Mobile Payment: sicher, einfach und bequem mit dem Smartphone bezahlen

Mobile Payment oder M-Payment bezeichnet alle Zahlungen, die mit einem mobilen Endgerät durchgeführt werden. Dazu zählen Smartphones, Tablets oder Smartwatches. Diese elektronische Zahlungsform beruht auf einer Übertragungstechnik, die den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen ermöglicht, um einen Bezahlvorgang zu starten, ihn zu autorisieren und umzusetzen. Darüber hinaus wird dieses System als zentrale Bezahlplattform für unterschiedliche Dienstleistungen oder die Überweisung von Geld an andere Bankkonten genutzt.

Bereits seit Anfang der 2000er Jahre stellt Mobile Payment oder mobiles Bezahlen eine einfache und bequeme alternative Zahlungsmethode dar: Statt eines Geldbeutels mit Bargeld und Deiner Giro- oder Kreditkarte, benötigst Du nur ein Smartphone, dass Du beim Bezahlvorgang einfach kurz an das Kassenterminal hältst. Eine PIN-Eingabe oder Unterschrift entfällt beim mobilen Bezahlen.

Wie funktioniert Mobile Payment?

Um mit einem mobilen Endgerät zu bezahlen zu können, muss es über einen sogenannten NFC-Chip verfügen – es muss NFC-fähig sein. Near Field Communications (NFC) bezeichnet einen Übertragungsstandard, der eine sichere Übertragung von Zahlungsinformationen per Funk über kurze Distanzen ermöglicht. Damit ist er ideal für das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone geeignet. Auf kurzen Wegen werden bei einer Transaktion Daten per NFC zwischen dem Smartphone und dem Kassenterminal, das ebenfalls NFC-fähig sein muss, ausgetauscht. Eine Internetverbindung wird in der Regel nicht benötigt. Du musst lediglich die NFC-Funktion Deines Smartphones einschalten. 

Die NFC-Chips finden sich übrigens auch auf Kreditkarten wie der Mastercard oder der VISA Card. Diese Karten sind ebenfalls zum kontaktlosen Bezahlen geeignet. Karten sowie Terminals in Läden, Cafés oder Restaurants, die Mobile Payment unterstützen, sind mit einem Funksymbol aus gebogenen Linien gekennzeichnet.

Um ohne NFC mobile zu bezahlen, gibt es weitere Techniken, die Mobile Payment durch das Scannen von Strich- oder QR-Codes ebenfalls ermöglichen.

Mobile Payment Apps

Neben einem NFC-fähigen Smartphone benötigst Du eine entsprechende App zum mobilen Bezahlen. Apple, Google sowie verschiedene Banken bieten entsprechend Apps an, in denen eine Bankkarte hinterlegt wird. Je nach Anbieter kannst Du sowohl Deine Girocard als auch eine Kreditkarte hinterlegen. Bei einem Bezahlvorgang greift die App zur Abbuchung auf diese Karte zu. Zum Begleichen Deiner Rechnungen kannst Du je nach Art der Bezahl-App meist zwischen zwei Zahlungsmethoden wählen: Der entsprechende Geldbetrag kann entweder per Lastschrift direkt von Deinem Girokonto oder von einem aufladbaren Guthabenkonto innerhalb der App abgebucht werden oder er wird Deinem Kreditkartenkonto belastet. Die Apps werden in der Regel mit Methoden wie Face-ID, dem Scan Deines Fingerabdrucks oder der Eingabe Deiner PIN abgesichert, um Dich vor der Nutzung durch Unbefugte zu schützen.

Wie sicher ist mobiles Bezahlen?

NFC gilt als sichere Technologie zum kontaktlosen Bezahlen. Bei den meisten Anbietern werden die Daten der hinterlegten Kreditkarte nicht offen übermittelt. Stattdessen wird bei jeder Transaktion ein individueller Token von der App generiert. Beim Bezahlvorgang werden die ersten sieben Ziffern der Kreditkarte übermittelt und mit weiteren zehn Ziffern des Token kombiniert und mit einer weiteren Ziffer, der Prüfziffer versehen. Diese hochkomplexe Verschlüsselung entspricht den Sicherheitsstandards von Banken.

Informationen über Transaktionen werden ebenfalls nicht weitergegeben. Bei Apple beispielsweise werden diese Daten ausschließlich lokal auf dem iPhone sowie im Buchungssystem der Bank oder der Kreditkartengesellschaft gespeichert.

Je nach Anbieter ist das Smartphone durch Face-ID, Fingerabdruck oder PIN geschützt, sodass bei Verlust oder Diebstahl keine Abbuchungen getätigt werden können. Sperren, deaktivieren oder ausstellen der Funktion für das mobile Bezahlen ist nicht zwingend notwendig, aber um auf Nummer sicher zu gehen dennoch ratsam, falls Du einmal Dein Smartphone verlierst. 

Transaktionen, die unter den Begriff Mobile Payment fallen

Dem Mobile Payment werden insgesamt fünf verschiedene Bereiche zugeordnet:

  1. Die wohl ursprünglichste Form des Mobile Payment ist das Bezahlen per SMS oder MMS. Bei jedem kostenpflichtigen Download, den Du über Dein Smartphone tätigst, handelt es sich um eine mobile Zahlung. Die Abrechnung erhältst Du in der Regel am Monatsende über Deinen Mobilfunkanbieter.
  2. Kontaktloses Bezahlen bezeichnet allgemein alle Zahlungsfunktionen, die über Near Field Communication (NFC) abgewickelt werden. Dabei kann es sich um Zahlungen mit dem Smartphone, aber auch per Girocard oder Kreditkarte mit NFC-Chip sowie Zahlungen an POS-Terminals (Onlineterminals zum bargeldlosen Bezahlen am Point of Sale) handeln.
  3. Das Wallet ist eine elektronische Geldbörse, in der Informationen zu Zahlungsmitteln, beispielsweise zu Kreditkarten, hinterlegt werden. Um Zahlungen über Dein Wallet zu tätigen, kannst Du dort Geld durch eine Überweisung oder Verknüpfung mit einem Bankkonto zur Abbuchung hinterlegen. Zu den bekanntesten Anbietern von Wallets zählen Apple, Microsoft oder Google. Du registrierst Dich einmalig bei einem Anbieter Deiner Wahl und gibts nach erfolgreicher Verifizierung Deiner Person an, welches Zahlungsmittel Du hinterlegen möchtest.
  4. Bei kartenbasierten Transaktionen handelt es sich um Kreditkartenzahlungen, die Du mit Deinem Smartphone ausführst. Hast Du die Zahlungsinformationen Deiner Kreditkarte in einem Onlineshop wie Amazon, Zalando oder anderen hinterlegt, und schließt eine Bestellung über Dein Smartphone ab, handelt es sich um Mobile Payment.
  5. Überweisungen von einem Smartphone auf ein anderes Smartphone ist eine weitere Art des Mobile Payments, bei der Geld in Echtzeit von einem Konto auf ein anderes Konto überwiesen wird. Die Zahlungsmöglichkeit wird häufig für Geldtransfers in das Ausland genutzt. Je nach Anbieter und Höhe der angewiesenen Summe werden diese Überweisungen gegebenenfalls noch einmal verifiziert.

Mobile-Payment-Anbieter

Mittlerweile hat fast jeder sein Smartphone ständig dabei. Entsprechend zählen neben PayPal auch Apple, Samsung und Google zu den Anbietern von Mobile Payment Apps. Immer mehr Banken sowie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bieten integriert in ihre Onlinebanking-Apps eigene Mobile-Payment-Lösungen an. Bankkunden hinterlegen dort die entsprechenden Karten und nutzen die Apps für Bezahlvorgänge mit dem Smartphone.

Zu den internationalen Anbietern von Mobile Payment Apps zählen u. a.

  • Apple Pay
  • Google Pay
  • Samsung Pay

Zu den deutschen Anbietern von Mobile Payment Apps und mobilen Bezahldiensten zählen u. a.

  • Paypal
  • Sparkassen in Deutschland
  • Deutsche Bank
  • Postbank Finanzassistent

In Österreich stellen Blue Code und Paybox Zahlungsverfahren für das mobile Bezahlen zur Verfügung. Die Nutzung der Dienste ist auch in Deutschland möglich. 

Bei der Nutzung der Mobile Payment Apps fallen in der Regel keinen weiteren Kosten für das mobile Bezahlen an. 

Welche Rolle spielt das mobile Bezahlen in Deutschland?

2019 haben nur 25 Prozent aller Deutschen Mobile Payment genutzt. Dabei liegt der Anteil der Männer bei 30 Prozent, der Anteil der Frauen nur bei 21 Prozent. Immerhin haben aber 7 von 10 der Deutschen die Absicht, Mobile Payment in den kommenden fünf Jahren zu nutzen.

Immer mehr Händler reagieren auf diese Entwicklung. Zahlreiche Supermärkte, größere Handelsketten oder Tankstellen sind bereits mit NFC-fähigen Kassensystemen ausgerüstet. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland allerdings noch weit hinter Ländern wie der USA oder Großbritannien zurück. Insbesondere im stationären Handel hat sich Mobile Payment noch nicht etabliert. Die fehlende Akzeptanz wird meist mit Sicherheitsbedenken begründet.

Vorteile des Mobile Payment

Das Bezahlen mit dem Smartphone bietet Dir einige Vorteile:

  • Schnelle Abwicklung: Der Zahlvorgang erfolgt schnell und unkompliziert: So verkürzen sich die Wartezeiten an der Kasse.
  • Geldbewegungen sind jederzeit nachvollziehbar.
  • Kontaktloses Bezahlen ist hygienischer als der Einsatz von Bargeld oder Kreditkarten.
  • Das Smartphone ist immer dabei – Bargeld oder Kreditkarten müssen nicht extra mitgeführt werden.
  • Das Smartphone ist durch die Face-ID, Fingerabdruck oder PIN geschützt – bei Verlust oder Diebstahl können keine Abbuchungen von Dritten getätigt werden.

Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel