Was ist eine Steuersoftware und für wen ist sie nützlich?

Egal ob Existenzgründer oder Geschäftsführer eines großen Unternehmens – mit einer Steuererklärung hat sich jeder Jahr für Jahr aufs Neue rumzuschlagen. Der Steuerberater ist für viele eine Option, sich diese Arbeit abnehmen zu lassen, für andere kommt dies aus finanziellen oder anderen Gründen wiederum nicht in Frage.

Inzwischen gibt es im Internet sehr viele Portale, die einem diese Prozedur erleichtern – eine sogenannte Steuersoftware. Der Trend steigt und die Papierform der Steuererklärung wird eventuell irgendwann ganz verschwinden.

Doch was genau verbirgt sich hinter einer Steuersoftware und für wen macht die Nutzung denn eigentlich Sinn?

Was ist eine Steuersoftware?

Eine Steuersoftware bezeichnet die Möglichkeit, die jährliche Steuererklärung mit Hilfe eines Programms digital zu erledigen. Eine Software hat dabei verschiedene Aspekte, die die Steuererklärung erleichtern sollen.

Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Steuersoftware: Desktopprogramme, Browserprogramme und Apps. Desktopprogramme bringen im Gegensatz zu Browserprogrammen den Vorteil einer größeren Sicherheit mit sich, was bei Unterlagen zur Steuererklärung sicherlich für viele nicht ganz unwichtig erscheint.

Bei Onlineprogrammen musst Du auf den Datenschutz vertrauen, während Du mit heruntergeladenen Programmen auf der sicheren Seite bist. 

Andererseits besteht online die Möglichkeit, mit verschiedenen Geräten und von verschiedenen Orten aus die Steuererklärung auszufüllen. Zudem sind Onlineprogramme zwar meist günstiger, aber bieten nicht das gleiche Angebot wie Desktopprogramme, welche oft noch zahlreichere Erklärungen beinhalten. 

Apps sind laut Experten oft noch nicht ausgereift genug, um alle notwendigen Schritte einer Steuererklärung vollständig und korrekt auszuführen. Aber auch hier wird an Innovationen gearbeitet und es ist durchaus wahrscheinlich, dass diese Variante in Zukunft von immer mehr Leuten genutzt wird. 

Die kostenlose Plattform ELSTER

Eine der inzwischen bekanntesten Portale zur Erleichterung der Steuererklärung ist ELSTER. ELSTER steht kurz für Elektronische Steuererklärung und wird vom deutschen Finanzamt selbst herausgegeben. Dadurch ist es im Gegensatz zu vielen anderen Programmen auch kostenlos.

Hier musst Du Dich einmalig registrieren und bekommst anschließend zur Verifizierung Deiner Identität eine Bestätigungsmail zugeschickt. Allerdings können nun noch bis zu zwei Wochen vergehen, bis man endgültig registriert ist und die Plattform nutzen kann, da zur zusätzlichen Sicherheit noch gewisse Dokumente erforderlich sind. 

ELSTER bietet Dir die Möglichkeit, die Steuererklärung digital zu erledigen und erspart Dir das Anschaffen großer Programme auf Deinem Desktop. Du erhältst ein Formular, welches Du offline ausfüllen kannst und welches anschließend online verschlüsselt an das Finanzamt übermittelt wird.

Der Unterschied von ELSTER zu anderen Anbietern ist primär weniger Hilfestellung und Erklärung, daher ist diese Plattform am besten für jene geeignet, denen die herkömmliche Steuererklärung per Papier keine Schwierigkeiten bereitet hat. 

Kostenpflichtige Steuersoftware im Vergleich

Es mag erst einmal so scheinen, als wäre die Auswahl riesig. Jedoch wird der deutsche Markt von 3 Topanbietern beherrscht: Buhl Data mit „Wiso“ und „Variante Tax“, Wolters Kluwer Deutschland mit Steuereasy und zuletzt Haufe-Lexware mit Smartsteuer in der Rubrik Onlineprogramm und Taxman und Quicksteuer als Desktopprogramme. 

Wie vorhin bereits angedeutet, ist die Mehrheit der Steuersoftwares kostenpflichtig. Die Preise bewegen sich in einem Segment von 15-40 €.  

Wenn Du als herkömmlicher Arbeitnehmer erst einmal testen möchtest, ob die Nutzung dieser Hilfestellung etwas für Dich ist, ist Taxman und Quicksteuer mit 15 € sehr zu empfehlen. Diese Programme beinhalten die grundlegenden Werkzeuge zur Vereinfachung der Steuererklärung. Es gibt verschiedene Versionen dieser Programme, meist reicht jedoch die normale Version. Bist Du beispielsweise ein Grenzpendler, verkompliziert das den Prozess und Du solltest über die Pro-Version nachdenken.

