SCHUFA-Score verbessern: So steigerst Du Deine Bonität

Yasmin
Yasmin August 2022 Content Editor 9 Min

Inhaltsverzeichnis

Ob privat oder im Geschäftsleben: Unternehmen, Banken und auch Vermieter führen vor Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung bei ihren Neukunden durch, um sich gegen das Risiko eines Zahlungsausfalls abzusichern. Die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Verbrauchern wird mithilfe des SCHUFA-Scores ermittelt.

Wie er berechnet wird und wie Du ihn verbessern kannst, verraten wir Dir in diesem Blogartikel. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Der SCHUFA-Score gibt Auskunft über die Zahlungsmoral und Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern und Unternehmen.
  • Je höher der Score, desto höher die Kreditwürdigkeit.
  • Deinen SCHUFA-Score kannst Du mit einfachen Mitteln verbessern.

Was ist der SCHUFA-Score?

Der SCHUFA-Score wird von der Schufa Holding AG, der bekanntesten Auskunftei in Deutschland, ermittelt.

Dabei handelt es sich um eine Kennziffer, die Auskunft über die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Verbrauchern gibt. Sie dient dazu, zu berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde bereit und in der Lage sein wird, seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.

Banken, Unternehmen, aber auch Vermieter schützen sich durch die Überprüfung des SCHUFA-Scores vor Vertragsabschluss vor möglichen Zahlungsausfällen. 

Was ist ein guter SCHUFA-Score?

Je höher der SCHUFA-Score ausfällt, desto höher wird die Kreditwürdigkeit eines Kunden eingeschätzt. Laut Angaben der Schufa besteht bei einem Score über 97,5 % nur ein sehr geringes Ausfallrisiko.

Diese Einschätzung ist insbesondere bei der Vergabe von Krediten relevant: Zum einen hängt es von Deiner Bonitätsprüfung ab, ob eine Bank Dir überhaupt einen Kredit gewährt. Zum anderen kannst Du mit einem höheren SCHUFA-Score bessere Konditionen mit Deiner Bank vereinbaren. 

Bei einem SCHUFA-Score unter 80 % wird es schwer, ein privates Girokonto oder ein Geschäftskonto zu eröffnen, einen Kredit oder auch eine Kreditkarte zu erhalten oder insbesondere langfristige Verträge wie Mietverträge, Handy-, Internet- oder auch Leasing-Verträge abzuschließen.

Was ist ein guter SCHUFA-Score?

Wie wird der SCHUFA-Score ermittelt?

Die Berechnung erfolgt nach einem wissenschaftlich anerkannten mathematischen statistischen Scoring-Verfahren, das zudem den Anforderungen der Richtlinie des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) entsprechen (vgl. § 28 BDSG Datenverarbeitung zu im öffentlichen Interesse liegenden Archivzwecken) muss.

Darüber hinaus sind Auskunfteien nicht dazu verpflichtet, ihre Berechnungsformel preiszugeben. Dennoch ist es für Verbraucher und Unternehmen möglich, ihren SCHUFA-Score zu verbessern.

Welche Daten werden für den SCHUFA-Score ausgewertet? 

Um den SCHUFA-Score zu ermitteln, wertet die Schufa Daten aus, die sie aus öffentlichen Quellen wie dem Handelsregister, dem Bundesanzeiger oder dem Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte bezieht.

Zusätzlich verwendet sie weitere kreditrelevante Informationen, die sie über Vertragspartner wie Banken und Sparkassen, Kreditkartenorganisationen, stationären oder Onlinehändlern, Telekommunikationsanbieter, Energieversorger oder Inkassounternehmen erhält.

Um Deine Bonität zu verbessern, ist es zunächst einmal wichtig zu verstehen, welche Daten die Schufa auswertet, was einen positiven Einfluss und was einen negativen Einfluss auf Deinen SCHUFA-Score hat. 

Die Schufa sammelt unterschiedliche Arten von Informationen. Vor- und Zuname, Geburtsdatum und die aktuelle sowie vorherige Anschriften dienen der Identifikation eines Verbrauchers. Daten über Familienstand, Religion, Nationalität, Dein Gehalt oder Dein Vermögen werden nicht erhoben

Für die Berechnung des SCHUFA-Scores sind die Negativeinträge sowie die Daten zur Score-Berechnung relevant.

