Was sind Sollzinsen und wie erfolgt die Berechnung?

Zum Ende des Monats kann es durchaus mal vorkommen, dass das Geld knapp wird. Doch Du musst Deine Rechnungen bezahlen, Deine Miete vielleicht bereits überweisen und Bestellungen in Auftrag geben.

Für Situationen wie diese haben Banken verschiedene Lösungen entwickelt, wozu der Dir wahrscheinlich bekannte Dispositionskredit gehört und jegliche andere Formen von Krediten, welche natürlich auch bei größeren Investitionen
aufgenommen werden können.

Hier kommt der Sollzins ins Spiel – aber was genau ist das und wie werden Sollzinsen berechnet?

Was sind Sollzinsen?

Sollzinsen sind die Zinsen, welche Banken im Allgemeinen auf einen Kredit bei der Vergabe erheben. Eine klare Unterscheidung der beiden Begriffe „Zins“ und „Zinsen“ ist relevant, da Zins sich lediglich auf den Zinssatz bezieht, während wir unter Zinsen den tatsächlichen Betrag der Zinsen verstehen.

Im Weiteren wird der Sollzins auch häufig als Kreditzins oder Darlehenszins bezeichnet, was nicht ganz korrekt ist: denn der Kreditzins wird für die Aufnahme eines Kredits berechnet, während der Sollzins oder auch Nominalzins den tatsächlichen Zinssatz beschreibt, welcher auf den Kredit anfällt.

Darüber hinaus ist im Bankwesen häufig die Rede vom Effektivzins, welcher alle Kosten beschreibt, die mit der Aufnahme des Kredits verbunden sind. Hierzu gehören auch beispielsweise die Kontoführungsgebühren. Der Effektivzins stellt somit eine gute Basis für das Vergleichen unterschiedlicher Kredite dar, während der Sollzins allein den Zinssatz beschreibt.

Der Sollzins fällt also bei verschiedenen Formen von Krediten und Darlehen an und der Begriff wird inzwischen gleichermaßen für Kredite im Allgemeinen verwendet, obwohl er sich ursprünglich nur auf die Überziehung eines Kontos bezogen hat.

Hier sprechen wir von einem Dispositionskredit, welcher umgangssprachlich auch oft Dispokredit genannt wird. Das bedeutet, dass Du Dein Konto überziehen kannst und somit ins Soll gehst, also mehr Geld ausgibst, als eigentlich auf Deinem Konto vorhanden ist.

Es gibt zwei Arten vom Sollzins, zum einen den variablen und zum anderen den festen bzw. gebundenen, welcher auch Festzins genannt wird. Ersterer bedeutet, dass die Bank den Zinssatz regelmäßig den Marktbedingungen und -fluktuationen anpasst, was meistens im Abstand von 3 Monaten passiert, während ein Festzins unverändert bleibt.

Ein variabler Zins fällt meist bei zeitlich unbegrenzten Krediten an wie im Falle des Dispokredits, während ein Festzins meist bei kleinen Krediten über die komplette Dauer des Kredites anfällt. Häufig wirst Du das Kürzel „p.a.“ finden, welches per annum bedeutet und angibt, dass der Sollzins pro Jahr angegeben wird.

Was ist eine Sollzinsbindung?

Eine Sollzinsbindung erfolgt häufig bei langen Laufzeiten von Krediten, also wenn Du beispielsweise einen Kredit für Deine Immobilie aufnimmst. Die verschiedenen Laufzeiten sind in der Regel 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Es handelt sich also um einen Festzins, der jedes Jahr unverändert in gleicher Höhe anfällt.

Wenn die Zinsbindung zu Ende ist, läuft der Kredit normalerweise mit variablen Zinsen weiter. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Sollzins wieder festzulegen, indem Du eine Umschuldung vornimmst. Wir sprechen von einer
Umschuldung, wenn Du einen neuen Kredit aufnimmst und den alten somit ablöst.

Je nachdem, ob Deine Bank mit Angeboten von anderen Banken mithalten kann, solltest Du einen Bankenwechsel in Erwägung ziehen.

Wie berechnen sich Sollzinsen und ab wann werden sie gezahlt?

Die Höhe der Sollzinsen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hängt es von Deiner Bonität als Kunde der Bank ab, also die Lage Deiner Finanzen und die damit verbundene Kreditwürdigkeit.

Außerdem wird der Zinssatz von Marktgegebenheiten beeinflusst, wozu Fluktuationen in Währungen und der Wettbewerb unter verschiedenen Bankinstituten gehört. Außerdem ist die Dauer des Kredites entscheidend, denn mit ansteigender Dauer steigen auch die Zinssätze.

Bis vor einigen Jahren wurden auch noch Bearbeitungsgebühren, doch inzwischen hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass diese nicht zu lasten der Kunden fallen dürfen und von der Bank selbst getragen werden müssen. Sollzinsen liegen in der Regel zwischen 10-20%.

Normalerweise werden variable Sollzinsen dem Kreditnehmer monatlich berechnet. Sie fallen ab dem Zeitpunkt an, ab dem Du Dein Konto überziehst. Merke Dir also, dass Du diese Möglichkeit nicht ständig nutzen solltest, da die Kosten mit den Tagen der Kontoüberziehung steigen. Für Festzinsen gilt der festgelegte Zinssatz.

Jetzt stellst Du Dir vielleicht die Frage, wie Du Sollzinsen vermeiden kannst. Bei einem Festzins für einen Vertrag von längerer Dauer sind Sollzinsen nicht zu verhindern, allerdings solltest Du vor der Aufnahme eines Kredites die verschiedenen Angebote mehrerer Banken vergleichen, denn hier kann es erhebliche Unterschiede geben.

Bei variablen Sollzinsen bei Deinem Dispokredit kannst Du darauf achten, stets genug Geld auf dem Konto zu haben, um alle Transaktionen und Geschäftsvorfälle zu bezahlen.

Der Sollzins ist also ein Zinssatz, welcher auf Kredite anfällt und für Kreditnehmer sowohl auf langjährige Kredite als auch auf Dispositionskredite anfallen. Wir unterscheiden zwischen dem Festzins und den variablen Sollzinsen, wobei der erste einen festgelegten Zinssatz für die Laufzeit des Kredites beschreibt und der variable Sollzins in der Regel alle 3 Monate von der Bank an die aktuellen Marktbedingungen angepasst wird.

Die Höhe der Sollzinsen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wozu neben Deiner Bonität auch der Wettbewerb unter den verschiedenen Banken zählt. Normalerweise liegen Sollzinssätze zwischen 10-20%.

Du kannst Deine Sollzinsen niedrig halten, indem Du vor der Aufnahme eines Kredites die Konditionen verschiedener Banken vergleichst oder im Fall eines besseren Angebotswährend der Kreditlaufzeit eine Umschuldung vornimmst und somit entweder ein anderes Angebot Deiner Bank wahrnimmst oder aber die Bank wechselst.

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Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel