Verlustvortrag

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Zum Ende eines jeden Geschäftsjahres geht es für Unternehmer mal wieder an die Bilanz und die darauffolgende Steuererklärung.

Wenn Du in diesem Jahr viele Anschaffungen für Dein Unternehmen getätigt hast oder das Jahr nicht so erfolgreich lief wie gehofft, kann es sein, dass Deine verzeichneten Verluste höher liegen als Deine verzeichneten Einnahmen.

Hier kommt der sogenannte Verlustvortrag ins Spiel – doch was genau ist das, wer darf einen Verlustvortrag buchen und wie funktioniert die Buchung?

Was ist ein Verlustvortrag?

Bei dem Verlustvortrag handelt es sich um die Summe aller Verluste, welche im vergangenen Geschäftsjahr angefallen sind und nicht mit positiven Einkünften des Unternehmens verrechnet werden können, da diese niedriger als die Verluste liegen.

In der Steuererklärung führst Du alle Gewinne und Verluste auf und verrechnest sie miteinander. Wie Du vielleicht weißt, müssen Gewinne und Verluste sich am Ende der Bilanz immer ausgleichen.

Wenn Deine Verluste höher lagen als Deine Einnahmen, sprechen wir im Fachjargon auch von einem Jahresfehlbetrag, während höhere Einkünfte als Verluste als Jahresüberschuss bezeichnet werden.

Wie wird ein Verlustvortrag in der Steuererklärung aufgeführt?

Aber wie genau wird ein Verlustvortrag in der Steuererklärung gehandhabt? Auf der ersten Seite der Steuererklärung siehst Du im Mantelbogen ein Feld mit dem Namen „Erklärung zur Feststellung des verbleibendes Verlustvortrags“, welches Du ankreuzen musst.

Wenn Du die Steuererklärung nun beim prüfenden Finanzamt abgibst und der Verantwortliche nachvollzieht, dass Du höhere Verluste als Einkünfte verzeichnet hast, wird Dir ein „Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibendes Verlustvortrags“ zugestellt, welcher es Dir ermöglicht, die Verluste in der nächsten Steuererklärung geltend zu machen.

Verlustvortrag: Ein Beispiel

Veranschaulichen wir das Prinzip anhand eines Beispiels: Wenn Du in diesem Jahr einen Gewinn von 20.000 € und einen Verlust von 35.000 € verzeichnest, nimmst Du 15.000 € an Verlusten mit in das nächste Steuerjahr. Wenn Dein Gewinn im nächsten Jahr bei 40.000 € liegt, wird der Gewinn um 15.000 € reduziert und liegt somit nur noch bei 15.000 €.

Dies ist vorteilhaft für Dich und Dein Unternehmen, da durch die Verrechnung der Verluste in der kommenden Steuererklärung Deine Steuerlast niedriger ausfallen wird. Des Weiteren besteht bei einem Verlustvortrag die Möglichkeit, ihn bis zu 7 Jahre später geltend zu machen.

Um zu verhindern, dass diese Option für Unternehmen Steuerbetrügern nicht zum Opfer fällt, sind die Verlustvorträge ab Einkünften in Höhe von 1 Mio. € bzw. 2 Mio. € bei Ehepartnern auf 60 % beschränkt.

Sei also vorsichtig damit, mehrere Jahre in Folge hohe Verlustsummen anzugeben, denn das kann dazu führen, dass das Finanzamt die Verluste nicht mehr anerkennt, die Erstattung von Steuern somit wegfällt und sogar Nachzahlungen für die letzten Jahre erfolgen müssen. Besonders genau guckt das Finanzamt hier auf Unternehmen, welche hobbymäßig betrieben werden, wie beispielsweise Vermieter von Ferienhäusern.

Wie wird ein Verlustvortrag gebucht?