Daten zur Score-BerechnungNegativeinträge
Girokonto Kreditkarte Bürgschaft Ratenkredit Mobil-Leasing / Mietkauf Anfrage zu Girokonten, Kreditkarten, Krediten, Bürgschaften, Mobil-Leasing / Mietkauf Vertrags- und Kreditlaufzeitenunbezahlte Raten oder Rechnungen gekündigte Kredite und Girokonten mit Dispokredit, bei denen ausstehende Beträge nicht bezahlt wurden titulierte und anerkannte Forderungen Informationen aus Schuldnerverzeichnissen und Insolvenzbekanntmachungen Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung Haftbefehl zur Erzwingung der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung
Quelle: https://www.schufa.de/scoring-daten/scoring-schufa/

Diese Negativeinträge lassen Rückschlüsse auf eine negative Zahlungsmoral zu. Positiv bewertet werden hingegen langfristige Vertragsbeziehungen sowie die fristgerechte Begleichung von Rechnungen und Abzahlung von Krediten und Leasing-Verträgen.

Wie kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?

Obwohl Du also keine Informationen über das Berechnungsverfahren hast, kannst Du Deinen SCHUFA-Score erhöhen, indem Du Deinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommst. Darüber hinaus hast Du weitere Möglichkeiten, um Deinen SCHUFA-Score zu verbessern:

  1. Einträge regelmäßig prüfen
  2. Inkorrekte Einträge löschen lassen
  3. Offene Forderungen begleichen
  4. Konditions- statt Kreditanfragen stellen
  5. Weniger Kredite aufnehmen
  6. Nicht mehr als zwei Kreditkarten besitzen
  7. Wenige Bankkonten führen
  8. Kontokorrent nicht überziehen
  9. Alte Verträge kündigen

SCHUFA-Einträge regelmäßig prüfen

Als Verbraucher hast Du gemäß § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) das Recht, einmal im Jahr online oder postalisch eine kostenlose Selbstauskunft einzuholen, um Deinen eigenen SCHUFA-Score zu überprüfen.

Zum einen erhältst Du so einen Status quo und kannst die zu Deiner Person gespeicherten Daten überprüfen. Eine sorgfältige Überprüfung ist wichtig, da falsche Angaben einen negativen Einfluss auf Deinen Score haben können. 

Inkorrekte Einträge löschen lassen

In der Regel speichert die Schufa Informationen für drei Jahre. Nach Ablauf festgelegter Fristen hast Du allerdings in bestimmten Fällen das Recht auf vorzeitige Löschung der Daten. 

  • Handelt es sich um Deinen ersten Negativeintrag, hast Du das Recht auf sofortige Löschung, sofern Du den geschuldeten Betrag innerhalb von sechs Wochen bezahlst. 
  • Bereits beglichene Beträge unter 1.000 € werden innerhalb eines Monats wieder gelöscht.
  • Bei Beträgen unter 200 € besteht ein Sonderrecht für die vorzeitige Löschung eines Eintrags.

Entdeckst Du in Deinem SCHUFA-Eintrag falsche oder veraltete Informationen, ist es wichtig, sofort Einspruch einzulegen, um sie umgehend korrigieren oder oder löschen zu lassen. 

Offene Forderungen fristgerecht begleichen

Mit einer guten Zahlungsmoral kannst Du einen negativen SCHUFA-Score vermeiden. Zahle Deine Rechnungen pünktlich und vollständig und vermeide Mahnungen.

Gläubiger haben nach der Zustellungen von zwei Mahnungen das Recht, die Schufa über den Zahlungsausfall zu informieren. Hierbei hilft Dir die Teilnahme am Lastschriftverfahren oder die Einrichtung eines Dauerauftrags bei wiederkehrenden Zahlungen. 

Konditions- statt Kreditanfragen stellen

Du benötigst einen Kredit und stellst für einen Angebotsvergleich mehrere Kreditanfragen? Aus diesem Verhalten zieht die Schufa den Rückschluss, dass es Probleme bei der Kreditzusage gibt. Entsprechend wird es einen negativen Vermerk in Deiner SCHUFA-Auskunft geben.

Grundsätzlich solltest Du aber dennoch Angebote vergleichen, bevor Du mit einem Kredit eine langfristige Zahlungsverpflichtung eingehst. Den negativen Eintrag kannst Du vermeiden, indem Du statt einer Kreditanfrage eine unverbindliche Konditionsanfrage stellst.

Weniger Kredite aufnehmen

Viele Händler verleiten ihre Kunden, größer Anschaffungen mithilfe von Kleinkrediten zu bezahlen.

Ein solcher Kleinkredit ist natürlich ein Vorteil: Geht Deine Waschmaschine kaputt, kannst Du sie so umgehend ersetzen, obwohl Dir die vollständige Kaufsumme nicht zur Verfügung steht. Nutzt diese Möglichkeit der Finanzierung zu häufig, droht allerdings wieder der Negativeintrag bei der Schufa.

