Person bezahlt am Lesegerät und schützt sich vor Kreditkartenbetrug

Was ist Kreditkartenbetrug und wie kann man sich schützen?

Mit zunehmender Verbreitung der Kreditkarte nimmt auch der Kreditkartenbetrug zu. Was Kreditkartenbetrug ist, und wie Du Dich dagegen schützen kannst.

Das Wichtigste zum Kreditkartenbetrug

  • Beim Kreditkartenbetrug wird die Karte online oder offline unberechtigt zum Einkauf benutzt
  • Es gibt unterschiedliche Arten von Kreditkartenbetrug, bei denen entweder die Karte selbst oder die Kreditkartendaten eingesetzt werden
  • Bei Verlust muss die Kreditkarte umgehend über den Notruf 116 116 gesperrt werden
  • Bei verantwortungsvollem Umgang mit der Karte haften die Kreditkartenfirmen für Verluste

Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis

      Die Kreditkarte zählt zu den beliebtesten Zahlungsmitteln weltweit. Kein Wunder: Sie sind auf der ganzen Welt einfach und unkompliziert einsetzbar – ob beim bargeldlosen Bezahlen vor Ort, bei Onlineshopping oder beim Abheben von Bargeld am Geldautomaten. Die Kreditkarte ist aber nicht nur bei den Karteninhabern beliebt: Mit steigender Beliebtheit nimmt auch der Kreditkartenbetrug zu.

      Was ist Kreditkartenbetrug?

      Beim Kreditkartenbetrug werden Kreditkarten oder Kreditkartendaten gestohlen und von Dritten unberechtigt zum Einkauf eingesetzt. Es fällt aber auch unter den Tatbestand des Kreditkartenbetrugs, die eigene Kreditkarte einzusetzen, obwohl der Karteninhaber genau weiß, dass er seine Kreditkartenrechnung nicht begleichen kann.

      Gemäß § 266 des Strafgesetzbuches (StGB) handelt es sich beim Kreditkartenbetrug um eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird.

      Sicherheitsmaßnahmen der Kreditkartenanbieter 

      Visa, Mastercard, American Express und Co. sind sich des Risikos bewusst und statten ihre Kreditkarten mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen aus. Hierzu zählt beispielsweise der EMV-Chip, der der sicheren Übertragung von Zahlungsdaten dient und den Einsatz von Dubletten erschweren soll. Die PIN und die Unterschrift des Karteninhabers auf der Rückseite der Kreditkarte sollen das Missbrauchsrisiko ebenfalls senken.

      Mittlerweile werden Kreditkartenzahlungen allerdings häufig auch ohne PIN oder Unterschrift akzeptiert. Online sorgen die Kartenprüfziffer oder ein zusätzlicher spezieller Code der Kreditkartenanbieter für mehr Sicherheit. Obwohl die Anbieter also viel tun, um den Missbrauch oder die Fälschung von Kreditkarten zu verhindern, bleibt ein gewisses Restrisiko.

      Kreditkarteninhaber - ein bevorzugtes Ziel

      Laut dem BKA verfügen Inhaber von Kredit- und Debitkarten, die in Deutschland ausgegeben wurden, über eine vergleichsweise hohe Bonität. Im internationalen Vergleich stellen diese Karten damit ein bevorzugtes Ziel für Kreditkartenbetrüger dar.

      Wer haftet bei Kreditkartenbetrug?

      Neben den technischen Möglichkeiten gibt es ein paar einfache Methoden, mit denen sich Karteninhaber selbst gegen Kreditkartenmissbrauch schützen können. Wer bei Kreditkartenbetrug haftet, hängt davon ab, ob der Karteninhaber verantwortungsbewusst mit seiner Kreditkarte umgeht oder ob er grob fahrlässig handelt. Bei einem entsprechend sorgfältigen Umgang mit ihrer Kreditkarte haften die Kreditkartengesellschaft für den entstandenen Schaden. 

      Der Karteninhaber selbst haftet bei Kreditkartenbetrug nur für den Schaden, der bis zur Kartensperrung entstanden ist und auch nur bis zu einer Summe von 150 €. Wird dem Karteninhaber grob fahrlässiges Verhalten nachgewiesen – bewahrt er beispielsweise Kreditkarte und PIN nicht getrennt voneinander auf oder lässt seine Kreditkarte bei Diebstahl oder Verlust nicht umgehend sperren – kann der Karteninhaber auch voll haftbar gemacht werden und muss im Schadensfall damit rechnen, dass die Kreditkartenfirma nicht haftet. 