In der Bilanz wird der Verlustvortrag in den Passiva im Eigenkapitalkonto aufgeführt. In diesem Konto wird zuerst das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage und Gewinnrücklage vermerkt und anschließend der Verlustvortrag. Danach folgt die Angabe des Jahresüberschusses bzw. des Jahresfehlbetrages, wobei wir bei einem Verlustvortrag von einem Jahresfehlbetrag sprechen.

Dieser Betrag wird in die Bilanz des nächsten Jahres übernommen, wodurch ein negativer Anfangsbestand dieses Postens entsteht. Durch Gewinne des Unternehmens wird der Verlustvortrag niedriger.

Die Buchung des Verlustvortrags erfolgt über das Konto „Verlustvortrag vor Verwendung“. Der Betrag des Verlustes muss im Soll gebucht werden und um die Buchung abzuschließen trägst Du im Haben in das Konto „Saldenvorträge, Sachkonten“ den Verlustvortrag erneut ein.

Wer darf einen Verlustvortrag buchen?

Einen Verlustvortrag kann im Grunde jeder buchen, dessen Ausgaben höher liegen als Einnahmen. Allerdings steht im Handelsgesetzbuch, dass Personengesellschaften ein Verlustvortrag untersagt ist, da diese ihre Verluste laut Gesetz mit Kapitalanteilen verrechnen müssen. Kapitalgesellschaften dürfen Verlustvorträge vornehmen.

Auch für Existenzgründer kann es sich als sehr praktisch erweisen, durch die EÜR einen Verlustvortrag zu beantragen, da zu hohe Steuerzahlungen sich sehr negativ auf das Geschäft auswirken können und im schlimmsten Fall sogar das Ende der Tätigkeit bedeuten können.

Wie bereits erwähnt solltest Du lediglich darauf achten, dass das Finanzamt genauer nachforschen wird, wenn Dein Unternehmen mehrere Jahre in Folge einen Jahresfehlbetrag verzeichnet und dass ab einer gewissen Summe nur noch 60 % geltend gemacht werden dürfen. Daher solltest Du alle Rechnungen gut und sicher aufbewahren und eine ordentliche Buchhaltung führen.

Fazit zum Verlustvortrag

Merke Dir also, dass ein Verlustvortrag die Summe aller Verluste beschreibt, welche innerhalb eines Geschäftsjahres nicht mit den Gewinnen verrechnet werden können. Dies ist der Fall, wenn die Einkünfte die Verluste übersteigen, also ein Jahresfehlbetrag verzeichnet wird.

In der Steuererklärung musst Du den Verlustvortrag erst mit dem Ankreuzen eines Kästchens beantragen und nach dem Einreichen und Prüfen der Steuererklärung wird Dir anschließend ein Bescheid geschickt, welcher den Verlustvortrag bestätigt. Somit kannst Du den Betrag mit in das nächste Jahr nehmen und ihn dann wieder mit

Deinen Gewinnen verrechnen. Dies führt zu einer niedrigeren Steuerlast im kommenden Geschäftsjahr, was ein Ziel für jedes Unternehmen darstellt.

In der Bilanz wird der Verlustvortrag im Soll auf das Konto „Verlustvortrag vor Verwendung“ und im Haben auf dem Konto „Saldenvorträge, Sachkonten“ aufgeführt.

Personengesellschaften müssen laut Gesetz die Verluste mit ihrem Kapital verrechnen, weswegen nur Kapitalgesellschaften der Verlustvortrag erlaubt ist. Auch für Selbstständige ist ein Verlustvortrag erlaubt, welcher hier allerdings durch die EÜR erfolgt, und kann sich je nach finanzieller Situation als sehr vorteilhaft erweisen.

Achte jedoch darauf, dass das Finanzamt bei Verlustvorträgen mehrere Jahre in Folge die Rechtmäßigkeit genauer nachprüfen wird. Bewahre daher alle Rechnungen gut auf und vermeide bestmöglich Fehler in der Bilanz und Steuererklärung.


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