wird das Zahlungsmittel dicht an das Kassenterminal gehalten. Die Übertragung der Zahlungsdaten erfolgt per Near Field Communication (NFC).

Limit für kontaktlose Zahlungen

Grundsätzlich kann jede Summe, die im Limit der Zahlungskarte eines Nutzers liegt, kontaktlos beglichen werden. Werden beim kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarten oder Girocards allerdings bestimmte Limits erreicht, muss eine Zahlung zusätzlich per PIN oder Unterschrift bestätigen.

  • Bei kontaktlosen Zahlungen mit Kreditkarten von VISA und Mastercard liegt das Limit bei einem Einkaufswert von 50 Euro.
  • Bei der Girocard, ehemals EC-Karte, müssen Beträge über 25 Euro mit der Karten-PIN oder einer Unterschrift bestätigt werden. Dieses Limit wurde aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend auf 50 Euro erhöht. Darüber hinaus müssen Nutzer ab einer Gesamtsumme von 150 Euro oder spätestens nach der fünften Zahlung mit einer zusätzlichen Sicherheitsabfrage rechnen.

Um Missbrauch auszuschließen, werden bei allen Zahlungskarten in unregelmäßigen Abständen automatische Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt.

Beim mobilen, kontaktlosen Bezahlen über eine App auf dem iPhone, einem Android-Smartphone oder einer Smartwatch gilt das Limit der hinterlegten Kreditkarte uneingeschränkt ohne PIN oder Unterschrift.

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Beim kontaktlosen Bezahlen werden für die Zahlung relevante Daten wie Karten­nummer, Gültig­keits­datum und Betrag zwischen Geldkarten und einem Kassenterminal ausgetauscht, ohne eine Karte in das Lesegerät zu stecken. Der Datenaustausch findet per Funk über eine kurze Distanz statt und beruht auf dem internationalen Übertragungsstandard NFC (Near Field Communication). Um eine Zahlung auszulösen, hältst Du Deine Girocard, Deine Kreditkarte, Dein Smartphone oder Deine Smartwatch dicht vor das Kassenterminal am POS. Voraussetzung für das kontaktlose Bezahlen ist, dass Deine Zahlungskarte NFC-fähig ist. Karten, die über einen NFC-Chip verfügen, erkennst Du an dem wellenförmigen Symbol. Die Gegenstelle, das Kassenterminal, muss natürlich auch NFC-fähig sein. Wo Du kontaktlos bezahlen kannst, erkennst Du ebenfalls an dem wellenförmigen Symbol. Die Zahlung wird durch ein optisches oder akustisches Signal bestätigt.

Bei mobilen Endgeräten erfolgt die Datenübertragung ebenfalls per NFC. Entsprechend muss Dein Smartphone, Handy oder Deine Smartwatch mit dem Chip ausgerüstet sein.

Alternativ gibt es Anbieter, die das kontaktlose Bezahlen ohne NFC-Chip ermöglichen. Hier kommen Technologien wie das Scannen von Strich- oder QR-Codes zum Einsatz.

Wie sicher ist kontaktloses Bezahlen?

Wer mit der Karte zahlt, ist bei Diebstahl oder Verlust zumindest ab einem Limit von 50 Euro geschützt. Um Risiken zu vermeiden, kannst Du bei manchen Banken die Funktion zum kontaktlosen Bezahlen auch deaktivieren. Alternativ kannst Du eine NFC-Hülle verwenden, mit der Deine Karte abgeschirmt wird.

NFC gilt als sichere Technologie zum kontaktlosen Bezahlen. Bei den meisten Mobile Payment Apps werden die Daten der hinterlegten Kreditkarte nicht offen übermittelt. Stattdessen wird bei jeder Transaktion ein individueller Token von der App generiert.

Beim kontaktlosen Bezahlen per Handy, Smartphone oder Smartwatch bist sogar noch sicherer, da diese Geräte durch biometrische Verfahren oder die PIN-Eingabe zusätzlich geschützt sind.

Kontaktlos zahlen mit Girocards, Kreditkarten und Prepaidkarten

Immer mehr Banken und Sparkassen in Deutschland integrieren den NFC-Chip in ihre Girocards, sodass neben Kreditkarten wie Mastercard, American Express oder VISA Card auch Girocards zum kontaktlosen Bezahlen verwendet werden können. Umsätze werden wie bei einer regulären Kartenzahlung direkt vom Girokonto abgebucht.

Alternativ kannst Du auch mit Prepaidkarten kontaktlos bezahlen. Diese Karten müssen allerdings zunächst mit einem entsprechenden Guthaben aufgeladen werden.

Kontaktlos zahlen mit dem Smartphone

Wer mit dem Smartphone oder einer Smartwatch bezahlen möchte, muss sich zunächst eine Bezahl-App wie Apple Pay, Google Pay oder eine der hauseigenen Onlinebanking-Apps der deutschen Banken und Sparkassen herunterladen. In der App wird eine Zahlungskarte hinterlegt, die mit dem Smartphone verknüpft und bei Zahlungen mit dem Smartphone über die NFC-Schnittstelle belastet wird. Wer keine Kreditkarte besitzt, kann beispielsweise über Google Pay auch ein PayPal-Konto verknüpfen.

Je nach Anbieter sind Smartphones durch Face-ID, Fingerabdruck oder PIN geschützt, sodass Dritte keine Abbuchungen tätigen können. Bei Google Pay und Apple Pay steckt ein Authentifizierungsverfahren dahinter, das Consumer Device Cardholder Verification Method (CDCVM) genannt wird. Entsprechend ist beim Bezahlen über diese Apps keine weitere PIN-Eingabe oder Unterschrift erforderlich.

Kontaktlos zahlen mit Smartwatches

Noch einfacher ist das Bezahlen mit Smartwatches: Solange Du sie am Arm trägst, ist sie entsperrt und Du hältst sie zum Zahlen einfach nur gegen das Terminal. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, sendet Dir Dein Wearable per Vibration ein Feedback.


Zuletzt aktualisiert vonOliver