Lohnsteuer

Lohnsteuer – bei diesem Wort bekommen die meisten Menschen mindestens Schwindelanfälle – die einzige Ausnahme davon sind wahrscheinlich Steuer- und Lohnbuchhalter.

Aber was ist eigentlich die Lohnsteuer?

Wie der Name schon verrät, soll die Lohnsteuer den Lohn besteuern. Davon ist aber nicht nur der Lohn, sondern auch das Gehalt betroffen. Anders als in einigen Ländern wird die Lohnsteuer in Deutschland direkt durch den Arbeitgeber gezahlt und somit direkt auch von ihm einbehalten.

Aus diesem Grunde spricht man auch vom Bruttogehalt und vom Nettogehalt. Das Nettogehalt ist der Betrag, den der Angestellte vom Arbeitgeber am Ende eines jeden Monats auf sein Konto überwiesen bekommt. Vom Bruttogehalt spricht man folglich, wenn die Lohnsteuer noch nicht abgezogen wurde.

Der Arbeitnehmer hat also kaum einen Einfluss auf die Zahlung der Lohnsteuer. Kaum – denn durch die Steuererklärung kann die Lohnsteuer als Einkommenssteuer zumindest teilweise zurückgeholt werden.
Der Arbeitgeber führt die Lohnsteuer direkt an das zuständige Finanzamt ab.

Die Lohnsteuer dient in erster Linie zur Deckung des Finanzbedarfes des Staates, u. a.:

  • Zur Finanzierung von Sozialausgaben
  • Für Institutionen
  • Zur Verbesserung der Infrastruktur

Welche Lohnsteuerklassen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Es gibt verschiedene Steuerklassen, darunter:

  • Steuerklasse 1 für Ledige, Geschiedene, Verwitwete und getrennt Lebende
  • Steuerklasse 2 für Alleinerziehende
  • Steuerklasse 3 für Ehepartner mit einem höheren Einkommen oder auch Ehepartner, von denen einer Alleinverdiener ist
  • Steuerklasse 4 Eingetragene Lebenspartner oder Ehepartner, die ähnlich hohe Einkünfte erzielen
  • Steuerklasse 5 Eingetragene Lebenspartner oder Ehepartner, die ein sehr niedriges Einkommen erzielen
  • Steuerklasse 6 – für Einkünfte aus Zweit- und Drittjobs, Nebenjobs, Minijobs, Aushilfsjobs etc.

Wer muss Lohnsteuer zahlen?

Die Lohnsteuer ist auf Einkünfte zu zahlen, die einer nicht selbstständigen Tätigkeit entspringen.
Die Höhe der Lohnsteuer ist von der familiären Situation, bzw. der jeweiligen individuellen Steuerklasse abhängig.

Nicht nur Arbeitnehmer müssen die Lohnsteuer zahlen: Auch Minijobber, Arbeiter, Auszubildende oder geringfügig Beschäftigte müssen sie zahlen.

Die Lohnsteuer wird allerdings nicht ausschließlich auf den Lohn gezahlt, sondern auch auf sogenannte geldwerte Vorteile und sonstige Sachbezüge. Dazu können unter anderem gehören:

  • Essensgutscheine
  • Dienstwagen

Zwar ist laut § 19 des EstG der Arbeitnehmer der Steuerschuldner, weshalb man bei der Lohnsteuer auch von einer direkten Steuer spricht.

Deshalb ist der Arbeitnehmer allerdings nicht automatisch dafür verantwortlich, die Lohnsteuer auch abzuführen oder gar zu berechnen. Diese Aufgabe erfüllt der Arbeitgeber: Er berechnet die Höhe der Lohnsteuer jeden Monat basierend auf einem Prozentsatz des Bruttogehalts des Arbeitnehmers, gemäß Paragraf 38 Abs. 3 EstG.

Außerdem berechnet der Arbeitgeber:

  • Den Solidaritätszuschlag
  • Die Kirchensteuer

… und führt diese laut Paragraf 41 EstG direkt an das Finanzamt ab.

Da der Arbeitgeber derjenige ist, der die Lohnsteuer gemeinsam mit dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer berechnet, ist auch er derjenige, der die Verantwortung für die korrekte Berechnung und die Zahlung der Lohnsteuer die Verantwortung trägt.

Wie Du Dir sicherlich schon denken kannst: Die Lohnsteuer zählt zu der Gruppe der Quellensteuern, da sie direkt an der Entstehung „abgezapft“ werden – nämlich beim Arbeitgeber, noch bevor der Arbeitnehmer „an sein Geld kommt“.

Viele von Euch kennen sicherlich noch die gute, alte Lohnsteuerkarte aus Papier. Diese wurde mittlerweile durch das voll elektronische Verfahren ELStaM abgelöst.

Ab wann muss Lohnsteuer gezahlt werden?

Wann eigentlich die Lohnsteuer gezahlt werden muss, ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Außerdem sind viele Steuerzahler verwirrt von folgenden beiden Begriffen:

  • Lohnsteuer
  • Einkommenssteuer

Die Lohnsteuer ist allerdings im Prinzip ein Teil der Einkommenssteuer und nicht direkt eine eigene Steuer.
Wie der Name schon sagt, wird die Lohnsteuer auf Lohn und Gehalt bezahlt.

Sobald in Deinem Unternehmen ein neuer Angestellter anfängt, bist Du dazu verpflichtet, ihn fristgerecht beim Finanzamt anzumelden – und zwar nicht bei irgendeinem Finanzamt, sondern dem Finanzamt Deines Unternehmens (nicht dem Finanzamt des Angestellten).

Beachte hierbei, dass hier eine Frist von zehn Tagen ab Einstellungsdatum gilt. Diese Fristen variieren jedoch nach der Höhe der im Vorjahr abgeführten Lohnsteuer:

  • Monatliche Anmeldung, wenn Du mehr als 4.000 Euro Lohnsteuer abgeführt hast
  • Vierteljährliche Anmeldung, wenn Du mehr als 1.000 Euro Lohnsteuer abgeführt hast
  • Jährliche Anmeldung, wenn Du nur bis zu 1.000 Euro Lohnsteuer abgeführt hast

Die Lohnsteuererklärung musst Du mittlerweile direkt online im sogenannten ELSTER Portal abgeben.
Du solltest beachten: Als Arbeitgeber mit mehr als zehn Mitarbeitern bist Du dazu verpflichtet, am Ende eines jeden Jahres einen sogenannten Lohnsteuerausgleich durchzuführen.

Es kann nämlich sein, dass, trotz enger Zusammenarbeit mit dem Finanzamt, Deine Mitarbeiter am Ende des Jahres zu viel Lohnsteuer gezahlt haben. Diese zu viel gezahlte Lohnsteuer muss dem Arbeitnehmer dann am Jahresende zurückgezahlt werden.

Wie hoch ist die Lohnsteuer?

Die Höhe der Lohnsteuer hängt ganz vom monatlichen Verdienst, aber auch von der Steuerklasse ab.
Ein Beispiel: Ist Dein Arbeitnehmer in Steuerklasse 1, muss er erst überhaupt Lohnsteuer zahlen, wenn er mehr als 1029 Euro brutto verdient. Manche Arbeitnehmer müssen also gar keine Lohnsteuer bezahlen.

In Steuerklasse 3 liegt dieser Maximalbetrag bei 1952 Euro brutto. Außerdem solltest Du bedenken, dass die Steuerschuld Deiner Angestellten auch durch sämtliche Freibeträge minimiert werden kann.

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