      Kreditkartenbetrug: Wie geht das?

      Um zu verstehen, wie Kreditkartenbetrug funktioniert, muss man zwischen verschiedenen Arten von Kreditkartenbetrug unterscheiden.

      Missbrauch echter Kreditkarten

      Geht die Kreditkarte verloren oder wird gestohlen, kann sie bei Einkäufen in Läden, in Bars, Restaurants, beim tanken u. v. m. eingesetzt werden. Zwar ist in den meisten Fällen eine Verifizierung erforderlich. Hundertprozentigen Schutz liefert diese Maßnahme jedoch nicht. Die Verifizierung erfolgt entweder per PIN oder per Unterschrift des Karteninhabers.

      Bei der Unterschrift vergleicht der Zahlungsempfänger die Unterschrift auf dem Zahlungsbeleg mit der Unterschrift auf der Rückseite der Kreditkarte. Unterschriften lassen sich aber vergleichsweise einfach fälschen. Hinzu kommt, dass die wenigsten Zahlungsempfänger die Unterschrift sorgfältig prüfen. Bis zur Sperrung der Kreditkarte kann so ein hoher Schaden entstehen.

      Ist die Eingabe einer PIN erforderlich, gibt es auch hier Mittel und Wege für Betrüger, um die Kreditkarte einzusetzen. Wurde beispielsweise das ganze Portemonnaie gestohlen und der Karteninhaber bewahrt die PIN zusammen mit der Kreditkarte dort auf, haben Kreditkartenbetrüger leichtes Spiel. 

      Die Kreditkarte kann aber auch ohne PIN eingesetzt werden: Near Field Communication (NFC) ermöglicht das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte. Ist die Karte mit einem entsprechenden Chip ausgestattet, hält der Karteninhaber zum Bezahlen die Karte einfach vor das Kartenlesegerät. Mithilfe der NFC-Technologie werden Beträge unter 50 € in der Regel ohne Eingabe einer PIN bezahlt. Zwar können so nur kleine Ausgaben getätigt werden. Diese summieren sich aber schnell und verursachen so ebenfalls einen großen Schaden.

      Missbrauch echter Kreditkartendaten im Internet

      Wird die Kreditkarte gestohlen, kann sie nicht nur offline am Point of Sale, sondern auch online für Käufe im Internet missbräuchlich eingesetzt werden. Alle erforderlichen Informationen finden Kreditkartenbetrüger auf der Zahlungskarte: die Kreditkartennummer, das Kreditkarten-Ablaufdatum und die drei- oder vierstellige Prüfziffer, den sogenannten CVV- oder CVC-Code, auf der Rückseite der Kreditkarte. Wird der Schutz von Kreditkarten nicht durch ein zusätzliches Sicherheitsverfahren erhöht, steht dem unbefugten Einsatz bis zur Kartensperrung nichts im Wege.

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      Zusätzliche Authentifizierung

      Kreditkartenfirmen bieten einen zusätzlichen Check beim Einsatz der Kreditkarte beim Onlineshopping an. Um sicherzugehen, dass eine Transaktion tatsächlich vom Karteninhaber freigegeben wird, ist ein zusätzlicher Code erforderlich, um einen Einkauf abzuschließen. Visa (Verified by Visa) und Mastercard (Securecode) vereinbaren hierzu einen entsprechenden Code mit ihren Kunden. Inhaber einer Kreditkarte von American Express erhalten den SafeKey per SMS oder E-Mail.

      Cyberkriminalität: Datenklau im Internet

      Der Diebstahl einer Kreditkarte ist nicht die einzige Möglichkeit, an die Kreditkartendaten zu gelangen. Kreditkartendaten können auch im Rahmen sogenannter Phishing-Attacken geklaut werden. Phishing steht für das Abfischen von Nutzerdaten im Internet. Um an diese Daten zu gelangen, geben sich Cyberkriminelle als rechtliche Vertreter von Banken, Unternehmen oder Behörden. Sie versenden die sogenannten Phishingmails, die auf den ersten Blick zwar vertrauenswürdig wirken, aber manipulierte Dateianhänge oder Links enthalten. 

      Wird ein solcher Anhang geöffnet, installiert sich Schadsoftware (Malware) auf dem Rechner oder dem mobilen Endgerät des Empfängers, um an Adressen, Geburtsdaten, Passwörter, Bankverbindungen oder Kreditkartennummern zu gelangen. Beim Anklicken eines Links in einer Phishingmail wird der Empfänger auf eine gefälschte Website weitergeleitet und aufgefordert, dort vertrauliche Zugangsdaten preiszugeben. Wer aufmerksam ist und verdächtige E-Mails löscht, kann sich weitestgehend gegen Phishing-Attacken schützen.

      Kreditkarte gehackt

      Nicht nur die Karteninhaber werden zu Opfern der Cyberkriminellen. Hacker greifen auch direkt die Kreditkartengesellschaften oder Onlinehändlern an, um an deren zahlungsrelevanten Kundendaten zu gelangen.

      Einsatz gefälschter Kreditkarten

      Bis 2011 war das sogenannte Skimming eine beliebte Methode bei Cyberkriminellen, um an Geldautomaten und Kartenzahlungsgeräten die Daten von Kreditkarten und die dazugehörige PIN abzuschöpfen und anschließend auf den Magnetstreifen einer anderen Karte zu übertragen. Diese gefälschten Karten können dann an Geldautomaten und am POS eingesetzt werden.

      Der Vorteil: Der Karteninhaber bemerkt häufig gar nicht, dass seine Karte kopiert wurde und lässt sie daher nicht sperren. Der Betrug wird meist erst mit der Kreditkartenabrechnung entdeckt. Mittlerweile wurde dieser Methode zumindest im SEPA-Raum ein Riegel vorgeschoben, da hier die Abrechnung ausschließlich über den Chip und nicht mehr über den Magnetstreifen erfolgt.

      Was kannst Du tun, um Dich vor Kreditkartenbetrug zu schützen?

      Wurde die Kreditkarte gehackt oder gestohlen, müssen Karteninhaber umgehend reagieren. Der erste Schritt ist, die Kreditkarte sofort sperren zu lassen. Die Bundesnetzagentur bietet hierzu einen Sperr-Notruf an: Unter der 116 116 können Karteninhaber ihre Zahlungskarten kostenlos sperren lassen.

      Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es ein paar einfache Tipps, um sich vor Kreditkartenbetrug zu schützen:

      • Die Kreditkarte sollte sofort nach Erhalt auf der Rückseite unterschrieben werden.
      • Kreditkarte und PIN müssen immer getrennt voneinander aufbewahrt werden.
      • Die persönliche PIN darf keinem Dritten mitgeteilt werden.
      • Stichwort Phishing: Keine Bank und kein seriöses Unternehmen wird seine Kunden zur Herausgabe zahlungsrelevanter Daten oder ihrer PIN auffordern. E-Mails, die einen verdächtigen Anhang oder Link aufweisen, sollten sofort gelöscht werden.
      • Zusätzlichen Schutz vor Malware bieten Virenscanner und Firewalls.
      • Um Datenklau zu verhindern, sollten Zahlungsdaten beim Onlineshopping über eine SSL-Verschlüsselung sicher übertragen werden. Sie sichere Übertragung erkennst Du am HTTPS in der URL.

      Fazit: Kreditkartenbetrug erkennen und wirksam vorbeugen

      Die Kreditkarte ist ein beliebtes Zahlungsmittel: Sowohl bei Kunden als auch bei Kreditkartenbetrügern. Die Kartenanbieter tun bereits einiges, um die Sicherheit der Kreditkarten zu erhöhen und Betrugsfälle zu verhindern.

      Ebenso haben Kreditkarteninhaber Möglichkeiten, sich von Kreditkartenbetrug zu schützen. Kreditkartenbetrüger sind aber kreativ, wenn es darum geht, an die Kreditkarte oder die Kreditkartendaten zu kommen. Der Diebstahl fällt nicht immer unbedingt sofort auf. Es ist daher ratsam, die Kreditkartenabrechnung regelmäßig zu überprüfen und die Karte bei Verdacht auf Betrug umgehend zu sperren, um größere Verluste zu vermeiden.

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      Über die Autorin

      Yasmin Maddi

      Online-Redakteurin

      Seit vielen Jahren liefert Yasmin gründlich recherchierte und zielgruppengerechte Texte für unseren Ratgeber. Ihre Mission ist es, unsere Leser mit Inhalten zu den Themen Selbstständigkeit, Steuern und Finanzen zu unterstützen und für Penta zu begeistern.

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