Programme, die sich im mittleren Preissegment von ungefähr 25 € bewegen, enthalten in der Regel eine ausführlichere Erklärung als Taxman oder Quicksteuer. Ein Beispiel für diese Programme ist Wiso, welches mehrere Vorteile umfasst, die andere Programme sonst einzeln bieten.

Es sind sogar Erklärungen per Video in einem Umfang enthalten, was sonst kein Programm bietet. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Programm sich gewisse Daten merkt, welche somit ins nächste Jahr übernommen werden und den Prozess zusätzlich erleichtern. 

Die teuersten Programme, welche bis zu 40€ kosten, bieten eine sehr ausführliche Erklärung und befassen sich mit sehr komplizierten Fällen der Steuererklärung. Somit sind diese vor allem für Selbstständige geeignet, welche oft mit diesem Thema zu kämpfen haben.

Grundsätzlich ist auch noch zu beachten, dass Du die richtige Version für das entsprechende Steuerjahr verwendest, da sich Regeln ändern können und bei einer Verwechslung erhebliche Fehler passieren können. Für das Steuerjahr 2018 müssen sie also beispielsweise Taxman 2019 verwenden. 

Achte aus Datenschutzgründen unbedingt auch immer darauf, dass Dein Server und der verwendete PC sicher ist. Außerdem ist es Dir je nach Betriebssystem Deines PCs eventuell nicht möglich, jedes Programm runterzuladen.

Für wen ist die Nutzung einer Steuersoftware lohnend? 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine kleine Investition in eins dieser Programme sich durchaus lohnen kann, wenn man zu den Laien in der Finanzwelt zählt und keine große Summe für einen Steuerberater zahlen möchte. So frustrierend und langweilig diese Arbeit am Anfang scheinen mag, kann es sich durchaus rentieren: im Durchschnitt kriegt jeder Steuerpflichtige 935€ an Steuern zurück. 

Für Arbeitnehmer mit einem festen Gehalt, welches keine Fluktuationen erlebt hat, ist das Internetportal ELSTER völlig ausreichend. Wie bereits erwähnt bietet es keine großen Hilfestellungen, da es vom Finanzamt selbst kostenlos angeboten wird, ist aber in diesem Fall völlig ausreichend.

Für Selbstständige fällt die Steuererklärung oft kompliziert aus, was eine der teureren Softwares oder eventuell sogar doch einen Steuerberater durchaus in Frage kommen lässt. Besonders kompliziert kann es werden, wenn Du von zu Hause aus arbeitest. Je nach Finanzlage kann ein Steuerberater also doch einen gewissen Mehrwert mit sich bringen.

Das Gleiche kann für große Unternehmen gelten, dessen Struktur möglicherweise komplizierter ist oder sich im vergangenen Jahr verändert hat, ist eins der teureren Programme oder sogar ein Steuerberater zu empfehlen. 

Unterm Strich ist festzuhalten, dass eine Steuersoftware ein Programm ist, welches die Steuererklärung am PC ermöglicht und vereinfachen soll. Inzwischen gibt es ein großes Angebot an Anbietern und bei der Frage, ob sich eine Investition lohnt, müssen gewisse Aspekte angeschaut und abgewägt werden.

Das kostenlose Portal ELSTER wird vom Finanzamt zur Verfügung gestellt und eignet sich hauptsächlich für diejenigen, die mit der herkömmlichen Steuererklärung auch keine Schwierigkeiten hatten. 

Die kostenpflichtigen Programme variieren im Preis von 15-40 € und hier wird zwischen Desktop- und Onlineprogrammen unterschieden, wobei Onlineprogramme zwar einen höheren Komfort bieten, jedoch auch eine niedrigere Sicherheit aufweisen. Dieser Punkt ist vor allem bei vertraulichen Daten wie die in der Steuererklärung kritisch zu betrachten. 

Insgesamt bleibt die Handhabung der Steuererklärung natürlich jedem selbst überlassen. Arbeitnehmer können oft auf ein solches Programm verzichten, solange sich das Gehalt und andere finanzielle Faktoren nicht verändert hat. Für Selbstständige stellt die Steuererklärung eine Herausforderung dar und somit kann eine kleine Investition durchaus sinnvoll sein.

Hier kann ein Steuerberater je nach Lage auch in Erwägung gezogen werden. Bei Unternehmen kann je nach Veränderungen in der Unternehmensstruktur eins der teureren Programme auch durchaus von Nutzen sein. 

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Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel