Liquidität

Der Begriff Liquidität erinnert an eine Flüssigkeit. Nicht anders verhält es sich allerdings auch mit der Liquidität eines Unternehmens. Im privaten Gebraucht hört man das eine oder andere Mal von jemandem, „der nicht flüssig ist“ bzw. „flüssig ist“. Gemeint ist das: Diese Person hat Geld – oder eben keins!

Damit ein Unternehmen liquide ist, also stets „flüssig bleibt“, ist zum einen gutes Cashflow Management unabdingbar. Aber was bedeutet es eigentlich für ein Unternehmen, Liquidität zu haben?

Was bedeutet Liquidität?

Nur ein Unternehmen mit einer ausreichenden Liquidität ist in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Denn: Zahlungen werden im Unternehmen entweder vom Bankkonto per Überweisung oder in Bar o.ä. gezahlt. Was alle diese Zahlungsmittel gemeinsam haben? Sie basieren auf flüssigen, das heißt: sofort verfügbaren Mitteln.

Das Gegenteil der Liquidität eines Unternehmens ist die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens. Ist ein Unternehmen zahlungsunfähig, das heißt, es kann seine offenen Rechnungen oder die Gehälter an die Angestellten nicht mehr zahlen, besteht das Risiko einer Insolvenz.

Es gibt drei Grade der Liquidität. Die verschiedenen Liquiditätsgrade für Unternehmen werden aufgrund diverser Unternehmenskennzahlen, die einen Rückschluss auf die Liquidität bzw. die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zulassen, berechnet.

Man spricht von folgenden Kategorien der Liquidität:

  • Liquidität des ersten Grades, auch Cash Ratio oder Barliquidität genannt
  • Liquidität des zweiten Grades, auch Quick Ratio oder einzugsbedingte Liquidität genannt
  • Liquidität des dritten Grades, auch Current Ratio oder umsatzbedingte Liquidität genannt
  • Liquidität des ersten Grades

Liquidität – Berechnung

Wenn man die Liquidität des ersten Grades berechnen möchte, gilt es, folgende beiden Faktoren miteinander zu vergleichen:

Die (Flüssigen Mittel: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten) * 100

Optimalerweise, wirst Du Dir jetzt sicherlich denken, liegt die Liquidität des ersten Grades bei über 100 %.
Allerdings ist eine Liquidität des ersten Grades von 10 bis 30 Prozent durchaus ein normaler bis guter Wert.

Zu den flüssigen Mitteln zählen folgende Positionen:

  • Schecks
  • Bank- und Kassenbestand
  • Diskontfähige Wechsel
  • Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von max. 1 Jahr
  • Steuerrückstellungen
  • Sonstige Rückstellungen
  • Liquidität des zweiten Grades

Die Berechnung der Liquidität des zweiten Grades erfolgt genau wie bei der Berechnung der Liquidität des ersten Grades (Gegenüberstellung der flüssigen Mittel und den kurzfristigen Verbindlichkeiten).

Anders als bei der Liquidität des ersten Grades wird beim zweiten Grad allerdings noch der Posten „Forderungen“ in die Berechnung mit einbezogen. Daher bietet die Liquidität des zweiten Grades einen tiefgreifenderen Blick darauf, inwiefern flüssige Mittel aber auch die Forderungen die (kurzfristigen) Verbindlichkeiten decken können.

Ein optimaler Wert der Liquidität des zweiten Grades befindet sich zwischen 100% und 120%.
Liegt der Wert unter 100 Prozent, kann dies auf einen zu großen Lagerbestand hinweisen, der wiederum auf einen zu niedrigen Absatz hinweist.

Die Liquidität des zweiten Grades wird also wie folgt berechnet:

(Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen): kurzfristige Verbindlichkeiten

Zu den kurzfristigen Forderungen zählen insbesondere Forderungen, deren Restlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt.

Zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten zählen folgende Posten:

  • Verbindlichkeiten, deren Restlaufzeit bis zu ein Jahr beträgt
  • Steuerrückstellungen
  • Sonstige Rückstellungen

Liquidität des dritten Grades:

Wenn Du die Liquidität des dritten Grades Deines Unternehmens berechnen willst, brauchst Du neben den flüssigen Mitteln, den kurzfristigen Forderungen sowie den kurzfristigen Verbindlichkeiten noch die Bilanzposition „Vorräte“.

Die Formel für die Berechnung der Liquidität des dritten Grades lautet wie folgt:

(Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte): kurzfristige Verbindlichkeiten

Welche Bedeutung hat sie für Selbstständige und Unternehmen?

