Wie wird der Gründungszuschuss besteuert?

Als Gründer einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit zu erhalten ist ein großer Vorteil. Denn der Zuschuss stellt eine oft dringende nötige finanzielle Entlastung dar, ohne dass man das Geld später zurückzahlen muss. Trotzdem gibt es einige Aspekte des Gründungszuschusses, die den meisten nicht bekannt sind und die beachtet werden sollten. So zum Beispiel die Frage, ob der Zuschuss steuerfrei ist, oder nicht. Alle wichtigen Infos zum Thema Gründungszuschuss erhältst Du hier.

Ist der Gründungszuschuss steuerfrei?

Die Antwort auf diese Frage ist recht simpel: Ja, der Gründungszuschuss wird ohne steuerliche Abzüge gezahlt. Er ist also komplett steuerfrei. Der Zuschuss unterliegt auch nicht dem Progressionsvorbehalt. Der Progressionsvorbehalt beschreibt Fälle, in denen Geringverdiener Steuern für staatliche Fördermittel angeben müssen. Zu diesen stattlichen Fördermitteln zählen zum Beispiel Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld. Sollte nämlich aus einer beruflichen Tätigkeit Einkommen erzielt werden, so wird dieses Einkommen mit den erhaltenen Fördermitteln zusammengerechnet und somit der Steuersatz ermittelt.

Im Gegensatz zum Arbeitslosengeld wird also der Gründungszuschuss nicht auf die Jahreseinkommensleistung bei der Steuererklärung dazugerechnet. Das heißt also, dass man beim Ausfüllen der Steuererklärung nicht angeben muss, dass man den Gründungszuschuss erhalten hat bzw. noch erhält.

Es kann allerdings trotzdem vorkommen, dass der Gründungszuschuss bei den Steuern eine Rolle spielt, und zwar dann, wenn sich der Gründer entscheidet, sich im Zuge der Selbstständigkeit freiwillig versichern zu lassen. In diesem Fall wird der Zuschuss nämlich mitberechnet, um die Höhe der Beitragslast des Versicherten zu bemessen. Der Beitrag richtet sich allerdings nicht unbedingt nach dem Zuschuss. Man sollte sich als Gründer also über die Beitragssätze sämtlicher gesetzlicher Krankenversicherungen informieren. Bei der Berechnung des Beitrags wird immer die gesamte wirtschaftliche Kapazität des Mitglieds betrachtet, das heißt also, dass die monatlichen 300 Euro Zuschuss hierauf keinen großen Einfluss haben.

Was ist der Gründungszuschuss und wie kann man ihn erhalten?

Der Gründungszuschuss wurde konzipiert, um es Arbeitslosen einfacher zu machen, ein Unternehmen zu gründen oder in die Selbstständigkeit einzusteigen. Als öffentliches Fördermittel wird es von der Agentur für Arbeit unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen an angehende Gründer vergeben. Im Gegensatz zu Fördermitteln wie Gründerkrediten oder Bürgschaften muss bei dem Gründungszuschuss nichts zurückgezahlt werden. Es werden auch keine Zinsen berechnet oder Fristen ermessen. Doch auch der Gründungszuschuss hat ein paar ganz spezielle Voraussetzung, über die man vor Antragstellung Bescheid wissen muss.

Zum einen muss nachgewiesen werden, dass die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt werden soll. Zweitens muss der Gründer zum Zeitpunkt des Antrags arbeitslos gemeldet sein. Ohne gültigen Anspruch auf Arbeitslosengeld wird der Antrag abgelehnt. Weiterhin muss der Anspruch auf Arbeitslosengeld noch mindestens 150 Tage lang gelten. Außerdem ist eine offizielle Bescheinigung des Antrags von der HWK, IHK oder einer Bank vorzulegen.

Was macht den Gründungszuschuss für Gründer so vorteilhaft?

Die Möglichkeit, einen Gründungszuschuss zu erhalten, sollte jeder wahrnehmen, der die Voraussetzungen erfüllt und eine starke Geschäftsidee hat. Wird der Antrag bewilligt wird der Zuschuss zunächst sechs Monate lang gezahlt. Auch nach dieser Laufzeit kann man den Gründungszuschuss erhalten. Bei Bewilligung des Verlängerungsantrages gibt es weitere neun Monate 300 Euro pro Monat. Der Gründungszuschuss ist vor allem dadurch eine Entlastung, da er weder zu einem später zurückgezahlt werden muss noch Einfluss auf die Steuererklärung hat. Gesetzlichen Anspruch gibt es aber nicht.

Welche Unterlagen müssen für den Antrag eingereicht werden?

Um den Gründungszuschuss bewilligt zu bekommen, fordert die Agentur für Arbeit vom Antraggeber ein paar Dokumente. Zum einen ist das der Businessplan, der im Detail auf die Geschäftsidee eingeht. Der Plan muss auch darstellen, wie diese Idee realistisch umgesetzt werden kann. Außerdem muss der Lebenslauf vorgelegt werden, damit sich der Sachbearbeiter von den Qualifikationen des Gründers überzeugen kann. Auch einen Nachweis der Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit des Finanz- oder Gewerbeamtes muss man vorweisen.


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