Wie berechnet sich der Gründungszuschuss?

Den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit zu erhalten ist eine vielversprechende Grundlage für den Erfolg einer selbstständigen Tätigkeit bzw. eines Unternehmens. Um den Zuschuss zu erhalten, muss ein solider und vollständiger Antrag samt detailliertem Businessplan eingereicht werden. Doch bevor man sich die Mühe macht, all diese Unterlagen zusammenzustellen, sollte man sich erstmal fragen, wie sich der Gründungszuschuss überhaupt berechnet. Was bei dem Gründungszuschuss herausspringen kann, erfährst Du hier.

Wie hoch fällt der Gründungszuschuss aus?

Um ganz einfach die Höhe des Gründungszuschusses berechnen zu können, muss man nur die Höhe des zuletzt erhaltenen Arbeitslosengeldes mit 300 Euro addieren. Man kann sich also ganze sechs Monate konzentriert um den Aufbau der Selbstständigkeit kümmern, ohne sich Sorgen um den Lebensunterhalt machen zu müssen.

Höhe des Arbeitslosengeldes + 300 Euro/Monat = Gründungszuschuss

Dieses Fördergeld fließt auch in die Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge ein, wenn der Gründer oder die Gründerin gesetzlich versichert ist. Nach Ablauf der ersten sechs Monate, also der Phase der Grundförderung, kann man noch weitere neun Monate Förderung verlangen. Da allerdings zu diesem Zeitpunkt der Anspruch auf Arbeitslosengeld abgelaufen ist, erhält man nur noch pauschal die Summe von 300 Euro pro Monat.

Je nach Höhe des Arbeitslosengeldes kann man also mit dem Gründungszuschuss eine Menge Geld erhalten. Ein alleinstehender Gründer ohne Kinder kann zum Beispiel bis zu ca. 16.700 Euro Zuschuss bekommen. Ein verheirateter Gründer mit Kind kann sogar bis zu ca. 20.400 Euro Gründungszuschuss erhalten. Es ist also sehr lohnend, dieses Fördermittel wahrzunehmen.

Der Prozess kann zwar aufwendig sein und die Agentur für Arbeit kann erstmal störrisch reagieren, wenn man sich aber gut vorbereitet hat, stehen die Chancen auf Erhalt des Zuschusses recht gut. Es gilt jedoch kein gesetzlicher Anspruch auf den Zuschuss. Das heißt also, dass es auf die Einschätzung des Sachbearbeiters ankommt, ob der Antrag bewilligt wird oder nicht.

Der Zuschuss ist komplett steuerfrei und muss somit nicht in der Jahreseinkommenserklärung beim Finanzamt angegeben werden. Trotzdem kann das Arbeitslosengeld den Steuersatz beeinflussen und muss daher immer in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Staatliche Fördergelder wie das Arbeitslosengeld sind zusammen mit sonstigem Einkommen gezählt. Anhand dieser Summe wird dann der Einkommenssteuersatz berechnet. Auch wenn der Zuschuss weitere neun Monate läuft, muss er nicht in der Steuererklärung erwähnt werden.

Wenn man als Gründer freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied wird, hat der Zuschuss keinen direkten Einfluss auf die Beitragshöhe. Diese berechnet sich immer nach dem Einkommen des Mitglieds. Sich freiwillig versichern zu lassen ist besonders für Freiberufler empfehlenswert. Denn bei dieser Tätigkeitsform ist man nicht im traditionellen Sinne angestellt und ist dadurch auch nicht automatisch gesetzlich versichert.

Meldet man sich also freiberuflich beim Finanzamt sollte man sich auch zügig um die Krankenversicherung kümmern. Neben der Krankenversicherung sollten idealerweise auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Betriebshaftpflichtversicherung und weitere individuell benötigte Versicherung abgeschlossen werden.

Was muss man tun, um den Gründungszuschuss zu erhalten?

Der Zuschuss ist eine großartige Unterstützung während der Aufbauphase des eigenen Unternehmens. Er entlastet Gründer enorm, da der Beginn einer selbstständigen Tätigkeit vor allem in den ersten Monaten immer mit Kosten verbunden ist. Denn ehe man Umsatz macht, kann einige Zeit verstreichen. Diesen Zeitraum zur Rentabilität zu überbrücken ist für viele Gründer ausschlaggebend für den weiteren Erfolg des Unternehmens oder der Tätigkeit. Der Gründungszuschuss wird nur dann vergeben, wenn der Sachbearbeiter dies bewilligt.

Allein, um den Antrag stellen zu können, muss der angehende Gründer bereits drei Voraussetzungen erfüllen. Zum einen muss der Antragsteller arbeitslos gemeldet sein. Theoretisch kann man einen Job kündigen, sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden und dann den Gründungszuschuss beantragen. Dafür muss man mindestens 150 Tage Anspruch auf AlG1 haben. Ebenso wichtig ist das grundlegende Vorhaben, die Selbstständigkeit hauptberuflich ausüben zu wollen. Außerdem muss der Businessplan und der Lebenslauf des Gründers fachkundig bescheinigt werden.


Zuletzt aktualisiert vonFlorian Kassel