Wir haben es oben bereits kurz für Deinen Überblick angerissen – Eine mangelnde Liquidität kann für ein Unternehmen verheerende Folgen haben und einen Lawineneffekt hervorrufen: Dienstleister oder Lieferanten können nicht bezahlt werden, es kommt zu Ressourcenengpässen, die wiederum zu Lieferverzögerungen und zu unzufriedenen Kunden führen, die im schlimmsten Falle sogar das Geschäftsverhältnis beenden.

Willkommen in der Abwärtsspirale! Damit Du mit Deinem Unternehmen nicht dort hineingerätst, haben wir für Dich die wichtigsten Infos zusammengestellt.

Unternehmen mit mangelnder Liquidität haben folgende Ausweichmöglichkeiten:

  • Die Nutzung von Skonti, um die Rechnungsbeträge zu verringern (was sich aber als schwierig gestalten kann)
  • Die Nutzung oder sogar die Überziehung einer Kreditlinie
  • Die Neuverhandlung eines Kredites
  • Den Verkauf oder die Veräußerung des Unternehmensvermögens, dazu können auch Büroräumlichkeiten gehören…

Man kann nie genug Liquidität haben?

Nun, ganz so einfach ist es nicht. Denn Dein Unternehmen kann auch ZU VIEL Liquidität haben.
Eine zu hohe Liquidität, also von Zahlungsmitteln, die sich im Umlauf befinden, kombiniert mit nicht vorhanden Investitionen, kann schnell dazu führen, dass Dein Unternehmen an Rentabilität einbüßt.

Wie kann sich die Liquidität verbessern oder verschlechtern?

Du hast festgestellt, dass es ein Problem mit der Liquidität Deines Unternehmens gibt? Prima, denn Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Aber auch ungewollt kann sich die Liquidität Deines Unternehmens ändern bzw. verschlechtern.

Folgende Schritte kannst Du in Bezug auf die Kapitalausstattung Deines Unternehmens einleiten, um die Liquidität Deines Unternehmens zu verbessern:

  • Erhöhung des Eigenkapitals
  • Bareinlagen in das Unternehmen einbringen
  • Die Aufnahme neuer Gesellschafter in das Unternehmen
  • Die Erhöhung Deines Kreditrahmens mit Deiner Hausbank
  • Die Inanspruchnahme des Darlehen zur Sicherung der Liquidität der KFW-Bank
    Nutzung von Tagesgeldkonten – sichere Dir die besten Zinsen!

Aber auch auf Seite der Kunden sind Dir nicht die Hände gebunden. Du kannst beispielsweise:

  • Rechnungen immer sofort stellen und nicht das Monatsende abwarten
  • Unbezahlte Rechnungen eintreiben – notfalls durch ein Inkassobüro
  • Ein aktives Forderungsmanagement einführen – Regelmäßige Mahnungen sind oft wörtlich „die halbe Miete“
    Forderungen über Factoring verkaufen
  • Auf kurze Zahlungsziele bei Deinen Kunden achten
  • Gegen vergessene Zahlungen mit einem Lastschriftverfahren ankämpfen
  • Die Bonität von Neukunden überprüfen
  • Bei nicht liquiden Kunden eine Ratenzahlung vereinbaren

Die Gegenpartei der Kunden sind die Lieferanten – auch hier gibt es einige Schrauben zu drehen. Du kannst beispielsweise:

  • Verlängerte Zahlungsziele für Deine Lieferantenrechnungen vereinbaren
  • Die vereinbarten Zahlungsziele soweit wie möglich ausreizen
  • Nutze – aber genieße sie mit Vorsicht: Oftmals ist die Inanspruchnahme des Dispokredits Deiner Hausbank teurer als der Skonto Dir Ersparnis gebracht hätte…
  • Auf den Lagerbestand achten und nicht auf verlockende Mengenrabatte reinfallen: Auch gelagerte waren kosten Geld und „frieren“ es ein…
  • Vergleichen Sie stets mehrere Angebote und Preise

Wir hoffen, dass Du jetzt einen klareren Blick über Sinn und Zweck einer guten Liquidität hast – und solltest Du feststellen, dass dies nicht der Fall ist: Zumindest weißt Du jetzt auch, wie Du Deine Liquidität verbessern kannst.

>> Erfahre mehr über das Online Geschäftskonto von Penta!


Zuletzt aktualisiert vonOliver