Am besten ist es natürlich, wenn Du über das notwendige Kleingeld für Anschaffungen verfügst. Wenn nicht, überlege Dir sorgfältig, welche Anschaffungen Du wirklich benötigst und nimm sofern erforderlich lieber nur einen größeren Kredit statt zahlreicher Kleinkredite auf, um einen negativen SCHUFA-Score zu vermeiden. 

Nicht mehr als zwei Kreditkarten besitzen

Mit Deiner Kreditkarte räumt Deine Bank Dir einen kurzfristigen Kredit ein. Einkäufe, die Du über Deine Kreditkarte zahlst, werden Deinem Konto nicht sofort belastet, sondern erst am Ende des Monats gesammelt beglichen.

Hast Du mehrere Kreditkarten, verfügst Du insgesamt über einen recht hohen Kreditrahmen, was zu einem negativen Eintrag bei der Schufa führen kann.

Hier ist es ratsam, nicht mehr als zwei Kreditkarten zu nutzen und dafür zu sorgen, Deine Kreditkartenrechnung pünktlich zu begleichen, um einen niedrigen SCHUFA-Score zu vermeiden. 

Wenige Bankkonten führen

Das Gleiche gilt für den Besitz mehrerer Bankkonten. Du hast ein Geschäftskonto, ein privates Girokonto und vielleicht noch ein gemeinsames Haushaltskonto zusammen mit Deinem Lebenspartner? Weitere Konten sind in den meisten Fällen überflüssig, deuten in den Augen der Schufa wieder auf eine schlechte Zahlungsmoral hin und sollten daher gekündigt werden.

Nutz Du bspw. das Online-Geschäftskonto von Penta, kannst Du je nach Kontomodell kostenlos bis zu sechs Unterkonten nutzen. 

Kontokorrentkredit nicht überziehen

Der Kontokorrentkredit ist ein geduldeter Überziehungskredit, den Banken ihren Geschäftskunden einräumen. Dabei handelt es sich um eine Sonderform eines Darlehens, dass Dir Deine Bank gewährt, um Liquiditätsengpässe kurzfristig auszugleichen.

Bei Deinem privaten Girokonto kennst Du dieses Darlehen in Form des Dispositionskredites, kurz Dispo. Die Bank erwartet, dass Du Deinen Überziehungskredit regelmäßig ausgleichst. Tust Du das nicht oder überziehst Du Deinen Kontokorrentkredit, kann die Bank Dir die geduldete Überziehung streichen.

Zudem musst Du hier aufgrund Deiner mangelnden Zahlungsmoral mit einem negativen SCHUFA-Score rechnen.

Alte Verträge kündigen

Was für überflüssige Konten und Kreditkarten gilt, gilt ebenfalls für langfristige Verträge. Unterhältst Du beispielsweise mehrere Verträge bei Deinem Mobilfunk- oder Internetanbieter, zahlst Du im Zweifel nicht nur unnötig doppelt, sondern riskierst zudem einen negativen Eintrag. Um Deinen SCHUFA-Score zu verbessern, kündigst Du alte und überflüssige Verträge

Wie schnell erholt sich der SCHUFA-Score?

Du hast alle Tipps befolgt, aber Dein SCHUFA-Score ist immer noch zu niedrig? Das liegt daran, dass Dein SCHUFA-Score nur alle drei Monate neu berechnet wird. Das Ergebnis Deiner Bemühungen, Deinen SCHUFA-Score zu verbessern, siehst Du dann also erst im darauf folgenden Quartal.

Das bedeutet, dass gekündigte Verträge, deren Vertragsende aber beispielsweise erst zum Jahresende wirksam wird, belasten Deinen SCHUFA-Eintrag auch weiterhin. 

Fazit: Einfache Wege, Deinen SCHUFA-Score zu verbessern

Ein niedriger SCHUFA-Score kann Dir das Leben bei der Eröffnung eines Kontos oder beim Antrag einer Kreditkarte oder einem Darlehen schwer machen. Du hast es aber in der Hand, Deinen SCHUFA-Eintrag positiv zu beeinflussen.

Lege eine gute Zahlungsmoral an den Tag, vermeide überflüssige Konten und Kreditkarten, sammele nicht zu viele Kleinkredite an und trenne Dich von überflüssigen Verträgen.

Mit diesen einfachen Mitteln zeigst Du, dass Du sowohl willens als auch in der Lage bist, Deinen Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht nachzukommen. Überprüfe zudem regelmäßig Deinen SCHUFA-Eintrag, um zu vermeiden, das falsche oder veraltete Einträge Deine SCHUFA-Score zu Unrecht belasten. 

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