Umsatzsteuererklärung

Unterliegst du im Rahmen deiner Selbstständigkeit der Umsatzsteuerpflicht, musst du eine entsprechende Umsatzsteuererklärung an das zuständige Finanzamt übermitteln. Doch welche Fristen und Formalien müssen für eine ordnungsgemäße Abgabe eingehalten werden?

Definition „Umsatzsteuererklärung“

Innerhalb der Umsatzsteuererklärung werden sämtliche Umsatzsteuervoranmeldungen des Jahres zusammengefasst. Wurden im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung Rechnungen vergessen oder zu spät eingereicht, müssen diese in die Umsatzsteuererklärung eingefügt werden.

In dem Fall ist es ratsam, dass keine weiteren Diskrepanzen zwischen den Angaben der Umsatzsteuervoranmeldung und der Umsatzsteuererklärung bestehen. Etwaige Unstimmigkeiten werden durch das Finanzamt äußerst schnell aufgedeckt und können eine Steuerprüfung zur Folge haben.

Genauso wie die Umsatzsteuervoranmeldung muss auch die Umsatzsteuererklärung online abgewickelt und bis zum 31. Juli des Folgejahres elektronisch an das Finanzamt übermittelt worden sein.

Zeitpunkt zur Zahlung der Umsatzsteuer

Wer im Laufe seiner unternehmerischen Tätigkeit Umsätze mit entsprechender Umsatzsteuer erwirtschaftet, muss je nach Höhe eine entsprechende Voranmeldung entweder monatlich oder vierteljährlich abgeben. Anmelde- und Zahlungstermin der entstandenen Umsatzsteuerlast ist stets der 10. Tag nach Quartalsende (oder bei monatlicher Abgabe der 10. Tag nach Monatsende), so beispielsweise der 10. Juli.

Wobei eine vierteljährliche Abgabe die schriftliche Erlaubnis des Finanzamts bedarf. Erscheinen dir 10 Tage zu knapp, um die Umsatzsteuerzahllast zu begleichen, hast du die Möglichkeit eine Dauerfristverlängerung zu beantragen. Dadurch wird dir stets ein Monat länger Zeit gegeben, um die Voranmeldung abzugeben und die Zahllast zu begleichen.

Jedoch wird dir diese Option nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit du in den Genuss einer späteren Zahlung kommst, musst du ein Elftel der Umsatzsteuer-Zahllast des Vorjahres zahlen.

Wann die Abgabe einer Umsatzsteuererklärung zur Pflicht wird

Die Abgabe einer Umsatzsteuererklärung findet ihren Ursprung in dem Beginn der Umsatzsteuerpflicht. Führst du gemäß § 2 UstG in deiner Funktion als Unternehmer Lieferungen und Leistungen im Inland aus und erhältst dementsprechend auch ein Entgelt dafür, giltst du als umsatzsteuerpflichtig.

Aufgrund dessen wist du zu den festgelegten Fristen zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung oder Umsatzsteuererklärung gebeten. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Prozentsatz du für deine unternehmerische Tätigkeit veranschlagst, ob 7 oder 19 Prozent.

Einzuhaltende Form zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung

Seit 2011 schreibt das Finanzamt eine elektronische Übermittlung der Umsatzsteuererklärung vor. In Extremsituationen und auf Antrag mag das Finanzamt auf eine elektronische Übermittlung verzichten können. Jedoch sinken dadurch die Chancen, dass dein Antrag auch tatsächlich genehmigt wird.

Einer Genehmigung wird das Finanzamt nur zustimmen, wenn es dir aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen unzumutbar war, die Erklärung elektronisch zu übermitteln, beispielsweise weil du keinen Internetzugang oder gar Computer besitzt.

Des Weiteren haben sich im Rahmen der Übermittlung weitere Veränderungen eingeschlichen, sodass seit August 2013 zusätzlich ein elektronisches Zertifikat zur Authentifizierung des Steuerpflichtigen vonnöten ist.

Personenkreis, der zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung verpflichtet ist

Wie bereits erwähnt, fällt jeder Unternehmer, der Waren oder Dienstleistungen gegen ein Entgelt verkauft, unter die Umsatzsteuerpflicht.

Was häufig im Laufe des Unternehmerdaseins untergeht: Auch Unternehmer, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, sind zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung verpflichtet. Auch dann, wenn sie ihre Rechnungen nicht mit der Umsatzsteuer ausgezeichnet haben.

Jedoch stellt die Abgabe der Erklärung keinen großen Aufwand für Kleinunternehmer dar. Schließlich müssen sie lediglich allgemeine Unternehmensangaben machen und die Umsätze der letzten beiden Jahre preisgeben. Bei ihrer Preisgabe dürfen die Umsätze des Vorjahres nicht höher als 17.500 Euro sein und im aktuellen Jahr nicht höher sein als 50.000 Euro.

Auch Kleinunternehmer und Freelancer müssen ihre Umsätze offenlegen

Neben Kleinunternehmer müssen auch Freiberufler eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Inwieweit ein Freiberufler umsatzsteuerpflichtig ist, hängt von der Art der selbstständigen Tätigkeit ab. Geht der Freiberufler eine Selbstständigkeit in Form eines Versicherungsvertreters nach, genießt er nach § 4 UstG eine Steuerbefreiung.

Unternehmer, die wegen ihrer Tätigkeit umsatzsteuerbefreite Umsätze erzielen, wie zum Beispiel Ärzte, müssen ebenso eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Jedoch kannst du dich auf Antrag von dieser Pflicht befreien lassen.

Fazit

  • Die Umsatzsteuererklärung ist eine Zusammenfassung aller Umsatzsteuervoranmeldungen eines Jahres.
  • Sie bietet die Möglichkeit der Ergänzung von vergessenen Rechnungen sowie zu spät eingereichter Belege und muss dem Finanzamt spätestens am 31. Mai des Folgejahres elektronisch vorliegen.
  • Der Zeitpunkt zur Zahlung der Umsatzsteuer-Zahllast ist normalerweise der 10. Tag nach Quartalsende. Wer einen längeren Aufschub der Zahlung wünscht, erhält diese unter Antrag einer Dauerfristverlängerung.
  • Grundsätzlich ist jeder Unternehmer, der Waren und Dienstleistungen im Inland gegen ein Entgelt ausführt zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung verpflichtet. Auch Kleinunternehmer und Freiberufler müssen ihre Umsätze offenlegen.
  • Seit 2011 akzeptiert das Finanzamt die Abgabe der Umsatzsteuererklärung ausschließlich in elektronischer Form.

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