Ratenzahlung

Die Ratenzahlung (englisch installment payment) ist eine Zahlungsart, bei der ein Unternehmer seinen Kunden die Möglichkeit einräumt, Waren oder Dienstleistungen in mehreren Teilzahlungen zu begleichen. Statt in Form einer Einmalzahlung tilgt der Kunde seine Schuld in mehreren Raten. Dieses Angebot ist in der Regel an bestimmte Konditionen gebunden.

Die Ratenzahlung findet häufig beim Verkauf an Privatkunden im stationären Handel, aber auch im Onlinehandel Anwendung. Viele Kunden nutzen den Ratenkauf beispielsweise um ein Auto oder teure Haushaltsgeräte zu kaufen. Die Abwicklung der Ratenzahlung erfolgt wahlweise durch den Händler selbst oder durch einen von ihm beauftragten Zahlungsdienstleister.

Wie funktioniert die Ratenzahlung?

Nimmt ein Käufer die Ratenzahlung eines Verkäufers in Anspruch, erhält er eine Ware oder Dienstleistung, ohne diese gleich komplett bezahlen zu müssen. Der Gesamtbetrag wird über einen vereinbarten Zeitraum in einzelnen Raten beglichen. 

Die Ratenzahlung ist ein beliebtes Mittel, um den Absatz von Produkten zu erhöhen. Entsprechend wird die Ratenzahlung insbesondere im Einzelhandel meist ohne einen Aufschlag auf die Kaufsumme gewährt. Der Kunde zahlt lediglich den Kaufpreis aufgeteilt in drei oder sechs gleich bleibenden Raten. Kunden, die sich die volle Kaufsumme nicht leisten können, nehmen dieses Angebot gerne in Anspruch. Zudem sind die Ratenzahlungen gut planbar, da sich die Höhe der Raten über die vereinbarte Laufzeit nicht verändern. 

Davon profitiert auch der Händler: Er kann ebenfalls mit planbaren Umsätzen rechnen. Allerdings birgt die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung für ihn auch ein gewisses Risiko: Er geht zunächst in Vorleistung. Ist ein Kunde nicht in der Lage, den vollen Kaufpreis im Rahmen der Ratenzahlen zu begleichen, macht der Händler Verluste. Zwar verbleibt die Ware rein rechtlich in seinem Besitz, solange sie nicht abbezahlt ist. Er kann sie dann aber meist nicht mehr als neuwertig anbieten.

Annuitätendarlehen

Setzt sich die Raten aus einem Tilgungsbetrag sowie den vertraglich vereinbarten Zinsen zusammen, spricht man von einem Annuitätendarlehen. Diese Art von Darlehen kennzeichnet, dass der Gesamtbetrag bei gleichbleibenden Raten zu einem vereinbarten Zeitpunkt beglichen werden muss. Den Zinsatz, die Höhe der einzelnen Raten sowie den Zeitpunkt, zu dem die Raten beglichen werden müssen, und die Laufzeit der Finanzierung werden von den Vertragsparteien im Kaufvertrag bzw. Ratenzahlungs- oder Ratenkaufvertrag geregelt. 

Wer bietet Ratenzahlung an?

Nicht nur Unternehmen bieten ihren Kunden die Ratenzahlung für ihre Waren und Dienstleistungen an. Die Ratenzahlung kann beispielsweise auch mit dem Finanzamt, einem Inkassobüro oder einem Gerichtsvollzieher für die Abzahlung eines Vollstreckungsbescheides vereinbart werden. 

Ratenzahlung vereinbaren

Kann ein Käufer nicht die volle Kaufsumme aufbringen, kann er ein Unternehmen auch um die Möglichkeit bitten, diese in Teilzahlungen zu begleichen. Muster für den formlosen Antrag auf Ratenzahlung gibt es im Internet. Stimmt das Unternehmen zu, werden die Zahlungsmodalitäten individuell zwischen dem Kunden und dem Unternehmen festgelegt.

Abwicklung der Ratenzahlung

Die Ratenzahlung ist für Unternehmen mit einem gewissen Aufwand verbunden. Insbesondere beim Verkauf hochpreisiger Waren überprüfen sie zunächst die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden, um ihr Ausfallrisiko zu minimieren. In der Regel findet eine Bonitätsprüfung über die Schufa oder eine andere Auskunftei statt, um sich gegen die Risiken eines Zahlungsausfalls abzusichern. Während dieser Prozess bei großen Onlineversandhändlern meist unbemerkt im Hintergrund abläuft, bedeutet er für kleinere Onlinehändler einen vergleichsweise hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Immer mehr Unternehmen lagern diese Aufgabe daher an externe Zahlungsdienstleister aus, anstatt die Abwicklung der Ratenzahlung selbst zu übernehmen.

Abwicklung durch den Händler

Entschließt sich ein Händler, die Abwicklung der Ratenzahlung selbst abzuwickeln, erhält der Kunden bei Abschluss einer Bestellung einen Ratenzahlungs- oder Ratenkaufvertrag. Hier ist festgelegt, in welcher Höhe die Rate ausfällt und wann der Kunde sie über die Dauer der Vertragslaufzeit zu bezahlen hat. In der Regel sind die Zahlungsmodalitäten für alle Kunden gleich. Bearbeitung, Risikobewertung, Mahnwesen und Risikoübernahmen liegen damit beim Händler. 

Alternativ erfolgt die Ratenzahlung nicht direkt über den Händler, sondern das Unternehmen arbeitet mit einer Bank zusammen. In diesem Fall wird der Kauf von der Bank vorfinanziert und der Kunde zahlt die Raten direkt bei der Bank ab. Der Kunde profitiert dabei von dem Vorteil, die Ratenzahlung individuell mit der Bank vereinbaren zu können. Der Nachteil ist, dass die Kreditvergabe durch eine Bank strengen gesetzlichen Regelungen unterliegt, die Vertragsverhandlungen mühsam sind und die Bewilligung recht lange dauert. 

Abwicklung durch einen Zahlungsdienstleister

Onlinehändler, die sich diesen Aufwand sparen wollen, lagern diese Aufgaben an einen Zahlungsdienstleister wie 

Bei der Ratenzahlung tritt der Händler die Forderung an den Zahlungsdienstleister ab, der die Kaufsumme vorfinanziert. Das heißt, der Händler erhält umgehend den gesamten Kaufpreis. Der Kunde zahlt die monatlichen Raten dann direkt an den Zahlungsdienstleister, der sämtliche Aufgaben und Risiken übernimmt – angefangen bei Kreditbearbeitung über das Risikomanagement bis hin zur Risikoübernahme. So spart der Händler sich nicht nur den Aufwand, sondern sichert sich auch für den Fall eines Zahlungsausfalls ab. 

Welche weiteren Arten von Ratenzahlung gibt es?

Neben dem klassischen Ratenkauf oder der Finanzierung durch eine Bank oder einen Finanzierungsdienstleister gibt es weitere Möglichkeiten der Ratenzahlung. Hierzu zählen das Leasing sowie der Mietkauf. In beiden Fällen erwirbt der Kunde eine Art Nutzungsrecht gegen eine vereinbarte monatliche Zahlung. Über die Vertragslaufzeit bleibt der Vertragsgegenstand jedoch vollständig im Besitz des Unternehmens. Allerdings besteht am Ende die Option, ihn gegen Zahlung eines Restkaufpreises komplett zu erwerben. 

Antrag auf Ratenzahlung

Der Antrag auf Ratenzahlung erfolgt über die Zahlungsdienstleister unkomplizierter als bei der Finanzierung eines Ratenkaufs über die Bank. Natürlich findet auch hier die Bewilligung nicht ohne Prüfung der Bonität statt. Ratenzahlung trotz negativer Schufa in der Regel nicht möglich und den Kunden bleibt nur die Möglichkeit, per Vorkasse oder mit ihrer Kreditkarte zu bezahlen.

Erweist sich ein Kunde als kreditwürdig, bieten die verschiedenen Zahlungsdienstleister unterschiedliche Möglichkeiten, Onlinekäufe flexibel zu finanzieren. Bei PayPal zahlen Kunden im Rahmen der Ratenzahlung die volle Kaufsumme zuzüglich der vereinbarten Zinsen in 12 monatlichen Raten. Wie hoch die Ratenzahlung ausfällt, können Kunden mithilfe eines Rechners ermitteln. Kunden, die ihr PayPal-Konto nutzen, können die Ratenzahlung zudem nicht nur für Neuware, sondern auch für gebrauchte Produkte in Anspruch nehmen. So bietet beispielsweise das Berliner Unternehmen rebuy PayPal als Zahlungsmöglichkeit und damit die Ratenzahlung beim Kauf gebrauchter Medien und ausgewählter Elektronikartikel an. Klarna zeigt sich noch flexibler und bietet Kunden den Ratenkauf mit 24, 12, 6 oder flexibel gewählten Raten und einem Sollzinssatz von 0 Prozent an. 

Was ist eine Kreditkarte mit Ratenzahlung?

In Deutschland werden Kreditkarten meistens mit einer sogenannten Teilzahlungsoption ausgegeben. Kunden, die über eine solche Kreditkarte verfügen, haben die Möglichkeit, die Ratenzahlung für die Begleichung ihrer Kreditkartenrechnungen zu nutzen. In der Regel ist mit der ausgebenden Bank ein Mindestbetrag vereinbart, der sofort zurückgezahlt werden muss. Für die verbleibende Schuld wird die Ratenzahlung vereinbart werden. Vergleichbar mit einem Dispositionskredit oder einem Kontokorrentkredit werden in diesem Fall allerdings Sollzinsen für die Teilzahlung von der Bank erhoben. 

Statt also monatlich die gesamte Summe automatisch vom Girokonto oder Geschäftskonto abzubuchen, werden zunächst nur zwischen zwei und zehn Prozent der Abrechnungssumme abgebucht. Die Rückzahlung der Restschuld erfolgt in Raten über mehrere Monate. Um die Teilzahlungsoption zu nutzen, müssen Kunden diese Form der Ratenzahlung bei ihrer Bank beantragen. In der Regel erfolgt die Aktivierung der Ratenzahlung online. Soll die Teilzahlung nicht mehr in Anspruch genommen werden, kann die Option entsprechend genauso unkompliziert wieder rückgängig gemacht werden.

Alternative zur Teilzahlungsoption

Verglichen mit den Zinsen für Dispositionskredite oder Kontokorrentkredite fallen die Zinssätze für die Kreditkarte mit Ratenzahlung recht hoch aus. Gegebenenfalls kann es daher günstiger sein, die Überziehungszinsen in Kauf zu nehmen oder einen Ratenkredit, der in zeitlich festgelegten und gleichbleibenden Raten zurückgezahlt wird, in Anspruch zu nehmen.


Zuletzt aktualisiert vonOliver